Doris Liebermann
Am 18. November 1976 sprechen die Mitglieder der Jungen Gemeinde Jena-Stadtmitte über die Ausbürgerung Wolf Biermanns. Die Jugendlichen sind sich einig, dass man irgendetwas gegen diese staatliche Willkür tun muss.
Doris Liebermann (rechts) beim Fasching in einem kirchlichen Heim circa 1972/73.
Wanderung der Jungen Gemeinde Stadtmitte 1975 ins Pennekental.
Fete bei Joachim Dömel in Jena, November 1975.
Wanderung in der Umgebung von Jena circa 1975/76.
Doris Liebermann und Thomas Auerbach in Rumänien 1976.
Einige ostdeutsche Künstler kritisieren in einem offenen Brief die Ausbürgerung Biermanns. Doris Liebermann lässt sich den Text von Biermanns
Freund Jürgen Fuchs am Telefon diktieren und vervielfältigt ihn auf der Schreibmaschine. Das Kohlepapier, das sie zur Vervielfältigung benutzt, wirft sie in den Papierkorb. Die Staatssicherheit wertet es als Beweismittel für staatsfeindliche Hetze.
Schüler, Studenten, Lehrlinge und junge Arbeiter aus Jena kritisieren mit ihrer Unterschrift die Ausbürgerung des Liedermachers. Fast alle werden
zum Verhör geholt. Mehrere bleiben viele Monate in Haft.
Erstes Treffen mit Thomas Auerbach in Karlsbad, Oktober 1977.
Erstes Weihnachtsfest von Doris Liebermann in West-Berlin 1977.
Doris Liebermann (hinten stehend) und Thomas Auerbach unterstützen fortan vom Westen aus Oppositionelle in der DDR. Da sie nicht in die DDR einreisen
dürfen, treffen sie sich mit ihren Jenenser Freunden in der ČSSR oder in Polen, wie beispielsweise im August 1980 in den Masuren.
Ost-West-Treffen in Karlsbad, Dezember 1980.
"Ich versuche, in der Wahrheit zu leben, und stoße auf viele Lügen." Doris Liebermann in den 1970er Jahren.
Doris Liebermann, 4. November 2004.
Jena, Herbst 1976. Am 18. November sprechen die Mitglieder der
Am 17. November 1976 telefoniert die 22-jährige Doris Liebermann mit dem Schriftsteller
Die Stasi will offenbar von ihr hören, dass Robert Havemann der „Kopf der Organisation“ ist. Der Haftbefehl gegen Doris Liebermann wird begründet mit „Beihilfe zu staatsfeindlichen Handlungen“. Trotzdem wird sie freigelassen, weil, wie sie heute vermutet, die Kirche sich für sie und andere Jenenser Theologiestudenten eingesetzt hatte. Nach ihrer Entlassung unterstützt sie andere Inhaftierte, unter ihnen auch ihren Freund, den Sozialdiakon
Im Frühsommer 1977 teilt ihr der Rechtsanwalt
Biografische Angaben zu Doris Liebermann finden sie im
Noch zu Schulzeiten kommt Doris Liebermann über einen engagierten Pfarrer in Kontakt mit der Jungen Gemeinde. Für sie öffnet sich eine völlig neue Welt, die sie sehr zum Nachdenken bringt.
Ich bin in einem ganz kleinen Dorf in Thüringen geboren. Das ist ungefähr zehn Kilometer von der Grenze zu Bayern entfernt gewesen. Es war das erste Dorf außerhalb des Sperrgebiets. Das heißt eigentlich: Hinter dem Dorf endete die Welt für mich. Meine Eltern sind Bauern. Ich kann nicht direkt sagen, dass sie unpolitisch waren, aber Bauern sind in ihrer Haltung sehr konservativ, ist meine Erfahrung. Über die gehen die politischen Wellen hinweg, ohne dass sich viel ändert an ihrer Haltung.
Ich bin sehr ambivalent erzogen worden. Man machte alles mit, was in dem Staat DDR gebraucht wurde. Ich wurde zu den
Frage: Welche Rolle spielte die Kirche für Sie, in Ihrer Prägung als Jugendliche?
Die spielte eine ganz große Rolle. Aber nicht als Kirche, sondern in Gestalt eines einzelnen Pfarrers, der nach dem Studium in Jena nicht in unser Dorf, sondern in das Nachbardorf kam. Er war voller Ideen und Pläne und belesen und eigentlich völlig fehl am Platz in diesem Dorf. Der hatte sehr viel Literatur, er gab uns Bücher von
Dort lernte ich Leute kennen wie
Doris Liebermann, Zeitzeugin auf www.jugendopposition.de
Produktion: 2004
Spieldauer: 3 Min.
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350