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Klaus-Dieter Boost

Fluchthelfer

geboren am 22. Februar 1955 in Eisleben

Ab seinem zweiten Lebensjahr verbringt Klaus-Dieter Boost seine Kindheit in verschiedenen Kinderheimen.

1970
verlässt er die Schule in Bernburg nach der achten Klasse, beginnt eine Lehre zum Eisenbahnbautechniker und arbeitet anschließend im VEB Gleisbaubetrieb Bitterfeld.

1973
kündigt er, zieht nach Sangerhausen und arbeitet als Hausmeister in einem Kino. Er findet Freunde in der Jungen Gemeinde und lernt zum ersten Mal eine alternative Jugendkultur kennen. Bei der Musterung verweigert er den Dienst an der Waffe aus pazifistischen Gründen, wird aber als Bausoldat nicht mehr eingezogen.

1975
zieht Boost in eine Wohngemeinschaft nach Jena und arbeitet als Berufskraftfahrer im Bereitschaftsdienst der Universität. Er hat Kontakt zur oppositionellen Szene, unter anderem zur Jungen Gemeinde, aber auch zu vielen alternativen Künstlern und Literaten.

1978
stellt er wie viele seiner Freunde und Bekannten einen Ausreiseantrag. Er hofft auf ein freies, selbstbestimmteres Leben im Westen, wenngleich er die Bundesrepublik nicht für das bessere System hält.

1981
Im April plant er gemeinsam mit einem Freund die Flucht zu Fuß über den Grenzzaun bei Werningerode/Schierke im Harz. Kurz vor dem Aufbruch bekommt Boost den Bescheid, dass sein Ausreiseantrag bearbeitet wird, und bricht den Plan ab. Im Sommer kann er nach West-Berlin ausreisen und findet Arbeit als Lkw-Fahrer.

1982
gelingt es ihm, einen befreundeten Medizinstudenten aus Jena mit seinem Auto, einer alten Ente, an einer vereinbarten Stelle auf der Transitautobahn abzuholen, hinter der Rückbank im Kofferraum zu verstecken und unbemerkt über die Grenze bei Eisenach zu schmuggeln.

1983
zieht Boost nach Gelsenkirchen um, weil er fürchtet, die Stasi könne von seiner Fluchthilfe erfahren. Dort holt er auf dem zweiten Bildungsweg sein Abitur nach.

1987
beginnt er ein Fotodesign-Studium an der Fachhochschule in Dortmund.

1994
kehrt er nach Berlin zurück und arbeitet als Hausmeister, nebenbei fotografiert er.


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