Totalverweigerer
Seit 1964 gestattet die DDR den waffenlosen Wehrdienst als Bausoldat, nicht aber die Totalverweigerung des Wehrdienstes. Diese wird in der DDR kriminalisiert und mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft.
Detlef Pump (2. von links) im Juni 1976 mit Freunden auf einer Wanderung ins Umland Jenas. Rechts von ihm sitzen Uwe Behr und Thomas Auerbach. Beide
werden wenige Monate später ins Gefängnis gesteckt, weil sie gegen die Ausbürgerung Biermanns protestiert haben.
Detlef Pump verweigert den Wehrdienst aus politischen Gründen und wird für zwei Jahre inhaftiert. Das Foto zeigt ihn am 1. Mai 1977 bei einer
Wanderung mit Freunden zur Lutherkanzel bei Jena.
Am 8. März 1977 schreibt Detlef Pump dem Wehrkreiskommando, dass er aus politischen Gründen den Wehrdienst verweigert.
Anzeige gegen Detlef Pump vom 4. Mai 1978 und die Mitteilung seiner Festnahme am Tag zuvor.
Schwere Zuchthausarbeit: Neben dem Gleisbau müssen inhaftierte Wehrdienstverweigerer auch Ton abbauen. Im Bild: eine Tongrube auf der Insel Rügen.
Stumme Zeugen des Unrechts: Verfallene Gebäude einer ehemaligen Haftanstalt für Wehrdienst-Totalverweigerer. Aufnahme aus den 1990er Jahren.
„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ – Detlef Pump als lebendes Zitat, aufgenommen 1980 kurz nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis.
Am 3. Mai 1990 demonstrieren etwa 200 junge Männer und Frauen für die Abschaffung der Wehrpflicht, für eine DDR ohne Armee und ein
entmilitarisiertes Deutschland.
Detlef Pump verweigert den Wehrdienst aus politischen Gründen und wird für zwei Jahre inhaftiert. Eintrag von Detlef Pump in das „Kundenbuch“,
April 1976. Sie nennen sich Tramper, Blueser oder Kunden und sind die ostdeutsche Variante der Blumenkinder. Sie versuchen, der spießbürgerlichen Enge des DDR-Alltags zuentkommen. Im „Kundenbuch“ von Hans Helmut Kurztragen sie Texte und Gedichte ein und bringen so ihr Selbstverständnis zum Ausdruck.
Am 8. März 1977 schreibt der 24-jährige Betriebsschlosser
Sogenannte Totalverweigerer wie Pump gibt es in der DDR seit der Einführung der Wehrpflicht im Januar 1962. Bis 1989 verweigern ungefähr 6.000 Wehrpflichtige den Dienst völlig. Insgesamt werden 3.144 Personen verurteilt. Viele von ihnen sind Zeugen Jehovas oder Angehörige anderer Glaubensrichtungen.
Totalverweigerung in der DDR: Provokation und Verbrechen
In den 1970er Jahren verweigern immer mehr Männer aus dem Umfeld der Friedensbewegung den Dienst in der Armee. Hinzu kommen solche, die bereits einen
Die Gefängnisstrafen für Kriegsdienstgegner schaden dem internationalem Ruf der DDR. Trägt der Staat doch die Friedenstaube als Symbol vor sich her – und wird nicht müde, gegen den Militarismus in der Bundesrepublik zu polemisieren.
Doch im Fall Detlef Pump entscheidet sich die
Detlef Pump sieht in der DDR keine Zukunft mehr. In der Haftanstalt bekräftigt er seinen Ausreiseantrag, den er bereits im September 1977 gestellt hatte. Er wird jedoch 1979 im Zuge einer Amnestie in die DDR entlassen. Erst 1981 darf er das Land verlassen. Detlef Pump geht nach West-Berlin. Aufgrund des Alliiertenstatus werden Westberliner nicht zum Militär gezogen.
Mit 17 Jahren entscheidet sich Rainer Müller, auch nach den Gesprächen in der Jungen Gemeinde und im Freundeskreis, den Dienst mit der Waffe nicht zu leisten.
Mit 17 Jahren habe ich mich entschieden, auch nach den Gesprächen in der
Rainer Müller, Zeitzeuge auf www.jugendopposition.de
Produktion: 2004
Spieldauer: 1 Min.
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350