Andreas Friedrich

Andreas Friedrich

Redaktion

In der DDR gibt es in den 1970er Jahren eine gut vernetzte Tramperszene, zu der auch Andreas Friedrich gehört. Er trampt quer durch die Republik, zu Konzerten oder um Freunde zu besuchen.

DDR, 1970er Jahre. In dieser Zeit gibt es eine gut vernetzte Tramperszene, zu der auch Andreas Friedrich gehört. Er trampt quer durch die Republik, zu Konzerten oder Freunden. Der Staat beobachtet und bespitzelt die jungen Tramper nicht nur wegen ihres unangepassten Aussehens mit langen Haaren und Jeans. Der DDR-Obrigkeit ist das Protestpotenzial dieser Gruppe bewusst, weil sie nicht nur feiert und trinkt, sondern sich auch über Veränderungen in der Gesellschaft Gedanken macht.

1982 kommt Andreas Friedrich nach Jena und beteiligt sich an den Aktionen der Interner Link: Friedensgemeinschaft (FG) Jena. An der Demonstration zum Pfingstreffen der Interner Link: Freien Deutschen Jugend am 19. Mai 1983 erscheint der 24-Jährige zusammen mit anderen Mitgliedern der FG Jena mit eigenen Transparenten. Auf seinem Transparent steht: „Schwerter zu Pflugscharen“, der wichtigste Slogan der Interner Link: Friedensbewegung in der DDR. Die FG Jena fotografiert ihre Aktionen, verbreitet die Bilder in der DDR und der Bundesrepublik. Dieser Schritt in die Öffentlichkeit soll andere animieren, es ihr gleichzutun und dient außerdem dem eigenen Schutz.

Der Staat will die FG Jena loswerden. Mit der Aktion "Interner Link: Gegenschlag“ wächst der Druck der Interner Link: Staatssicherheit auch auf Andreas Friedrich und seine Familie. Die Stasi droht, ihm die Kinder wegzunehmen und in ein Heim zu stecken. Außerdem steht Andreas Friedrich eine Haftstrafe wegen Totalverweigerung des Wehrdienstes bevor. Als er im August 1983 schließlich einen Interner Link: Ausreiseantrag für seine Familie und sich stellt, wird dieser noch am selben Tag genehmigt. Die Friedrichs sollen innerhalb von 48 Stunden ausreisen. Eine Woche kann Andreas Friedrich noch zum Packen und Abschiednehmen aushandeln, dann muss er mit seiner Familie über den Grenzübergang Berlin-Friedrichstraße ausreisen.

Die erste Zeit in West-Berlin ist für ihn furchtbar: ein Leben wie in einem „Westpaket“. Außerdem versteht er sich nicht als Exilant, wie viele der anderen ausgereisten Jenenser. Vielmehr möchte er ankommen und einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Das gelingt ihm erst nach dem Umzug nach Lörrach in Süddeutschland. Dort ist Jena unendlich weit weg.

Biografische Angaben zu Andreas Friedrich finden sie im Interner Link: Personenlexikon.

Fussnoten

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