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Zum Beispiel: Plauen

Die kurz zuvor gegründete Initiative zur demokratischen Erneuerung der Gesellschaft ruft die Plauener Bürger zur Teilnahme an der Demonstration am 7. Oktober 1989 auf. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft (BStU-Kopie), Seite 1 von 2
Die kurz zuvor gegründete Initiative zur demokratischen Erneuerung der Gesellschaft ruft die Plauener Bürger zur Teilnahme an der Demonstration am 7. Oktober 1989 auf. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft (BStU-Kopie), Seite 1 von 2
Abschrift
Die kurz zuvor gegründete Initiative zur demokratischen Erneuerung der Gesellschaft ruft die Plauener Bürger zur Teilnahme an der Demonstration am 7. Oktober 1989 auf. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft (BStU-Kopie), Seite 2 von 2
Die kurz zuvor gegründete Initiative zur demokratischen Erneuerung der Gesellschaft ruft die Plauener Bürger zur Teilnahme an der Demonstration am 7. Oktober 1989 auf. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft (BStU-Kopie), Seite 2 von 2
Abschrift
Im Visier der Stasi: Eine Gruppe Jugendlicher bei der Demo am 7. Oktober 1989 in Plauen. Quelle: BStU, MfS, Ast. Chemnitz, Abt. XX, 2733
Im Visier der Stasi: Eine Gruppe Jugendlicher bei der Demo am 7. Oktober 1989 in Plauen. Quelle: BStU, MfS, Ast. Chemnitz, Abt. XX, 2733
Revolution bei Wind und Wetter: Aus einzelnen Grüppchen wächst in kurzer Zeit ein Zug von mehr als 3.000 Menschen. Am 7. Oktober 1989 ziehen sie durch die Plauener Innenstadt und demonstrieren für ihre demokratischen Rechte. Quelle: BStU, MfS, Ast....
Revolution bei Wind und Wetter: Aus einzelnen Grüppchen wächst in kurzer Zeit ein Zug von mehr als 3.000 Menschen. Am 7. Oktober 1989 ziehen sie durch die Plauener Innenstadt und demonstrieren für ihre demokratischen Rechte. Quelle: BStU, MfS, Ast. Chemnitz, Abt. XX, 2733
Die Einsatzleitung der Volkspolizei ist völlig überfordert und lässt Löschfahrzeuge der Feuerwehr Plauen als Wasserwerfer einsetzen, um die Leute auseinanderzutreiben. Doch auch die Wasserwerfer können den Demonstrationszug nicht aufhalten. Quelle:...
Die Einsatzleitung der Volkspolizei ist völlig überfordert und lässt Löschfahrzeuge der Feuerwehr Plauen als Wasserwerfer einsetzen, um die Leute auseinanderzutreiben. Doch auch die Wasserwerfer können den Demonstrationszug nicht aufhalten. Quelle: BStU, MfS, Ast. Chemnitz, Abt. XX, 2733.
Löschfahrzeuge der Feuerwehr werden als Wasserwerfer gegen friedliche Demonstranten eingesetzt. Quelle: BStU, MfS, Ast. Chemnitz, Abt. XX, 2733
Löschfahrzeuge der Feuerwehr werden als Wasserwerfer gegen friedliche Demonstranten eingesetzt. Quelle: BStU, MfS, Ast. Chemnitz, Abt. XX, 2733
Löschfahrzeuge der Feuerwehr werden als Wasserwerfer gegen friedliche Demonstranten eingesetzt. Quelle: BStU, MfS, Ast. Chemnitz, Abt. XX, 2733
Löschfahrzeuge der Feuerwehr werden als Wasserwerfer gegen friedliche Demonstranten eingesetzt. Quelle: BStU, MfS, Ast. Chemnitz, Abt. XX, 2733
Trotz des Einsatzes von zwei Hundertschaften Polizei und Wasserwerfern wächst der Demonstrationszug auf seinem Weg zum Rathaus auf etwa 10.000 Menschen an. Quelle: BStU, MfS, Ast. Chemnitz, Abt. XX, 2733
Trotz des Einsatzes von zwei Hundertschaften Polizei und Wasserwerfern wächst der Demonstrationszug auf seinem Weg zum Rathaus auf etwa 10.000 Menschen an. Quelle: BStU, MfS, Ast. Chemnitz, Abt. XX, 2733
Auf Transparenten und Plakaten fordern die Plauener Bürger am 7. Oktober 1989 ihre demokratischen Rechte ein. Quelle: BStU, MfS, Ast. Chemnitz, Abt. XX, 2733
Auf Transparenten und Plakaten fordern die Plauener Bürger am 7. Oktober 1989 ihre demokratischen Rechte ein. Quelle: BStU, MfS, Ast. Chemnitz, Abt. XX, 2733
Erklärung der Freiwilligen Feuerwehr Plauen zum Einsatz von Feuerlöschfahrzeugen als Wasserwerfer (8. Oktober 1989). Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft (BStU-Kopie)
Erklärung der Freiwilligen Feuerwehr Plauen zum Einsatz von Feuerlöschfahrzeugen als Wasserwerfer (8. Oktober 1989). Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft (BStU-Kopie)
Abschrift

In Plauen, einer sächsischen Industriestadt mit knapp 80.000 Einwohnern, kursiert vor dem 7. Oktober 1989, dem 40. Jahrestag der DDR, ein Protestaufruf der Initiative zur demokratischen Erneuerung der Gesellschaft. Sie wurde von einigen Plauener Bürgern kurz zuvor gegründet (Bildergalerie).

Der Aufruf beinhaltet die Forderungen, die auf allen Demonstrationen dieser Zeit laut werden: Meinungs- und Versammlungsfreiheit, freie Wahlen, Legalisierung der Opposition und Reisefreiheit. Die Plauener werden in dem Aufruf eingeladen, sich am Republikgeburtstag zu einer Protestdemonstration vor der Lutherkirche einzufinden. Die Ereignisse des 7. Oktober 1989 lesen sich im Bericht der Stasi-Kreisdienststelle Plauen so:

„In der Zeit von ca. 13.00 bis 14.30 bewegten sich kleinere Gruppen in Stärke von 5-10 Personen aus allen Richtungen in das Stadtzentrum von Plauen vor die Lutherkirche. Bis 15:00 Uhr versammelten sich circa 3.000 Personen. Sie führten Plakate mit den Aufschriften ‚Neues Forum`, ‚Pressefreiheit`, ‚Meinungsfreiheit`, ‚Reisefreiheit` [...] mit. Durch die Menschenmenge erfolgten Pfiffe und rhythmisches Händeklatschen. [...] Gegen 15.20 Uhr erreichte der Demonstrationszug die SED-Kreisleitung. Dort kam es zu Rufen ‚Wir sind das Volk` [...]. Der Demonstrationszug hatte zwischenzeitlich eine Stärke von 5.000 Demonstranten erreicht [...]. Der Demonstrationszug wurde mit der Losung ‚Wir brauchen Reformen, wir sind das Volk` angeführt. An der SED-Kreisleitung in der Friedensstraße wurden eine Vielzahl brennende Kerzen abgestellt. [...] Gegen 15.48 Uhr erreichte die Spitze des Demonstrationszuges den Rathausvorplatz [...] Der Platz füllte sich weiter an, so dass insgesamt eine Beteiligung an dieser Demonstration von circa 10.000 Menschen zu verzeichnen ist.“

„Keine Gewalt!“, „Wir sind das Volk!“, „Keine Gewalt!“:
In Plauen kapituliert die Polizei vor der Menschenmenge

Was der Stasi-Bericht verschweigt: In der Anfangsphase der Demo stellen sich den Demonstranten zwei Hundertschaften bewaffneter Bereitschaftspolizisten in den Weg. Diese haben die Visiere der Helme heruntergeklappt und klopfen mit Schlagstöcken auf ihre Schilder. Keiner der DDR-Bürger hat so etwas je zuvor erlebt; solche Bilder kennt man bisher nur aus der Bundesrepublik.

Dann fahren Spritzenwagen der städtischen Feuerwehr auf und versuchen, die Demonstration mit improvisierten Wasserwerfern auseinanderzutreiben. Doch vergeblich. Immer größer wird die Menschenmenge, immer lauter ihr Ruf „Keine Gewalt!“. Schließlich kapituliert die Polizei, die schon bald deutlich in der Minderheit ist, vor der riesigen Menschenmenge.

In einer Erklärung, die die Leitung der Freiwilligen Feuerwehr Plauen am nächsten Tag abgibt, distanzieren sich die Feuerwehrleute vom „zweckentfremdeten Einsetzen der Löschfahrzeuge“ (Bildergalerie). Wie in Plauen verliert der Staat nun in allen Teilen des Landes auf breiter Front seinen Rückhalt.

Zitierempfehlung: „Zum Beispiel: Plauen“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., letzte Änderung Oktober 2016, www.jugendopposition.de/145458


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