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Arbeiter- und Bauern- Fakultät (ABF)

In der Sowjetisch Besetzten Zone (SBZ, ab 1949: DDR) stellt sich nach dem Krieg ein Mangel an Akademikern ein. Zu den Gründen zählt die rigorose Entnazifizierung, aber auch die Verfolgung „bürgerlicher Ansichten“ z.B. bei Wissenschaftlern, Ingeneuren oder Lehrern. Hinzu kommt die ideologische Überfremdung der Forschung, die zu einer Auswanderungswelle in die Bundesrepublik führen. Um diesem Mangel zu begegnen, aber auch, um das bürgerliche Bildungsmonopol zu brechen, werden die ABF gegründet. Hier können jüngere, vom Bildungssystem der NS-Zeit benachteiligte Menschen die Hochschulreife nachholen, was zunächst dankbar angenommen wird. Die Hoffnung der Herrschenden, mit diesem Angebot einen Stamm besonders staatstreuer Kader heranzuziehen, erfüllt sich jedoch nicht.
Bis auf zwei ABF (Freiberg und Halle) werden die Einrichtungen zwischen 1962 und 1966 aufgelöst, da die Oberschulen in der DDR ihre Schüler in zunehmendem Maße selbst nach politischen und sozialen Selektionskriterien zusammenstellen.


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