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Protokoll der Parteiaktivtagung des MfS vom 30. November 1956. Gustav Szinda, Leiter der Hauptabteilung VII des MfS, spricht über die Jugend. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft (BStU-Kopie), Seite 2 von 2
Protokoll der Parteiaktivtagung des MfS vom 30. November 1956. Gustav Szinda, Leiter der Hauptabteilung VII des MfS, spricht über die Jugend. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft (BStU-Kopie), Seite 2 von 2


Abschrift:

Protokoll der Parteiaktivtagung des MfS vom 30. November 1956. Gustav Szinda, Leiter der Hauptabteilung VII des MfS, spricht über die Jugend.


VIII/1

Einige Worte noch zur Jugendfrage. Ich bin mir heute noch nicht klar über unsere Jugend. Ich habe schon versucht Bücher zu lesen usw. aber ich komme noch nicht ganz klar.
Wenn ich jetzt von einer Fernsehsendung spreche – denn ich habe auch einen Fernsehapparat – da haben Jugendliche vom Fernsehefunk eine Veranstaltung durchgeführt, das Thema hieß Jazzoper ?? .
Das war klassische Musik und Jazz. Mit was für einer Schmutzigkeit so ein jugendlicher Funktionär über die klassische Musik spricht und den Jazz verherrlicht, da kommt mir das Kaffeewasser hoch. Ich bin auch jung gewesen, wir haben gesungen, schöne Arbeiterlieder gesungen und wir waren stolz auf unsere Musik. Die deutsche Musik ist eine herrliche Musik.
Das darf aber nicht so sein, daß die klassische Musik von diesen jungen Menschen durch den Kakao gezogen wird.
Dies ist auch eine Aufgabe für unsere Parteiarbeit, hier müssen wir erzieherisch einwirken.
Man soll meines Erachtens die Jugend weniger für diesen Unsinn beeinflussen, sondern mehr für die Aufgaben, wenn die Alten abtreten, daß es die Jungen es besser machen, den Kommunismus aufzubauen.
Genossen! Wenn wir die Ausführungen des Gen. Milke uns zu Herzen nehmen und alles in unsere Grundorganisationen hineintragen, dann werden wir wirklich ein eisernes Kollektiv bilden. Nun noch zu einer Frage, die zur Zeit sehr stark auftaucht. Gegen den Gen. W. Ulbricht und verschiedene andere Genossen werden Hetzreden geführt. Dies dürfen wir nicht zu_lassen. Das ist der Kampf des Gegners, um die Einheit der Partei zu spalten, erst Walter Ulbricht, dann Grotewohl, dann Matern usw.
Ich möchte jetzt ein Beispiel eines parteilosen Arbeiters anführen.

VIII/2
Ein parteiloser Arbeiter hat einen Rotzjungen zusammengehauen, weil er Walter Ulbricht und unseren Präsidenten angegriffen hat. Das ist ein Vorbild.
Ein anderes Beispiel, ein Kriminalist hörte in der Friedrichstraße, daß ebenfalls von einer Person Walter Ulbricht angegriffen wurde. Hinzu kamen Arbeiter, die sich erkundigten, was von der Person geäußert wurde.
Der Kriminalist erklärte, daß er unseren Staatspräsidenten und Walter Ulbricht beleidigt hätte. Die Arbeiter haben ihn dann ebenfalls zusammengehauenu und fertig gemacht. Unsere Arbeiterklasse weiß was sie will. Man muß sie nur richtig verstehen.
Wenn wir nun verstehen, unsere Arbeit so zu organisieren und eine Klarheit zu schaffen, dann ist uns nicht bange um die Zukunft.


Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft (BStU-Kopie)

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