Heinz Grünhagen
Heinz Grünhagen arbeitet als Brigadier bei der Bau-Union in Strausberg. Am 17. Juni 1953 wird er von seinen Kollegen in die Streikleitung gewählt.
Der 20-jährige Brigadier Heinz Grünhagen wird in das Streikkomitee der Strausberger Arbeiter gewählt. Zusammen mit seinen Kollegen macht er sich am
17. Juni 1953 auf den Weg nach Ost-Berlin, um die Forderungen der Arbeiter zu überbringen. Doch die Kolonne wird von der Volkspolizei und sowjetischen Soldaten gestoppt und zur Umkehr gezwungen. Heinz Grünhagen wird noch in der Nacht verhaftet und zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Seine Frau hält ihm die Treue. Im Bild: das Hochzeitsfoto von Heinz Grünhagen.
Heinz Grünhagen als junger Brigadier in Strausberg (wahrscheinlich Frühjahr 1953).
Ablehnung der Berufung gegen Heinz Grünhagens Haftstrafe.
Es ist dem Einsatz von Heinz Grünhagen zu verdanken, dass in Strausberg eine Gedenktafel an die Opfer des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 erinnert.
Heinz Grünhagen 2007.
Strausberg, Frühsommer 1953. Heinz Grünhagen, ein 20-jähriger Bauarbeiter, hat in dem nahe Berlin gelegenen Ort eine gut bezahlte Stelle gefunden. Obwohl er noch so jung ist, lässt man ihn bereits auf der Vertrauensposition eines Brigadiers arbeiten. Für zehn bis dreizehn Kollegen schreibt er die Arbeitsleistungen auf und rechnet sie beim sogenannten Normer ab. Einmal monatlich lässt er die Berichte vom Bauleiter gegenzeichnen. Die
Heinz Grünhagen ist frisch verheiratet, seine Frau ist schwanger. Er hätte also gute Gründe, sich politisch zurückzuhalten. Doch er ist von der Aktion der Berliner Bauarbeiter spontan begeistert. Am nächsten Morgen fährt er zur Baustelle, wo die Bauarbeiter sich im Kulturraum versammeln, um eine Streikleitung zu wählen. Auch Heinz Grünhagen gehört zum Streikkomitee.
Heinz Grünhagen und seine Kollegen bemächtigen sich mehrerer LKW der Bau-Union und fahren von einem Betrieb zum anderen, um überall im Kreis Strausberg zum Streik aufzufordern. Im
Auf der Baustelle essen sie zu Mittag, dann machen sie sich auf den Weg nach Ost-Berlin.
Nachts wird Heinz Grünhagen von der
Biografische Angaben zu Heinz Grünhagen finden sie im
Anfang 1953 merkt Heinz Grünhagen schon, dass die Bauleitung nervös ist. In der DDR werden die Arbeitsnormen um 10% erhöht. In der Bevölkerung macht sich Unzufriedenheit breit.
Ich musste eine Liste mit Namen führen, und dann wurden die Arbeiten da eingetragen. Wenn ich am Tag 10.000 Steine abgeladen habe, musste ich zum Normer. Der hat mir die Norm dafür gegeben. Sagen wir mal als Beispiel 1,0 Stunden. Das wurde alles eingetragen, der Oberbauleiter hat das nach zehn Tagen noch mal kontrolliert und dann seinen Wilhelm drunter gemacht. Wir merkten das schon: Die Bauleiter waren nervös, und der Oberbauleiter genauso. Da war die Normerhöhung schon bei denen durch.
Heinz Grünhagen, Zeitzeuge auf www.jugendopposition.de
Produktion: 2006
Spieldauer: 1 Min.
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350