d

Spielfilme

Hier finden Sie eine Auswahl an Spielfilmen mit Bezug zu den Themenbereichen:

Freie Wahlen! 
Volksaufstand 
Die Mauer muss weg! 
Holt Biermann zurück! 
Schwerter zu Pflugscharen! 
Revolution 



Freie Wahlen!



„Berlin Ecke Schönhauser Allee“

(Gerhard Klein 1957)


Dieser Film stellt eine der wichtigsten Ausnahmeerscheinungen der DEFA Produktionen der 1950er Jahre dar. Er erzählt in authentischer Bildsprache die Geschichte unangepasster Jugendlicher, die sich - unzufrieden mit ihren engen Lebensumständen - der FDJ Jugendkultur entziehen, westlichen Vorbildern nacheifern und nach westlicher Musik aus Kofferradios tanzen.
Der Film bewegt sich durchaus im staatspolitischen Kanon. Doch reizt er wie kaum eine andere filmische Arbeit der damaligen Zeit seine Spielräume aus: er wirbt für die schwierige Situation der Jugendlichen, lässt die bisher als Rowdys abgestempelten jungen Leute zum großen Teil von Sympathieträgern spielen und lässt ein differenziertes Jugendbild zu.
Bei vorheriger Beschäftigung mit Arbeit und Alltag in der DDR der 1950er Jahre oder dem Leben zwischen Ost- und West-Berlin, eignet sich dieser Film besonders für den Schulunterricht und darüber hinaus für alle Interessierten.
Erhältlich in einer Edition mit elf anderen DEFA-Filmen bei der Bundeszentrale für politische Bildung: „Parallelwelt: Film. Ein Einblick in die DEFA“ (2006)

Interner LinkInformationen und Bestellung ...



Volksaufstand



„Zwei Tage Hoffnung“

(Peter Keglevic 2003)


Ein Geschichtsdrama über eine Berliner Arbeiterfamilie zwischen Ost und West. Im Vorfeld des Aufstands am 17. Juni 1953 wird Helmut, Journalist beim RIAS in West-Berlin, eine Liste mit als unzuverlässig eingestuften DDR Bürgern zugespielt. Darunter auch sein Vater und sein Bruder. Helmut beschließt die Familie in Ost-Berlin zu warnen. Die Ereignisse überschlagen sich.
Dieser hauptsächlich auf Spannung und dramatische Effekte ausgerichtete Fernsehfilm ermöglicht einen guten Einstieg in die komplizierten historischen Ereignisse rund um den 17. Juni 1953. Trotzdem empfiehlt es sich, zusätzlich Basiswissen zum geschichtlichen Kontext der im Film dargestellten Ereignisse bereitzustellen und evtl. sogar die filmische Umsetzung genauer zu analysieren. Die DVD zum Film ist im Handel erhältlich.



Die Mauer muss weg!



„Das Kaninchen bin ich“

(Kurt Maetzig 1964/65)
Ost-Berlin nach dem Bau der Mauer: Maria Morzeck erhält keine Zulassung zum Studium, da ihr Bruder Dieter wegen „staatsgefährdender Hetze“ verhaftet worden ist. Maria schlägt sich als Kellnerin durch. Zufällig verliebt sie sich in den Richter Paul Deister, der ihren Bruder verurteilt hat. Erst spät erkennt sie das wahre Gesicht des Richters, der sie und die Gesetze für seine Karriere missbraucht.
Wie nahezu alle DEFA-Produktionen dieser Jahre wird der Film wegen der offenen Thematisierung negativer Erscheinungen des DDR-Alltags 1965 auf dem XI. Plenum des Zentralkomitees der SED verboten. Erst 1989 kann „Das Kaninchen bin ich“ in Ost-Berlin uraufgeführt werden. Der Film eignet sich für eine Auseinandersetzung mit alltäglichen Problemen in der DDR nach dem Mauerbau sowie mit der Zensur des Filmwesens nach dem XI. Plenum. Die DVD zum Film ist im Handel erhältlich.

„Spur der Steine“

(Frank Beyer 1966)
Der Film erzählt anhand der Großbaustelle Schkona von Problemen des sozialistischen Aufbaus. Die Baubrigade des Zimmermanns Hannes Balla (Manfred Krug) ist wegen ihrer anarchischen Arbeitsauffassung bei Partei und Kollegen gleichermaßen unbeliebt. Ihre Effizienz wird allerdings geschätzt, weshalb Balla und seine Männer Narrenfreiheit genießen. Als der Parteisekretär Horrath und die Bauingenieurin Kati nach Schkona kommen, gerät das Gleichgewicht zwischen Bauleitung und Belegschaft ins Wanken.
Obwohl er den Sozialismus in seinen Grundzügen nicht kritisiert, verschwindet „Spur der Steine“ kurz nach der Uraufführung 1966 aus den Kinos. Der Film eignet sich daher für eine Thematisierung der Zensur von Kunst. Ebenso kann die Macht der SED in Bezug auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft anhand des Films erörtert werden.
Erhältlich in einer Edition mit elf anderen DEFA-Filmen bei der Bundeszentrale für politische Bildung: „Parallelwelt: Film. Ein Einblick in die DEFA“ (2006).

Interner LinkInformationen und Bestellung ...

Der Tunnel

(Roland Suso Richter 2001)
Nach seiner erfolgreichen Flucht in den West plant der ehemalige ostdeutsche Schwimmmeister Harry Melchior die Flucht seiner Familie. Da alle konventionellen Wege nach West-Berlin abgeriegelt sind, sieht er in einem Tunnel unter der Mauer die einzige Möglichkeit. Schnell findet Melchior Unterstützer. Doch das Tunnelbauprojekt droht angesichts der enormen logistischen Aufgabe, der sich die Gruppe stellen muss und der großen psychischen Belastung zu scheitern. Und auch die Staatssicherheit ist den Fluchthelfern auf der Spur. Der Film basiert auf der Geschichte des sogenannten „Tunnel 29“ durch den am 14. und 15. September 1962 insgesamt 29 Personen in die Bundesrepublik geschmuggelt werden konnten.

„Der rote Kakadu“

(Dominik Graf 2004)
Dresden im Mai 1961: Der Bühnenmaler-Lehrling Siggi lernt die Lyrikerin Luise kennen und verliebt sich in die überzeugte Sozialistin. Luise und ihr Mann Wolle, ein politischer Querkopf, erzählen Siggi vom „Roten Kakadu“. Die Bar ist Treffpunkt Dresdner Jugendlicher, die dort ausgelassen zu verpönter westlicher Rock'n'Roll-Musik tanzen. Die Staatssicherheit hat bereits ein Auge auf das „subversive Treiben“ geworfen und versucht, Siggi als Inoffiziellen Mitarbeiter zu gewinnen.
Der Film setzt sich ernsthaft mit der Stimmungslage der DDR-Jugend kurz vor dem Mauerbau auseinander und behandelt wichtige Themen wie Freiheitswillen, Ideale und Ideologien. Ein Filmheft mit Unterrichtsvorschlägen ist bei der Bundeszentrale für politische Bildung erhältlich.

Interner LinkInformationen und Bestellung ...

„Die Todesautomatik“

(Nikolaus Stein von Kamienski 2007)
Der Film basiert auf dem Leben von Michael Gartenschläger, der beim Versuch, eine Selbstschussanlage an der Grenze abzumontieren, 1976 durch DDR-Grenztruppen erschossen wurde.
1961 in Strausberg: Die Rock-'n'-Roll-Teenager Lutz und Manfred rebellieren gegen die Parolen der SED und müssen wegen "staatsgefährdender Propaganda" in den Knast. Lebenslänglich! 13 Jahre später treffen sich die beiden in Hamburg wieder. Manfred überredet Lutz, sich als Fluchthelfer zu betätigen. Außerdem will er beweisen, dass es an der DDR-Grenze Selbstschussanlagen gibt.



Holt Biermann zurück!



„Sieben Sommersprossen“

(Herrmann Zschoche1978)


Als einer der erfolgreichsten DEFA-Filme überhaupt, setzt sich der Film eindrücklich mit den Träumen und Problemen Jugendlicher an der Schwelle zum Erwachsenwerden auseinander. Karoline und Robert haben einmal in demselben Haus gewohnt. Nun treffen sich die 14- und der 15-jährige in einem Ferienlager wieder. Zwischen Karoline und Robbi entwickelt sich eine erste Liebe - gegen den Willen der strengen Lagerleiterin. Die Betreuer Bettina und Benedikt haben mehr Verständnis für die Gefühle der Jugendlichen. Gemeinsam mit ihnen inszenieren sie „Romeo und Julia“, um allen den ersehnten Freiraum zu verschaffen.
In „Sieben Sommersprossen“ geht es nicht nur um typische Jugendthemen wie Pubertät, Identitätsfindung, erste Liebe und Sexualität: Die dargestellten Konflikte spiegeln im Mikrokosmos Ferienlager auch Grundprobleme des DDR-Regimes wider, z.B. die autoritären Erziehungsmethoden. Der Film bietet zudem viel Raum für eigene Assoziationen und Erfahrungen von Schülerinnen und Schülern.
Erhältlich in einer Edition mit elf anderen DEFA-Filmen bei der Bundeszentrale für politische Bildung: „Parallelwelt: Film. Ein Einblick in die DEFA“ (2006).

Interner LinkInformationen und Betsellung ...



Schwerter zu Pflugscharen!



„Der Blaue“

(Lienhard Wawrzyn 1993/94)
Eine der ersten filmischen Auseinandersetzungen mit der Arbeit des Ministeriums für Staatssicherheit: Otto Skrodt (Manfred Krug) war Inoffizieller Mitarbeiter der Stasi. Nach der Wiedervereinigung sitzt er nun für das Land Brandenburg im Bundestag. Eines Tages erhält er Besuch von seinem alten Freund Karl Kaminski (Ulrich Mühe). Kaminski entdeckt, dass Skrodt ihn für die Stasi bespitzelt hat.
Der Fernsehfilm handelt im Stil eines Politkrimis wichtige Themen wie Freundesverrat und die Bewältigung der Stasi-Vergangenheit ab. Er eignet sich als Einstieg in das Thema Staatssicherheit, jedoch nicht ohne eine gleichzeitige Analyse der auf Unterhaltung abzielenden filmischen Umsetzung. Der Film ist nicht im Handel erhältlich.



Revolution



„Wir sind das Volk – Liebe kennt keine Grenzen“

(Thomas Berger 2007)


SAT.1-Fernsehfilm über die Ereignisse im Herbst 89: Im Mittelpunkt steht die junge Mutter Katja, die mit ihrem Sohn Sven über die ungarische Grenze in den Westen zu flüchten versucht. Dort will sie ihren Freund Andreas wiedertreffen, der bereits vor sechs Jahren aus der DDR entkommen konnte und nun als Journalist in Westberlin arbeitet. Katjas Fluchtversuch misslingt: Sie wird von ihrem Kind getrennt und ins Stasi-Untersuchungsgefängnis Hohenschönhausen gebracht.

Für den Unterricht ist weniger die effektreich und spannend erzählte Hauptgeschichte von Interesse als ein wichtiger Nebenstrang, der die Westmedien und ihre Wirkung auf die DDR thematisiert. Als Vorlage hierfür dienen die Lebensgeschichten von Aram Radomski und Siegbert Schefke zwei ostdeutschen Filmemachern, die illegal die entscheidende Leipziger Montagsdemonstration vom 9.Oktober filmen, das Material ihrem Freund Roland Jahn beim westdeutschen Fernsehen zuspielen und somit das Ereignis öffentlichkeitswirksam verbreiten. Der Film arbeitet hier teilweise mit Originalaufnahmen. Die DVD zum Film ist im Handel erhältlich.

nach oben


Kommentieren Drucken Artikel versenden