Aktionen in Berlin: "Holt Biermann in die DDR zurück!"
In Berlin, Biermanns Heimat, protestierten besonders viele Schüler und Studierende gegen seine Ausbürgerung. Die Stasi protokollierte jede dieser spontanen Aktionen gewissenhaft mit.
Protestplakat in Ost-Berlin, 1976.
„Lasst die Kommunisten leben“: 200 dieser Flugblätter in Postkartengröße wurden, laut Bericht der Stasi, am 22. November 1976 in Ost-Berlin
verteilt.
Die Stasi notiert den Fund von Flugblättern im Postamt Mitte in Berlin.
1976 wird die Stasi über eine „staatsfeindliche“ Parole an der Kurt-Fischer-Oberschule informiert.
Die Kurt-Fischer-Oberschule in Berlin-Prenzlauer Berg.
Reinhard Schult nimmt 1976 mit seinem Tonband Biermann-Lieder auf und gibt die Bänder an Freunde weiter.
Seinen „illegalen“ Tonbändern legt Reinhard Schult eine genaue Inhaltsangabe bei.
Reinhard Schult 1975 – hier beim Trampen an der Fernverkehrsstraße 96.
Eine unbekannte Gruppe fertigt postkartengroße Flugblätter in
Acht Monate Haft für ein paar kopierte Tonbänder
Bis zum Ende der DDR 1989 bleiben
An einer Schule im Stadtteil Prenzlauer Berg wird die Losung „Helft dem Volkssänger Biermann“ gefunden (Bildergalerie). Der Parteisekretär der Schule lässt die Schrift in der Pause schnell von Schülern entfernen. In einer Toilette im Verlagshaus des Parteiblatts
Der Berliner
Die Stasi spitzelt sogar auf dem Klo
Bei der Hausdurchsuchung findet die Stasi das belastende Material. Die Biermann-Aufnahmen gelten als Beweisstücke von Reinhard Schults
Erschütternd endet auch der Protest von Thomas Evler, Friedemann Gehlke und Christoph Rohr. Die jungen Krankenpfleger entwerfen Flugblätter gegen die Biermann-Ausbürgerung, von denen eine 19-jährige Freundin aus West-Berlin,
Die Texte verbotener DDR-Schriftsteller und Musiker werden oft in mühevoller Kleinarbeit abgetippt und von Hand zu Hand weiter gereicht. Wer dabei erwischt wird, riskiert eine hohe Haftstrafe.
Biermann habe ich erst kennen gelernt, als sie ihn rausgeschmissen haben. Ich glaube, dass es vielen in der DDR so gegangen ist. Ich glaube, dass er vorher lediglich in einem relativ eingeschränkten, intellektuellen, künstlerischen Kreis bekannt war. Aber die Massenverbreitung, das ist durch den Rausschmiss, die Biermann-Konzerte und durch die Reaktionen in der DDR passiert.
Um den 16. herum, da waren wir noch in der Grundausbildung, hatten wir auf einmal Nachrichtensperre. Bis dahin hatten wir im Fernsehraum unten immer ´
Und dann haben wir angefangen, die Texte abzuschreiben. Eine Schreibmaschine konnte man da auch haben. Ein Original und acht Durchschläge – wobei man den letzten Durchschlag nur noch relativ schwer lesen konnte. Da haben wir angefangen, die Texte von Biermann,
Zwei Freunde und ich haben eine kleine Propagandatruppe gebildet, mit zwei Gitarren und einer Querflöte, um in den
Reinhard Schult, Zeitzeuge auf www.jugendopposition.de
Produktion: 2004
Spieldauer: 4 Min.
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350