Roland Jahn
Roland Jahn wird am 8. Juni 1983 gegen seinen Willen ausgebürgert und mit Gewalt in die Bundesrepublik abgeschoben. In Knebelketten zum Grenzübergang Probstzella gebracht, sperrt man ihn in ein Zugabteil, das erst in der Bundesrepublik vom Schaffner geöffnet wird.
Roland Jahn während seiner Studentenzeit in Jena (1975).
Studienbuch von Roland Jahn (1975).
Studienbuch von Roland Jahn (1975).
Antrag auf Exmatrikulation Roland Jahns durch seine Seminargruppe (1977).
„Weil er gröblich gegen die Studiendisziplin verstoßen hat“: Studienbuch von Roland Jahn mit dem Vermerk über die Exmatrikulation (1977).
Keinesfalls mundtot gemacht: Mithilfe dieser Protestpostkarte macht Roland Jahn auf das gegen ihn verhängte Berufsverbot aufmerksam.
Entlarvung der Diktatur: Roland Jahn schminkt sich 1982 als Hitler/Stalin. Im Bild: Postkartenaktion zum 1. Mai 1982.
Die Stasi observiert und fotografiert Roland Jahn (April 1982).
Roland Jahn (links) und Andreas Friedrich in Jena Anfang 1980er Jahre.
Dieses Solidarnosc-Fähnchen hat Roland Jahn an seinem Fahrrad hängen (1982). Wochenlang fährt Roland Jahn mit dem Fähnchen an seinem Fahrrad durch
Jena. Am 1. September 1982 um 7.10 Uhr, wird er verhaftet.
Wegen der angeblichen Herabwürdigung von staatlichen Symbolen wird am 2. September 1982 der Haftbefehl gegen Roland Jahn erlassen.
Nach fünf Monaten Untersuchungshaft wird Roland Jahn am 20. Januar zu 22 Monaten Freiheitsstrafe wegen „öffentlicher Herabwürdigung der
staatlichen Ordnung“ und „Missachtung staatlicher Symbole“ verurteilt. Nach internationalen Protesten gegen seine Inhaftierung – und die weiterer Jenenser Oppositioneller – wird er zwei Monate später vorzeitig entlassen und widerruft seinen Ausreiseantrag, den er im Gefängnis gestellt hat.
Urteil gegen Roland Jahn vom 20. Januar 1983.
Urteil gegen Roland Jahn vom 20. Januar 1983.
Urteil gegen Roland Jahn vom 20. Januar 1983.
Urteil gegen Roland Jahn vom 20. Januar 1983.
Urteil gegen Roland Jahn vom 20. Januar 1983.
Urteil gegen Roland Jahn vom 20. Januar 1983.
Roland Jahn im Februar 1983 kurz nach seiner Haftentlassung bei einer Wanderung in den Jenaer Bergen.
Roland Jahn auf der Demonstration anlässlich des Jahrestages der Bombardierung Jenas, 18. März 1983.
Roland Jahn mit einem zerstörten Transparent auf der Demonstration zum Pfingstreffen der FDJ, 19. Mai 1983.
Stasichef Erich Mielke genehmigt am 6. Juni 1983 die Abschiebung Roland Jahns.
Stasichef Erich Mielke genehmigt am 6. Juni 1983 die Abschiebung Roland Jahns.
Stasichef Erich Mielke genehmigt am 6. Juni 1983 die Abschiebung Roland Jahns.
Roland Jahn illegal auf dem Alex. Nach seiner gewaltsamen Zwangsabschiebung und Ausbürgerung im Juni 1983 hat Roland Jahn Einreiseverbot in die DDR.
Im April 1985 gelingt es ihm jedoch, über den Ostberliner Transitflughafen Schönefeld unbemerkt in die DDR einzureisen. Er trifft sich dort mit Oppositionellen und besucht auch seine Heimatstadt Jena.
Illegal zu Hause: Roland Jahn besucht während seines heimlichen Aufenthalts in der DDR auch seine Heimatstadt Jena (April 1985).
April 1985, Nordfriedhof von Jena: Roland Jahn besucht während seines illegalen Aufenthalts in der DDR auch das Grab von Matthias Domaschk. Den Kranz
hat Gerold Hildebrand für ihn gekauft und bereits aufs Grab gelegt.
Bei seinem illegalen Aufenthalt in der DDR im April 1985 macht Roland Jahn einen Abstecher nach Graitschen, einem Dorf in der Nähe Jenas, in dem der
Bildhauer Michael Blumhagen wohnte. Sein Haus war ein Treffpunkt für Oppositionelle aus Jena, bevor es im Juli 1982 im Auftrag des MfS abgerissen wurde.
Das MfS verfolgt Roland Jahn auch in West-Berlin.
Das MfS verfolgt Roland Jahn auch in West-Berlin.
Roland Jahn am 26. Januar 1988 bei Lektüre des Neuen Deutschland, dem Zentralorgan der SED.
Der Arm des gefürchteten DDR-Staatssicherheitsdienstes reichte bis über die Mauer. Observationsfoto des Wohnhauses von Roland Jahn in der Görlitzer
Straße in West-Berlin.
Der Arm des gefürchteten DDR-Staatssicherheitsdienstes reichte bis über die Mauer. Observationsfoto des Wohnhauses von Roland Jahn in der Görlitzer
Straße in West-Berlin.
Fahndungskartei des MfS zu Roland Jahn, Juli 1988.
Fahndungskartei des MfS zu Roland Jahn, Juli 1988.
Am 23. November 1989 wird das Ermittlungsverfahren gegen Roland Jahn eingestellt. Im Herbst 1989 gibt es keine gesellschaftlichen Interessen mehr an
einer Bestrafung.
Roland Jahn und Wolf Biermann am 2. Oktober 2010 in der "Open-Air-Ausstellung Friedliche Revolution 1989/1990" auf dem Alexanderplatz in Berlin.
Roland Jahn, 2010.
Kurzauskunft des MfS zu Roland Jahn vom 20. Januar 1988.
Kurzauskunft des MfS zu Roland Jahn vom 20. Januar 1988.
Probstzella, Frühjahr 1983. Roland Jahn wird am 8. Juni 1983 gegen seinen Willen ausgebürgert und mit Gewalt in die Bundesrepublik abgeschoben. In Knebelketten zum Grenzübergang Probstzella gebracht, sperrt man ihn in ein Zugabteil, das erst in der Bundesrepublik vom Schaffner geöffnet wird. Dabei will Roland Jahn die DDR nicht verlassen, sondern sie verändern. Fantasievoll prangert er in Einzelaktionen Ungerechtigkeiten an und bringt sie mithilfe der westlichen Medien an die Öffentlichkeit.
Nachdem er 1977 wegen seiner Proteste gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns von der Universität Jena geworfen wird, geht er mit einem leeren weißen Plakat auf die offizielle Kundgebung zum 1. Mai. Alle, die das Plakat sehen, verstehen die Botschaft: Ich darf meine Meinung nicht sagen, aber die
Am 1. September 1982 wird er verhaftet, weil er eine polnische Flagge mit dem Schriftzug der verbotenen polnischen Gewerkschaft
Nach sechs Monaten Untersuchungshaft wird er zu 22 Monaten Freiheitsstrafe wegen „
Die erste Zeit in West-Berlin ist schwer, er will in die DDR zurück und weigert sich zunächst, den Pass der Bundesrepublik anzunehmen. In die DDR darf er offiziell nicht mehr einreisen. Erst bei einer illegalen Reise nach Jena 1985 wird ihm klar, dass seine Heimatstadt nicht mehr so ist wie in seiner Erinnerung. Alle seine Freunde sind weggezogen oder ausgewiesen.
Roland Jahn engagiert sich nun von der Bundesrepublik aus. Er wird in West-Berlin neben
Biografische Angaben zu Roland Jahn finden sie im
Lange Haare, Jeans und Beatmusik – Roland Jahn will seinen Idolen aus dem Beat Club nacheifern. Doch die Partei bestimmt auch über Frisur und Kleidung. Er begreift, dass der Staat Gegner unterdrückt.
Mich haben natürlich die West-Sender geprägt. Ich habe mich an dem orientiert, was in den West-Sendern gespielt wurde. Das war
Der Lehrer kam und hat gesagt: ´So umdrehen, Haarlänge zeige`. Das habe ich nicht gut gefunden, mein Gerechtigkeitsgefühl war da gebrochen, und ich habe mich zur Wehr gesetzt. An der Oberschule bin ich, als es einen Freund von mir getroffen hat, der wegen langer Haare vom Schuldirektor zum Friseur geschickt wurde, da bin ich nach Berlin gefahren, zum Volksbildungsministerium und habe mich beschwert. Ich habe gesagt: ´Das ist kein Zustand. Das kann nicht sein, dass man wegen seiner langen Haare aus dem Unterricht genommen wird`. Ich habe meine Beschwerde dort vorgetragen und das Ergebnis war, dass wir an der Schule lange Haare tragen durften.
Dann bin ich zum Grundwehrdienst gezogen worden. Grundwehrdienst war bei mir zufällig Bereitschaftspolizei. Das waren diejenigen, die im Inneren der DDR für Ordnung eingesetzt worden sind, aber als ganz normale Soldaten. Ich wusste damals noch nicht, dass es
Roland Jahn, Zeitzeuge auf www.jugendopposition.de
Produktion: 2004
Spieldauer: 3 Min.
© 2004 Robert-Havemann-Gesellschaft & Bundeszentrale für politische Bildung
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350