Formierung der Bürgerbewegung
Die Revolution erfasst das ganze Land. Doch wer soll es reformieren? Auf die Straße gehen vor allem junge Menschen. Die älteren übernehmen das Ruder in den neuen Gruppen und an den Runden Tischen.
In der Nacht vom 29. zum 30. September 1989 werden diese Losungen im Bezirk Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) auf die Straße geschrieben.
Am 9. und 10. September 1989 findet auf dem Grundstück von Katja Havemann in Grünheide bei Berlin das Gründungstreffen des Neuen Forums statt. Die
Initiative wird zum politischen Motor der Revolution. V.l.n.r.: Olaf Freund, Rolf Henrich, Hans-Jochen Tschiche (verdeckt), Martin Böttger, Reinhardt Pumb (IMB "Paule").
Gründungstreffen des Neuen Forums am 9. und 10. September 1989 in Grünheide im Haus von Katja Havemann. V.l.n.r.: Bärbel Bohley, Jutta Seidel,
Katja Havemann.
„Die Zeit ist reif!“ Gründungsaufruf des Neuen Forums „Aufbruch 89“ (September 1989). Seite 1 von 2.
„Die Zeit ist reif!“ Gründungsaufruf des Neuen Forums „Aufbruch 89“ (September 1989). Seite 2 von 2.
In der Wohnung der Malerin Bohley trafen sich am 29. Oktober 1989 Gründer und Mitglieder des Neuen Forums (NF) zu einer Arbeitssitzung. Foto
(v.l.n.r.): Christian Reich, Bärbel Bohley, Reinhard Schult, Michael Kukutz, Eberhard Seidel, Andreas Schönfelder, Hans-Joachim Tschiche, Jutta Seidel und Jens Reich.
Gründungstreffen des Neuen Forums Berlin-Prenzlauer Berg in der Gethsemanekirche am 10. November 1989.
Bärbel Bohley und Rolf Henrich bei der Vorstellung des Neuen Forums Berlin-Prenzlauer Berg in der Gethsemanekirche am 10. November 1989.
Gründungstreffen des Neuen Forums Berlin-Prenzlauer Berg in der Gethsemanekirche am 10. November 1989.
Gründungsaufruf der Bürgerbewegung Demokratie Jetzt (12. September 1989).
Gründungsaufruf der Bürgerbewegung Demokratie Jetzt (12. September 1989).
Am 27. Oktober 1989 stellt sich in der Gethsemanekirche in Ost-Berlin die Bürgerbewegung Demokratie Jetzt vor.
Am 27. Oktober 1989 stellt sich in der Ostberliner Gethsemanekirche die Bürgerbewegung "Demokratie Jetzt" vor. Von links nach rechts: Fischbeck,
Hans-Jürgen; Poppe, Ulrike; Bickhardt, Stephan; Bartoszek, Michael; Ullmann, Wolfgang.
Ulrike Poppe bei der Vorstellung der Bürgerbewegung Demokratie Jetzt in der Ost-Berliner Gethsemanekirche am 27. Oktober 1989.
Gründungsaufruf der Bürgerbewegung Demokratischer Aufbruch (1989).
Die offizelle Gründungsveranstaltung des Demokratischen Aufbruchs findet am 29. und 30. Oktober 1989 in Berlin statt. Es wird beschlossen, sich
innerhalb eines halben Jahres zur Partei zu formieren.
Mit dabei die beiden Gründungsmitglieder des Demokratischen Aufbruchs der ostberliner Pfarrer Rainer Eppelmann (links) und der im März 1990 als
inoffizieller Mitarbeiter der Stasi enttarnte Wolfgang Schnur (rechts).
Gründungsaufruf der Grünen Liga (1989).
Gründungsaufruf der Grünen Liga (1989).
Gründungsaufruf der SDP (August 1989).
Gründungsaufruf der SDP (August 1989).
Gründungsaufruf des Unabhängigen Frauenverbands (26. November 1989).
Mit vereinten Kräften geben SDP, Initiative Frieden und Menschenrechte, Demokratie Jetzt, Neues Forum, Vereinigte Linke und Demokratischer Aufbruch
eine gemeinsame Erklärung ab. Ihre Hauptforderung: eine demokratische Umgestaltung von Staat und Gesellschaft in der DDR (3. November 1989).
Erklärung der Gründungsinitiative für eine Grüne Partei in der DDR (5. November 1989).
Erklärung der Gründungsinitiative für eine Grüne Partei in der DDR (5. November 1989).
Aufruf der Initiativgruppe zur Gründung einer Sozialdemokratischen Partei in der DDR.
Am 11. September 1989 öffnet die Volksrepublik Ungarn ihre Grenzen nach Westen. Innerhalb von nur drei Tagen fliehen 15.000 vor allem junge Ostdeutsche über Ungarn nach Österreich und von dort in die Bundesrepublik. Die Massenflucht junger Menschen, die in diesen Tagen ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht, wird von der DDR-Führung nur noch hilflos ignoriert – oder kriminalisiert.
Anders reagiert die Oppositionsbewegung: Viele Aktivisten sehen in dem Ausbluten des Landes eine große Gefahr. Ihnen ist klar, wie sehr jetzt die Zeit drängt, durch umfassende Reformen Veränderungen herbeizuführen, die die Leute zum Hierbleiben veranlassen und ihnen eine Perspektive in der Heimat bieteten.
Reinhard Schult - Kirche von Unten
In verschiedenen Oppositionsgruppen wird heftig über die Gründung eigener Parteien diskutiert. Viele Gruppen melden sich, da eine legale Parteigründung zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich ist, vorerst mit programmatischen Erklärungen zu Wort. Nachdem im März 1989 die
Ostdeutsche fliehen in Massen über Ungarn nach Österreich
Im August 1989 ist es die Initiative zur Gründung einer Sozialdemokratischen Partei. Es folgen im September die linke Plattform
Am 9. und 10. September 1989 findet in Grünheide bei Berlin das Gründungstreffen des
Doch in alter Manier gibt die DDR-Nachrichtenagentur
Erst am 8. November 1989 wird der Antrag auf Zulassung offiziell entgegengenommen. Zu diesem Zeitpunkt ist das
Neues Forum & Co.: Die „Staatsfeinde“ formieren sich
Aber auch die jungen Leute formieren sich: zum Beispiel der 25-jährige
In ihren Aufrufen betonen alle Gruppen die Notwendigkeit einer Staatsreform, nicht zuletzt um die Massenflucht endlich zu stoppen. Am 4. Oktober 1989 formulieren Vertreter der wichtigsten Oppositionsgruppen ihre Hauptforderungen in einer gemeinsamen Erklärung: Demokratisierung, freie und geheime Wahlen unter UN-Mandat und die Freilassung der inhaftierten Oppositionellen.
Das
Die letzten Versuche der
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350