Joachim Marckstadt
Joachim Marckstadt und seine Freunde protestieren gegen den Einmarsch der sowjetischen Armee in Ungarn im November 1956. Eine wichtige Frage ist: Wie kann man Flugblätter verteilen, ohne erwischt zu werden?
Der Schüler Joachim Marckstadt.
Joachim Marckstadt (links) mit seiner Mutter und seinen Geschwistern am 20. Dezember 1950.
Die Abiturklasse an der Eisenberger Oberschule 1955: vorne links Thomas Ammer, dahinter Joachim Marckstadt. In der Bildmitte die Klassenlehrerin Irene
Geyer (LDP-Mitglied), die im Zuge der Kampagne gegen die Junge Gemeinde als Direktorin der Schule abgesetzt wird. Sie erzieht die Schüler ihrer Klasse in einem kritischen Geist gegenüber der SED.
Ehrenbürgerschaft für ihren Widerstand: Die Mitglieder des Eisenberger Kreises, die Einwohner von Eisenberg waren, erhalten vom Bürgermeister die
Ehrenmedaille der Stadt. V.l.n.r.: Joachim Marckstadt, Ludwig Götz, Peter Herrmann, Rudolf Rabold, Johann Frömmel, der Bürgermeister Eisenbergs, Thomas Ammer, Peter Roland, Wilhelm Ziehr, Günter Schwarz.
Joachim Marckstadt, circa 2004.
Eisenberg, Winter 1953. Als der 16-jährige Oberschüler Joachim Marckstadt Ende des Jahres von seinem Mitschüler Thomas Ammer gefragt wird, ob er sich einem Widerstandskreis anschließen will, sagt er spontan zu. Sie gehen gemeinsam in eine Klasse, kennen sich gut und vertrauen einander.
Mit Flugblättern und Losungen an Häuserwänden protestiert die Gruppe gegen die Scheinwahlen zur
Um die Verbreitung ihrer Flugblätter zu erhöhen, entwickelt der Eisenberger Kreis einen ausgeklügelten Zettelauswurfkasten: Eine Metallfeder wird durch einen Wollfaden gespannt, der über eine Säureampulle zersetzt wird. Wenn der Faden reißt, schleudert die Feder einen Packen Flugblätter in die Luft. So können die Zettel von Schornsteinen und anderen erhöhten Orten über das ganze Stadtgebiet verteilt werden. Bis der Faden reißt, sind die Aktivisten längst über alle Berge.
Obwohl die Gruppe ungewöhnlich groß und weitverzweigt ist, gelingt es der
Dem Ministerium für Staatssicherheit gelingt es schließlich, einen Provokateur in die Gruppe einzuschleusen. Als der Stasi die Strukturen und personellen Zusammenhänge in den wesentlichen Zügen klar sind, schlägt sie zu. Am 13. Februar 1958 beginnen die Verhaftungen. Einige Tage später wird auch Joachim Marckstadt auf dem Weg zur Arbeit festgenommen.
Zwischen dem 27. September 1958 und dem 14. Oktober 1958 finden vor dem Bezirksgericht Gera insgesamt vier Prozesse gegen 24 Angeklagte statt.
Biografische Angaben zu Joachim Marckstadt finden sie im
Man kennt sich aus der Schule. Nach gemeinsamen Schularbeiten wird Joachim Marckstadt vom Klassenkameraden gefragt, ob er in der Widerstandgruppe mitarbeiten will. Er sagt sofort zu.
Die Gruppe war an und für sich relativ einfach. Wir waren schon seit der neunten Klasse zusammen, wir saßen auf einer Bank. Wir machten zusammen unsere Schularbeiten, und beim Gespräch nach den Schularbeiten kamen wir zusammen – mal beim einen, mal beim anderen. Je nachdem, wie die Wohnverhältnisse waren. Dabei kam das Gespräch darauf, das heißt: Ich wurde von der Widerstandsgruppe gefragt, ob ich Interesse hätte, mitzuarbeiten. Ich muss sagen, ich habe ohne zu überlegen ´ja` gesagt und mich bereit erklärt, mitzuarbeiten.
Joachim Marckstadt, Zeitzeuge auf www.jugendopposition.de
Spieldauer: 1 Min.
hrsg. von: Historisches Dokumentationszentrum des Bürgerkomitees Sachsen Anhalt
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350