Michael Heinisch-Kirch
Michael Heinisch-Kirch arbeitet als Sozialdiakon und hat den Schlüssel zu Erlöserkirche in Berlin-Lichtenberg. Diese steht, dank ihm, Ende 1980er Jahre vielen Oppisitionellen für ihre Veranstaltungen offen.
Michael Heinisch 1966 als zweijähriger beim Spielen mit einem Teddy.
Michael Heinisch (rechts) als Kleinster von fünf Geschwistern.
Aufnäher der DDR-Friedensbewegung.
Skulptur von Mitgliedern des Freundeskreises Wehrdiensttotalverweigerer. Diese schlossen ihre Wehrpässe in Kunstharz ein, weil sie diese, laut
eigener Aussage, nicht mehr benötigten. Die Skulptur befindet sich heute im Archiv der DDR-Opposition der Robert-Havemann-Gesellschaft.
Michael Heinisch (links) zusammen mit Dirk Moldt 1988 in den Räumen der Erlösergemeinde.
Die 1988 kritischer werdende Berichterstattung in den Kirchenzeitungen veranlasst staatliche Stellen, immer wieder ganze Artikel zu verbieten. Am 10.
Oktober 1988 protestieren Bürgerrechtler in Ost-Berlin gegen die staatliche Zensur. Sicherheitskräfte schreiten ein und nehmen viele der Demonstranten fest. Mit dabei ist auch Michael Heinisch (2. v. r.).
7. Juni 1989: Demo gegen den Wahlbetrug vor der Sophienkirche in Ost-Berlin.
Am siebenten jedes Monats demonstrieren Bürgerrechtlerinnen und Bürgerrechtler gegen die gefälschte Kommunalwahl vom 7. Mai 1989. Die jungen Leute
pfeifen auf die Wahl und wollen das durch den Einsatz von Trillerpfeifen auf dem Berliner Alexanderplatz zeigen. Die Aktion endet mit zahlreichen Zuführungen, Seite 1.
Am siebenten jedes Monats demonstrieren Bürgerrechtlerinnen und Bürgerrechtler gegen die gefälschte Kommunalwahl vom 7. Mai 1989. Die jungen Leute
pfeifen auf die Wahl und wollen das durch den Einsatz von Trillerpfeifen auf dem Berliner Alexanderplatz zeigen. Die Aktion endet mit zahlreichen Zuführungen, Seite 1.
Am siebenten jedes Monats demonstrieren Bürgerrechtlerinnen und Bürgerrechtler gegen die gefälschte Kommunalwahl vom 7. Mai 1989. Die jungen Leute
pfeifen auf die Wahl und wollen das durch den Einsatz von Trillerpfeifen auf dem Berliner Alexanderplatz zeigen. Die Aktion endet mit zahlreichen Zuführungen, Seite 2.
Michael Heinisch und andere Oppositionelle wollen dem chinesischen Botschafter am 22. Juni 1989 einen Protestbrief übergeben. Sie werden schon nach
wenigen Metern von der Polizei aufgehalten. Während der Zuführungen kommt es zu Misshandlungen. Im Anschluss verfassen die Oppositionellen einen Augenzeugenbericht, Seite 1.
Michael Heinisch und andere Oppositionelle wollen dem chinesischen Botschafter am 22. Juni 1989 einen Protestbrief übergeben. Sie werden schon nach
wenigen Metern von der Polizei aufgehalten. Während der Zuführungen kommt es zu Misshandlungen. Im Anschluss verfassen die Oppositionellen einen Augenzeugenbericht, Seite 2.
Aufruf des Freundeskreises Wehrdiensttotalverweigerer zum Trommelfasten in der Erlöserkirche in Berlin-Lichtenberg, unterschrieben u. a. von Michael
Heinisch-Kirch.
Klagegottesdienst in der Samariterkirche nach dem Massaker auf dem Platz des himmlischen Friedens. An der Gitarre Michael Heinisch-Kirch.
In einer öffentlichen Sitzung wählt die Volkskammer am 24. Oktober 1989 Egon Krenz zum neuen Staatsratsvorsitzenden und damit zum Nachfolger von
Erich Honecker. Krenz gilt in der Bevölkerung aber als Kronprinz Honeckers und als völlig ungeeignet, eine echte Demokratisierung der DDR in Gang zu bringen. Am Abend demonstrieren über 12.000 meist junge Menschen in der Ostberliner Innenstadt gegen die Wahl von Egon Krenz. Michael Heinisch-Kirch (links) und sein Freund Stephan Müller (rechts) tragen ein Transparent mit der Aufschrift „Egon denk, nicht lenk!“.
Die Besetzerinnen und Besetzer der ehemaligen Stasi-Zentrale in der Normannenstraße haben alle Parteien und Fraktionen der Volkskammer und des
Bundestages in einem offenen Brief aufgefordert, "die Interessen der Aktenopfer zu vertreten, anstatt vorschnelle Entscheidungen zu treffen". Die Besetzer verdeutlichen auf einer Pressekonferenz im ehemaligen Stasi-Objekt, dass die Informationen über sechs Millionen Bürger beispielsweise vor dem Zugriff fremder Geheimdienste geschützt werden müsse. Von links nach rechts: Michael Heinisch, Hagen Thiel, Ralph Skörries, Stephan Müller, Reihnard Schult, unbekannt, Stephan Konopatzky, Wolfram Kempe, Bärbel Bohley, Andreas Schreier, Ingrid Köppe, unbekannt, Frank Ebert, Christian Halbrock.
Michael Heinisch (links) sowie andere Bürgerrechtler und Bürgerrechtlerinnen bei einer Presseerklärung anlässlich der Besetzung der ehemaligen
Stasi-Zentrale in Berlin im September 1990.
Unterschriftenliste der Besetzerinnen und Besetzer der ehemaligen Stasi-Zentrale vom 5. September 1990.
Bürgerrechtlerinnen und Bürgerrechtler geben zur Besetzung der ehemaligen Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg im September 1990 eine
Pressekonferenz. Am Tisch sitzend, von links nach rechts: Michael Heinisch, Wolfram Kempe, Bärbel Bohley, Hagen Thiel, Reinhard Schult, unbekannt, unbekannt, unbekannt, Wolfgang Ullmann.
Michael Heinisch Kirch bei seinem Interview am 29. November 2021 in den Räumen der Robert-Havemann-Gesellschaft e. V.
In Frankfurt/Oder, das in direkter Nähe zur polnischen Grenze liegt, leben viele Angehörige der Grenztruppen der DDR mit ihren Familien. Der 1964 geborene Michael Heinisch, wie er damals heißt, ist als Pfarrerskind bei den Eltern seiner Freunde nicht gerne gesehen und darf viele deshalb nicht zu Hause besuchen. Anders verhält es sich in seinem eigenen Elternhaus. Als Pfarrhaus steht es allen offen und Oppositionelle aus der ganzen Stadt treffen sich dort, um zu diskutieren.
"Ein Freund, von dem man seinen Eltern zu Hause nicht erzählen durfte"
Michael Heinisch ist auf Grund seines christlichen Hintergrunds nicht Teil der DDR-Jugendorganisationen. Anders als seine Mitschülerinnen und Mitschüler nimmt er nicht an den Treffen von Jungpionieren und der
Freunde und Gleichgesinnte findet Michael Heinisch in der
"Dienst an der Waffe? – Nicht für diesen Staat!"
Die Möglichkeit den Wehrdienst zu verweigern ist in der DDR nicht vorgesehen. Jeder männliche DDR-Bürger soll einen Beitrag zur Verteidigung seines sozialistischen Vaterlandes leisten. Michael Heinisch sieht nicht ein, sich für das Land einzusetzen, dessen Vertreter ihn drangsalieren und auf Grund seiner Meinung unterdrücken. Auch der Dienst als
Später schließt sich Michael Heinisch dem
"Wenigstens ein Gebet muss doch abgedruckt werden dürfen!"
1983 beginnt Michael Heinisch der bei der Stephanus-Stiftung in Berlin-Weißensee eine kirchliche Ausbildung zum Sozialdiakon. Durch diese Arbeit kommt Michael Heinisch mit vielen unangepassten Jugendlichen in Kontakt. Darunter Skinheads,
Im Oktober 1988 nimmt Michael Heinisch erstmals an einer Demonstration teil. Grund dafür ist, dass nach Prüfung der Nummer 40/88 der regionalen Kirchenzeitung für Berlin-Brandenburg "Die Kirche", durch das DDR-Presseamt zwei vermeintlich staatskritische Gebete nicht veröffentlicht werden dürfen. Aus Protest gegen die staatlichen Streichungen bleiben diese Stellen in der neuesten Ausgabe leer. Damit ist die
OV "Protestant"
Eines Tages überrascht Michael Heinisch einen
Durch seine Arbeit als Jugenddiakon in Berlin-Lichtenberg hat Michael Heinisch Zugang zu einer Druckmaschine, einen eigenen Dienstwagen und einen Schlüssel zu den Räumen der
Mit dem
Noch im Herbst 1989 beschließt Michael Heinisch, sich zukünftig vorrangig auf die sozialdiakonische Arbeit zu konzentrieren und engagiert sich seitdem in diesem Bereich.
Biografische Angaben zu Michael Heinisch finden sie im
Als Kind eines Pfarrers und einer Kantorin wächst Michael Heinisch in Frankfurt/Oder auf. Einerseits ist die Familie anerkannt, anderseits ist man Außenseiter.
Ich bin in Frankfurt an der Oder groß geworden. Ich kenne das noch aus meiner frühesten Kindheit. Ich bin ein Kind von einem Pfarrer und einer Kantorin. Kantoren sind die, die in der Kirche mal die Musik machen, Orgel spielen und so was. Und wir waren in der DDR einerseits hoch anerkannt, weil die Bevölkerung sich immer an den Pfarrer wenden kann. Andererseits ausgegrenzt. Wir wissen, Karl Marx hat gesagt: Religion ist Opium fürs Volk.
Produktion: 2021
Spieldauer: 2 Min.
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350