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Biografie Uta Ihlow

geb. am 26. September 1965 in Ost-Berlin

Sie wächst in Berlin-Weißensee auf. Weder antisozialistisch noch antichristlich erzogen, soll sie auf Wunsch der Eltern mit sieben Jahren die außerschulische Christenlehre besuchen. Dies führt zu schulischen Konflikten, sodass sie – im Gegensatz zu ihren Brüdern – die Christenlehre abbricht. Zu einem Schlüsselerlebnis wird ein Vorfall in der neunten Klasse: Mitschüler schreiben mit riesigen Buchstaben „Schwerter zu Pflugscharen“ an die Turnhalle. Die Stasi kommt, sammelt die Hefte ein, um Schriftproben zu nehmen, und verhört die 15-Jährigen ohne Wissen ihrer Eltern.

1982
absolviert sie eine Ausbildung zur Bibliotheksfacharbeiterin an der Humboldt-Universität und ist dort bis 1988 in der Bibliothek der Sektion Biologie tätig.

1983
stellt ihr damaliger Freund Thomas Klobe nach sieben Monaten Haft einen Ausreiseantrag und geht in die Bundesrepublik. Er gehört zu den Jugendlichen, die beim Bemalen des Fußgängertunnels an der Storkower Straße in Berlin-Lichtenberg erwischt und inhaftiert wurden. Uta Ihlow trifft ihren Freund über die Jahre hinweg nur in der Tschechoslowakei und in Ungarn.

1985
stellt sie einen Heiratsantrag, um zu ihrem Freund ausreisen zu dürfen.

1986
trifft Uta Ihlow sich mit ihrem Freund bei einem Jazzfestival in Ungarn. Dort begegnet sie einigen Leuten aus der Umwelt-Bibliothek (UB) Berlin, darunter Carlo Jordan. Dieser fragt sie, ob sie die Bibliothek der UB mit aufbauen und betreuen möchte. Und das tut sie in der Folgezeit mit großem Engagement.

1987
wird sie am 25. November bei der Aktion "Falle“ in der UB verhaftet.

1988
im Januar zieht sie den Ausreiseantrag zurück. Bis 1989 arbeitet sie in der Bibliothek, Redaktion, Galerie und als Druckerin der UB.

1990
ist sie Mitgründerin des Druckereikollektivshinkelsteindruck, wo unter anderem die Zeitschriften telegraph und Horch und Guck gedruckt werden.

1994
betätigt sie sich für das Netzwerk Spielkultur in Berlin und druckt dessen Kinder- und Jugendzeitung. Danach arbeitet sie auf ABM-Stellen im Matthias-Domaschk-Archiv und drei Jahre lang als Siebdruckerin.

2001-2004
Restaurierungsassistentin


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