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Christian Kunert

Christian Kunert

Redaktion

Christian Kunert ist seit 1971 Keyboarder der Band Renft. Diese wird 1975 endgültig verboten. Gerulf Pannach, seinem Musikerkollegen, ist schon vorher ein Auftrittsverbot erteilt worden.

(© Privatarchiv ) (© Privatarchiv ) (© Privatarchiv. ) (© Privatarchiv) (© Privatarchiv) (© Privatarchiv) (© BStU-Kopie) (© Robert-Havemann-Gesellschaft/Johanna Guschlbauer/RHG_Fo_HAB_17672) (© Robert-Havemann-Gesellschaft / RHG_Fo_HAB_14886) (© Archiv StAufarb, Bestand Klaus Mehner, 77_1104_KUL_DDRMusik_25) (© Robert-Havemann-Gesellschaft/Bernd Markowsky/RHG_Fo_BeMa_285a) (© Robert-Havemann-Gesellschaft/Bernd Markowsky/RHG_Fo_BeMa_328a) (© Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter/RHG_Fo_HAB_15338) (© Robert-Havemann-Gesellschaft)

Leipzig 1971. Mit 19 Jahren wird Christian Kunert Keyboarder bei der Band Interner Link: Renft. Diese wird 1975 endgültig verboten. Interner Link: Gerulf Pannach, seinem Musikerkollegen, wurde schon zuvor ein Auftrittsverbot erteilt, Interner Link: Klaus Renft lässt ihn jedoch illegal während ihrer Konzerte solo auftreten. Zusammen mit Gerulf Pannach, von dem viele kritische Texte der Band stammen, versucht Christian „Kuno“ Kunert nach dem Verbot der Gruppe, ein eigenes Programm auf die Beine zu stellen. Aber das wird nicht genehmigt. Stattdessen stapeln die beiden befreundeten Musiker im Obst- und Gemüsehandel Kisten.

Im November 1976 erfährt Christian Kunert von der Ausbürgerung Wolf Biermanns und fährt sofort zusammen mit Gerulf Pannach nach Grünheide bei Berlin zu Interner Link: Robert Havemann. Auf dem Grundstück des mit Hausarrest belegten Systemkritikers entsteht eine Art Nachrichtenzentrum. Hier treffen Oppositionelle zusammen, um sich zu beraten und der Westpresse Interviews zu geben. Hier haben sie das Gefühl, mit ihrer Empörung über die Ausbürgerung nicht allein zu sein. Auch Christian Kunert unterschreibt den Offenen Brief der Berliner Schriftsteller, der um die Rücknahme der Biermann-Ausbürgerung bittet. Aber eigentlich würde er lieber ein Lied schreiben, das seinen Protest und den seiner Generation zum Ausdruck bringt.

Kurz darauf wird Christian Kunert zusammen mit Gerulf Pannach auf dem Berliner Alexanderplatz verhaftet und in das Interner Link: Stasi-Gefängnis in Interner Link: Berlin-Hohenschönhausen gebracht. Die Begründung lautet: „Verdacht auf Interner Link: Asozialität“, später kommt „Interner Link: staatsfeindliche Hetze“ dazu. Man droht ihnen mit bis zu zehn Jahren Haft. Nach neun Monaten Gefangenschaft – mit täglichen Verhören und ohne Kontakt zu seinen Freunden Interner Link: Jürgen Fuchs und Gerulf Pannach – stimmt Christian Kunert gezwungenermaßen seiner Ausreise zu.

Zwei Tage später, am 26. August 1977, wird Christian Kunert zusammen mit Gerulf Pannach und Jürgen Fuchs nach West-Berlin ausgewiesen.

Biografische Angaben zu Christian Kunert finden sie im Interner Link: Personenlexikon.

Fussnoten

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Die Ausbürgerung von Wolf Biermann

Am 16. November 1976 gibt die DDR-Nachrichtenagentur ADN in der Sache Wolf Biermann eine Meldung heraus, die politische Sprengkraft entwickelt.

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Robert Havemann

Wegen seiner Solidarität mit Wolf Biermann wurde Robert Havemann über zwei Jahre im eigenen Haus eingesperrt. Trotz des Hausarrests hielt er engen Kontakt zu jungen Oppositionellen.

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Protest gegen Ausbürgerung Biermanns

Zwölf namhafte Künstler der DDR protestieren mit einem offenen Brief gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns. Immer mehr Menschen schließen sich DDR-weit mit ihrer Unterschrift diesen Protesten an.

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Fuchs, Kunert und Pannach

Sie schreiben und singen kritische Texte und ihr Protest gegen die Biermann Ausbürgerung bringt sie ins Gefängnis. Die DDR sollten sie erst nach dem Mauerfall wieder sehen.

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Prominentenproteste

Beliebte Künstler bitten die DDR-Führung, Biermanns Ausbürgerung zu überdenken. Auch der Rockmusiker Christian Kunert protestiert. Er will ein Lied schreiben und muss Mercedes fahren.

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Jugendkultur

An den Wochenenden dröhnt der Blues durch die DDR-Provinz. Tausende langhaarige Jugendliche sind unterwegs, immer beobachtet vom wachsamen Auge der Staatssicherheit.

Zeitzeuge

Andreas Friedrich

In der DDR gibt es in den 1970er Jahren eine gut vernetzte Tramperszene, zu der auch Andreas Friedrich gehört. Er trampt quer durch die Republik, zu Konzerten oder um Freunde zu besuchen.

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Roland Jahn

Roland Jahn wird am 8. Juni 1983 gegen seinen Willen ausgebürgert und mit Gewalt in die Bundesrepublik abgeschoben. In Knebelketten zum Grenzübergang Probstzella gebracht, sperrt man ihn in ein…

Zeitzeugin

Doris Liebermann

Am 18. November 1976 sprechen die Mitglieder der Jungen Gemeinde Jena-Stadtmitte über die Ausbürgerung Wolf Biermanns. Die Jugendlichen sind sich einig, dass man irgendetwas gegen diese staatliche…

Zeitzeuge

Reinhard Schult

Reinhard Schult verweigert den Dienst an der Waffe bei der NVA und wird Anfang November 1976 im Alter von 25 Jahren als Bausoldat eingezogen. Nach zwei Wochen gibt es plötzlich eine Nachrichtensperre.

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Hippies in der DDR

Blueser, Tramper, Kunden: Junge Leute wollen dem Alltag entfliehen und fern von bevormundenden Eltern, Lehrern oder Funktionären sein. Damit stoßen sie nicht nur beim Staat auf Ablehnung.

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Too much future

Aliens in der DDR: Die Wirkung, die die Punks im Arbeiter-und-Bauern-Staat hinterlassen, ist eigentlich nur mit der Landung von Außerirdischen zu vergleichen.

Die Texte von www.jugendopposition.de sind in Kooperation der Bundeszentrale für politische Bildung und der Robert-Havemann-Gesellschaft e.V. entstanden. Weitere Angaben zu den Autorinnen und Autoren finden Sie im Impressum.

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Für den Hinweis auf Texte von www.jugendopposition.de, die keine konkrete Autorin/ keinen konkreten Autor genannt haben, empfehlen wir folgende Zitierweise (Beispiel):

„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350