Christian Halbrock

Christian Halbrock

DDR-Interner Link: Opposition

geb. am 24.10.1963 in Crivitz bei Schwerin

Er wächst in einer Pfarrersfamilie in Mecklenburg auf.

1980
wird ihm die Zulassung zum Abitur verweigert. Er beginnt deshalb eine Ausbildung zum Elektromonteur im Interner Link: Volkseigenen Betrieb Schiffselektronik in Rostock. Weil er sich weigert, den „Schwerter zu Pflugscharen“-Aufnäher von seinem Parka zu entfernen, wird ihm Berufsschulverbot erteilt. So kann er zunächst nur den praktischen Teil seiner Ausbildung fortsetzen, die anstehenden Theorieprüfungen bleiben ihm verwehrt, da er nicht bereit ist, Kompromisse einzugehen. Erst als das Interner Link: Ministerium für Staatssicherheit bei einer Befragung den Parker samt Aufnäher beschlagnahmt, wird das Berufsschulverbot aufgehoben. Nach Abschluss seiner Lehre bekommt er keinen Arbeitsplatz. Er wird zunächst in einer kirchlichen Einrichtung in Lobetal bei Berlin als Hilfspfleger tätig.

1982
knüpft er erste Kontakte zu kirchlichen Umweltkreisen. Er ist unter anderem an Aktionen gegen den Bau einer Autobahn bei Schwerin und gegen die Umweltverschmutzung durch die Chemiewerke in Wolfen und Bitterfeld beteiligt. Dafür wird er mehrere Male verhaftet.

1983
zieht er nach Berlin Prenzlauer Berg in ein besetztes Haus. Er arbeitet auf einem Friedhof, bei der Volkssolidarität und schließlich in einem kirchlichen Buchladen.

1986
gründet er den Interner Link: Friedens- und Umweltkreis der Pfarr- und Glaubenskirche in Berlin-Lichtenberg mit, ein Vorläufer der im September zusammen mit Interner Link: Wolfgang Rüddenklau und Carlo Jordan gegründeten Umwelt-Bibliothek (UB). Bis zum Herbst 1989 ist er in der UB aktiv und Mitglied im Gemeindekirchenrat der Interner Link: Zionsgemeinde.

1993 bis 1998
Studium der Geschichte und Ethnologie an der Humboldt-Universität Berlin

1999-2002
Stipendiat der Ernst-Böckler-Stiftung

2004
promoviert er über „Berufsständische Autonomie im vormundschaftlichen Staat? Die evangelischen Pfarrer der Kirche Berlin-Brandenburgs 1945-61 im ostmitteleuropäischen Vergleich“ bei Prof. Hartmut Kaelble. Er ist Vorstandsmitglied und später Vorstandsvorsitzender des Interner Link: Bürgerkomitees 15. Januar e. V.

2007-2021
wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU)

Fussnoten

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