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Fliegende Papiere

1987 verteilen die Initiatoren des ersten Kirchentags von Unten so genannte Fliegende Papiere, bestehend aus ein bis drei Seiten.

Ende April erscheint das erste: Es wird während der Synode der Berlin-Brandenburger Kirche von der Empore geworfen. In diesem, wie auch in den weiteren neun Papieren, wird die zunehmende Anpassung der Kirchenleitung von Berlin-Brandenburg an den Staat angegriffen, die Finanzierung von Protzbauten wie dem Berliner Dom hinterfragt und ein Konzept einer neuen Kirche dargelegt. Die Gruppe wünscht sich eine Kirche, die tatsächlich die Interessen ihrer Mitglieder vertritt beziehungsweise die Mündigkeit ihrer Mitglieder fördert und zum Motor einer gesellschaftlichen Erneuerung wird.

Hintergrund des Protests ist die 750-Jahr-Feier Berlins, die der Staat ohne Störungen durchführen möchte. Die Kirchenleitung Berlin-Brandenburgs nimmt auf diesen Wunsch Rücksicht, verbietet den oppositionellen Gruppen die Friedenswerkstatt 1987 und schließt sie mehr oder weniger vom offiziellen Kirchentag aus. Der findet zum ersten Mal seit 1961, ebenfalls im Jubiläumsjahr, in Berlin statt.

Dem offiziellen Kirchentag setzen die Gruppen jedoch ein Gegenprogramm entgegen: Ein Kirchentag von Unten wird geplant. Dieser findet parallel zum offiziellen Kirchentag im Juni 1987 statt. Im September 1987 gründet sich die Gruppe Kirche von Unten.


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