Christian Kunert
Christian Kunert ist seit 1971 Keyboarder der Band Renft. Diese wird 1975 endgültig verboten. Gerulf Pannach, seinem Musikerkollegen, ist schon vorher ein Auftrittsverbot erteilt worden.
Christian Kunert, circa 1956.
Christian Kunert mit seiner Band „Little Stars“ 1965.
Christian Kunert in Leipzig 1970.
Christian Kunert in Leipzig 1960.
Christian Kunert am Keyboard.
Autogrammkarte von Renft aus dem Jahr 1974. Christian "Kuno" Kunert unten links.
Jedes Programm in der DDR muss vor seiner öffentlichen Aufführung von einer staatlichen Kommission abgenommen werden. Im Sommer 1976 stellt das Duo
Pannach Kunert ein neues Programm vor. Für die Kommission hat Gerulf Pannach diese Begrüßung geschrieben. Das Programm wird nicht genehmigt.
Vier Unerwünschte: Nach der Ausbürgerung Wolf Biermanns im November 1976 werden Christian Kunert, Gerulf Pannach und Jürgen Fuchs vom MfS
verhaftet. Gerulf Pannach und Christian Kunert sind nahezu jedem Jugendlichen in der DDR bekannt, denn sie spielen in der Klaus Renft Combo, die im September 1975 verboten wird. Das Bild zeigt die drei nach ihrer Ausbürgerung im August 1977 zusammen mit Wolf Biermann in West-Berlin. V.l.n.r.: Christian Kunert, Gerulf Pannach, Wolf Biermann, Jürgen Fuchs.
Erklärung von Jürgen Fuchs, Gerulf Pannach und Christian Kunert zu ihrer erzwungenen Ausreise.
4. November 1977, Eissporthalle in West-Berlin: Nach ihrer Ausweisung aus der DDR treten Gerulf Pannach (29) und Christian Kunert (25) zusammen mit
ihrem Freund Wolf Biermann auf. V.l.n.r.: Christian „Kuno“ Kunert, Gerulf Pannach.
Christian Kunert (rechts) und Gerulf Pannach zu Beginn der 1980er Jahre bei einem Konzert in West-Berlin.
Das Lied „Fluche, Seele, fluche“ entsteht 1980, drei Jahre nach der Ausbürgerung von Gerulf Pannach und Christian Kunert. Vielen, die aus der DDR
im Westen ankommen, ist das Lied aus dem Herzen gesungen. Christian Kunert bei Aufnahmen zur Langspielplatte "Fluche, Seele, fluche" bei MOOD Records 1982.
Christian Kunert am 4. September 2004 bei einem Konzert anlässlich des Bausoldatenkongresses in Potsdam.
Christian Kunert, 21. Oktober 2004.
Leipzig 1971. Mit 19 Jahren wird Christian Kunert Keyboarder bei der Band
Im November 1976 erfährt Christian Kunert von der Ausbürgerung Wolf Biermanns und fährt sofort zusammen mit Gerulf Pannach nach Grünheide bei Berlin zu
Kurz darauf wird Christian Kunert zusammen mit Gerulf Pannach auf dem Berliner Alexanderplatz verhaftet und in das
Zwei Tage später, am 26. August 1977, wird Christian Kunert zusammen mit Gerulf Pannach und Jürgen Fuchs nach West-Berlin ausgewiesen.
Biografische Angaben zu Christian Kunert finden sie im
Um als junger Musiker in der DDR eine Spielerlaubnis zu erhalten, muss Christian Kunert vor einer Kommission vorspielen.
Wir probten in meinem Keller, da kamen Leute und sagten, sie werden uns anzeigen. So war das damals. Ja, und wir sahen ja auch anders aus als andere. Die waren sich ja einig, die Elterngeneration und der Staat – das war der einzige Punkt, wo sie sich total einig waren –, dass die Kinder nicht diese langen Haare tragen sollten und nicht diese komische Urwaldmusik hören. Und wir haben es trotzdem irgendwie durchgekriegt. Und, tja, dann habe ich irgendwann auch so eine Spielerlaubnis gehabt. Da musste man irgendwo vorspielen Sonntagvormittag vor irgendeiner Kommission. Und dann bekam man so eine Pappe, und da stand drauf: Spielerlaubnis, und dann gab es 2,50 die Stunde oder so.
Und nach was für Kriterien wurde da entschieden bei den Kommissionen?
Das dürfen sie mich nicht fragen. Also die Haare mussten hinter die Ohren, die Klamotten mussten stimmen, da ging es immer erst los. Das Programm – da haben wir uns natürlich dann Sachen eingeübt, so komisches Zeugs, DDR-Schlager, und haben die da vorgespielt. Ja, Musik – für Musik war bestimmt auch einer in der Kommission, der das beurteilte, das weiß ich nicht. Das kann nicht besonders gut gewesen sein, was wir da gespielt haben, aber lustig.
Christian Kunert, Zeitzeuge auf www.jugendopposition.de
Produktion: 2004
Spieldauer: 2 Min.
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350