Proteste in Jena
Jena 1973. Die Stadt ist durch den Großbetrieb Carl Zeiss Jena und die Friedrich-Schiller-Universität geprägt.
Eine der vielen Veranstaltungen in den Räumen der Jungen Gemeinde Jena-Stadtmitte um 1973/74.
Eine der vielen Veranstaltungen in den Räumen der Jungen Gemeinde Jena-Stadtmitte um 1973/74.
Mitglieder der Jungen Gemeinde Jena-Stadtmitte treffen sich am 1. Mai 1975 auf dem Alten Markt.
Brutaler Überfall: Am 18. Januar 1975 zerschlägt die Polizei eine Verlobungsfeier in der Jenaer Gartenstraße 7, einem von Jugendlichen besetzten
Abrisshaus. Dabei werden 15 Jugendliche vorläufig festgenommen. Als einige von ihnen sich über die Brutalität der Polizei beschweren und Berichte an die Lokalzeitung sowie den Staatsrat schicken, werden vier im Schnellverfahren abgeurteilt. Deren Freunde sammeln an den Wochenenden Geld für die Gerichtskosten der Inhaftierten – zum Beispiel beim Weidenrutenschneiden im Februar 1975 in Dornburg.
Weidenrutenschneiden für politische Gefangene in der DDR: Doris Hardekopf und Lutz Leibner im Februar 1975 in Dornburg. Das bei diesem
Solidaritätseinsatz verdiente Geld wird für die Gerichtskosten der inhaftierten Freunde verwendet.
Mitglieder der Jungen Gemeinde Jena-Stadtmitte 1976 beim Landesjugendsonntag der Evangelischen Kirche im Falkhofsaal in Eisenach.
Als Anwalt arbeitet Wolfgang Schnur unter anderem als Rechtsbeistand für Dissidenten, Bürgerrechtler und Wehrdienstverweigerer in der DDR. Er
vertritt auch die Jugendlichen aus Jena und Umgebung, die 1976 gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann protestiert haben und vom Staatssicherheitsdienst verhaftet worden sind. Im März 1990 wird bekannt, dass Wolfgang Schnur unter den Decknamen IM Torsten und IM Dr. Ralf Schirmer von 1965 an als Spitzel für den Staatssicherheitsdienst der DDR gearbeitet hat. Rechtsanwalt Wolfgang Schnur im Februar 1990.
Das Hauptgebäude der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Mitte der 1970er Jahre.