Rainer Müller
Rainer Müller engagiert sich seit 1987 in Umwelt-, Friedens- und Menschenrechtsgruppen in Leipzig, z. B. im Arbeitskreis Solidarische Kirche, der Umweltgruppe Borna, der Arbeitsgruppe Menschenrechte.
Rainer Müller 1985 als Maurer und Betriebshandwerker der Evangelischen Kirche hier vor der Benndorfer Kirche.
Rainer Müller vor der Benndorfer Kirche, an der er das Plakat zur Friedensdekade mit der Aufschrift „Frieden wächst aus Gerechtigkeit“ anbringt.
Rainer Müller im September 1986. Auf seiner Jeansjacke trägt er das Symbol der Friedensbewegung “Schwerter zu Pflugscharen“. Im November 1986
soll er seinen Wehrdienst als Bausoldat der NVA antreten, doch er entschließt sich zur Totalverweigerung.
Rainer Müller in der Mariannenstraße in Leipzig, wo er Ende der 1980er Jahre mit ein paar Freunden Wohnungen besetzt.
Rainer Müller beteiligt sich als Mitglied der Umweltgruppe aus Borna am Olof-Palme-Friedensmarsch. Hier auf dem Abschnitt vom KZ Ravensbrück zum KZ
Sachsenhausen Anfang September 1987.
Redeverbot: Leipziger Basisgruppen protestieren am 24. Oktober 1988 in der Nikolaikirche gegen das Verbot von selbst gestalteten Friedensgebeten. Auch
vor der Kirche wird protestiert. V.l.n.r.: Udo Hartmann, Frank Sellentin, Rainer Müller, Anita Unger und Uwe Schwabe.
Leipzig am 9. Juli 1989: Rainer Müller (links) und Uwe Schwabe tragen auf der Abschlussveranstaltung des Kirchentags der Sächsischen Landeskirche
ein Transparent mit den chinesischen Schriftzeichen für Demokratie. Sie protestieren damit gegen die blutige Niederschlagung der friedlichen Proteste in Peking am 4. Juni 1989. Die SED-Führung begrüßt das Massaker ausdrücklich.
Rainer Müller, 2010.
Leipzig, Herbst 1987. Rainer Müller (21) engagiert sich in verschiedenen Umwelt-, Friedens- und Menschenrechtsgruppen in Leipzig, zum Beispiel im
Nach den Verhaftungen im Zusammenhang mit der
Zusammen mit Uwe Schwabe demonstriert er zum Abschluss des Sächsischen Kirchentags im Juli 1989 mit einem Transparent, auf dem in chinesischen Schriftzeichen "Demokratie" steht, gegen das von der
Fester Termin der Leipziger Oppositionsgruppen ist das montägliche
Als es am 7. und 8. Oktober 1989 zu brutalen und erniedrigenden Übergriffen auf festgenommene Demonstranten kommt, verfasst Rainer Müller zusammen mit anderen einen Aufruf gegen Gewalt: „Reagiert auf Friedfertigkeit nicht mit Gewalt! Wir sind ein Volk!“, den sie auf etwa 20.000 Flugblättern verteilen. Nachdem am 9. Oktober 1989 die
Biografische Angaben zu Rainer Müller finden sie im
Rainer Müller wächst in einer Industriegegend in der Nähe von Leipzig auf. Die Betroffenheit aus dem Erleben von Umweltzerstörung führt zum Engagement für den Erhalt der Landschaft.
Groß geworden bin ich in einer Industriegegend südlich von Leipzig, die geprägt war vom Braunkohletagebau – es gab riesige Braunkohletagebaue bis zu 90 Meter tief. Die geprägt war von Chemiefabriken, die die Umwelt und die Flüsse zerstörte und vergiftete, von Großkraftwerken mit Abgasen und Schmutz, der vom Himmel fiel. Im Winter war der Schnee grau. Auch wenn es nur wenige Stunden schneite: Der Schnee war grau. Wenn ich Freunde besuchte und aus meinem Dorf mit dem Fahrrad die zehn Kilometer nach Borna fuhr, musste ich immer den Fahrradsattel abputzen. Er war körnig, oder es lag Asche drauf. In dieser traurigen Gegend bin ich groß geworden. Das war kein weiter Weg mehr: vom Erleben dieser Umweltzerstörung bis zum Aufbegehren gegen diese Zerstörung. Ich wollte mich für eine saubere Umwelt engagieren, für eine Erhaltung der Landschaft, der Natur. So kam es auch zum politischen Engagement.
Als ich später diese Aufnäher ´Schwerter zu Pflugscharen`, das Symbol der
Rainer Müller, Zeitzeuge auf www.jugendopposition.de
Produktion: 2004
Spieldauer: 3 Min.
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350