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„Wir protestieren“: Offener Brief der Berliner Künstler mit der Bitte um die Rücknahme der Ausbürgerung Wolf Biermanns vom 17. November 1976.

„Wir protestieren“: Offener Brief der Berliner Künstler mit der Bitte um die Rücknahme der Ausbürgerung Wolf Biermanns vom 17. November 1976.
„Wir protestieren“: Offener Brief der Berliner Künstler mit der Bitte um die Rücknahme der Ausbürgerung Wolf Biermanns vom 17. November 1976.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft

Abschrift:

Offener Brief

Erklärung der Berliner Künstler vom 17.11.1976

Wolf Biermann war und ist ein unbequemer Dichter.
Das hat er mit vielen Dichtern unserer Vergangenheit gemein. Unser sozialistischer Staat, eingedenk des Wortes aus Marxens "18. Bramair''
demzufolge die proletarische Revolution sich unablässig selbst kritisiere, müßte im Gegensatz zu anachronistischen Gesellschaftsformen eine solche Unbequemlichkeit gelassen nachdenkend ertragen können.
Wir identifizieren uns nicht mit jedem Wort und jeder Handlung Wolf Biermanns und distanzieren uns von den Versuchen, die Vorgänge um Wolf Biermann gegen die DDR zu mißbrauchen. Biermann hat selbst nie, auch nicht in Köln, Zweifel darüber gelassen, für welchen der beiden deutschen Staaten er, bei aller Kritik, eintritt.
Wir protestieren gegen seine Ausbürgerung und bitten darum, die beschlossene Maßnahme zu überdenken.

Christa Wolf
Sara Kirsch
Volker Braun
Gerhard Wolf
Rolf Schneider
Stefan Hermlin
Erich Arendt
Franz Fühmann
Stefan Heym
Jurek Becker
Günter Kunert
Heiner Müller

Zusatz: Wir erklären uns mit dem Protest der Berliner Schriftsteller vom 17.11.1976 gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann solidarisch:

Jutta Hoffmann
Rolf Ludwig
Robert Havemann
Katharina Thalbach
Käte Reichelt
Christian Kunert
Manfred Krug
Nina Hagen
Sybille Havemann
Ulrich Plenzdorf
Eva-Maria Hagen
Klaus Schlesinger
Bettina Wegner
Fritz Rudolf Fries
Gisela May
Thomas Brasch
Christiane Ufels
T.K. Tragelehn
Peter Hermann
H.-J. Schädlich
von der Renft-Gruppe
Kurt Bartsch
Thomas Schoppe
Wassja Götze
Erika u. Jürgen Böttcher
Hilmar Thate
Gerulf Pannach
Angelika Domröse
Jürgen Fuchs

nicht zum Brief gehörend:
Die Veröffentlichung dieses Briefes in westlichen Massenmedien war nicht geplant. Wahr ist, daß er an Erich Honecker und der Redaktion des "Neuen Deutschland" mit der Bitte um Veröffentlichung übergeben worden ist.

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