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Bärbel Bohley

DDR-Opposition

geboren am 24. Mai 1945 in Berlin
gestorben am 11. September 2010 in Gehren/Uckermark

1963
Abitur, Lehre als Industriekauffrau,
Beschäftigung als Lehrausbilderin und im Kulturbereich

1969-1974
Studium der Malerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

1970
Sohn Anselm geboren

ab 1974
Freischaffende Malerin, nationale und internationale Ausstellungen, zwei Förderpreise

1979
Mitglied der Sektionsleitung und des Bezirksvorstandes Berlin des Verbandes Bildender Künstler (VBK)

1982
Protest gegen das Wehrdienstgesetz und Initiatorin einer Unterschriftensammlung dagegen,
Ausschluss aus dem Vorstand des VBK,
Mitbegründerin der Berliner Gruppe „Frauen für den Frieden“

Dezember 1983 – Januar 1984
Verhaftung, Ermittlungsverfahren wegen „Landesverräterischer Nachrichtenübermittlung“,
nach Protesten im In- und Ausland Freilassung ohne Prozess

ab 1984
Auslandsreiseverbot, Ausstellungs- und Auftragsboykott,
Private Keramikwerkstatt mit Katja Havemann

1985
Mitbegründerin der Initiative Frieden- und Menschenrechte, Mitherausgeberin und Autorin verschiedener Samisdat-Publikationen

1988
Januar: Verhaftung wegen der Solidarisierung mit den während der offiziellen Luxemburg-Liebknecht-Demonstration Festgenommenen, Ermittlungsverfahren wegen „Landesverräterischer Beziehungen“,
Februar: Abschiebung nach Großbritannien für sechs Monate,

1989
Initiatorin und Mitbegründerin des Neuen Forums

1990
Mai - Dezember: Mitglied der Stadtverordnetenversammlung von Ost-Berlin
September: Besetzung des Stasi-Akten-Archivs in der Berliner Normannenstrasse zusammen mit anderen Aktivisten. Diese Aktion führt letztendlich zur gesetzlich geregelten Einsicht in die Stasi-Unterlagen
November: Mitbegründerin der Robert-Havemann-Gesellschaft e. V., später langjähriges Beiratsmitglied

1990-1992
Initiatorin und Organisatorin des Runden Tisches von unten

1991
Mitarbeiterin der Gruppe „Neues Forum/Bürgerbewegung“ im Abgeordnetenhaus von Berlin,
Initiatorin von „Treuhand von unten“,
Dr.-Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um Menschenrechte,
Friedenspreis des Weltrates der Methodistischen Kirchen

1994
Spitzenkandidatin des Neuen Forums zur Europawahl

1995
Bundesverdienstkreuz

1995
Ordnungsstrafe wegen Beharrens auf dem Verdacht, dass Gregor Gysi ein Spitzel des MfS sei

1996
Mitbegründerin und Vorstandsmitglied des Bürgerbüros zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur,
Mitinitiatorin des Initiativkreises „Recht für Dietrich Bonhoeffer

1996-1999
zuerst für cap anamour, dann als EU-Beauftragte Tätigkeit in Sarajevo für die Rückkehr von Flüchtlingen und den Wiederaufbau der Kriegsgebiete

ab 1999
Bärbel Bohley ermöglicht Kindern kostenlose Ferien in ihrem Wohnhaus in Kroatien durch den von ihr gegründeten Verein Morsca Zvjiezda (Seestern). Die Ferienkindern kommen aus bosnischen Flüchtlingsfamilien oder sind Kriegswaisen. Bohley organisiert die Hilfe gemeinsam mit ihrem Mann Dragan Lukic. Den Lehrer aus Bosnien-Herzegowina hatte sie in Sarajevo geheiratet.

2000
Bärbel Bohley erhält den Deutschen Nationalpreis gemeinsam mit den anderen Erstunterzeichnern des Gründungsaufrufs des Neuen Forums "Aufbruch 89".

2006
Bärbel Bohley organisiert gemeinsam mit ihrem Mann in Bosnien das Projekt "Zisternen" für die Versorgung Bedürftiger mit Trinkwasser.


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