Andreas Friedrich
In der DDR gibt es in den 1970er Jahren eine gut vernetzte Tramperszene, zu der auch Andreas Friedrich gehört. Er trampt quer durch die Republik, zu Konzerten oder um Freunde zu besuchen.
Andreas Friedrich Anfang der 1980er Jahre.
Hochzeit von Andreas Friedrich und Ute Hinkeldey. In der Mitte Manfred Rinke alias „Raffelt“, Inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit.
Andreas Friedrich mit Freunden aus Jena beim Zelten.
Andreas Friedrich auf der Demonstration der FG Jena am 19. Mai 1983.
Im August 1984 treffen sich nach West-Berlin ausgereiste Mitglieder der FG Jena mit ihren Freunden aus der DDR im tschechische Karlsbad. Hinten im
Bild Manfred Rinke, der IM „Raffelt“ aus Dresden (links), und Andreas Friedrich.
Peter „Blase“ Rösch mit Sebastian, dem Sohn von Andreas Friedrich.
West-Berlin, 1983: das erste Weihnachten nach der Ausreise.
Andreas Friedrich, 8. November 2004.
DDR, 1970er Jahre. In dieser Zeit gibt es eine gut vernetzte Tramperszene, zu der auch Andreas Friedrich gehört. Er trampt quer durch die Republik, zu Konzerten oder Freunden. Der Staat beobachtet und bespitzelt die jungen Tramper nicht nur wegen ihres unangepassten Aussehens mit langen Haaren und Jeans. Der DDR-Obrigkeit ist das Protestpotenzial dieser Gruppe bewusst, weil sie nicht nur feiert und trinkt, sondern sich auch über Veränderungen in der Gesellschaft Gedanken macht.
1982 kommt Andreas Friedrich nach Jena und beteiligt sich an den Aktionen der
Der Staat will die FG Jena loswerden. Mit der Aktion "
Die erste Zeit in West-Berlin ist für ihn furchtbar: ein Leben wie in einem „Westpaket“. Außerdem versteht er sich nicht als Exilant, wie viele der anderen ausgereisten Jenenser. Vielmehr möchte er ankommen und einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Das gelingt ihm erst nach dem Umzug nach Lörrach in Süddeutschland. Dort ist Jena unendlich weit weg.
Biografische Angaben zu Andreas Friedrich finden sie im
Philosophie und lange Haare machen unbeliebt – nicht nur bei der Stasi. Die Jugendlichen werden auch im Alltag diskriminiert.
Philosophie war für uns schon mit 14, 15 ein Thema. Wo wir versucht haben, uns unsere Weite zu holen, die wir nicht anders bekamen. Ich denke, das war schon eine Reaktion auf diese Grenzen, die man natürlich nicht tagtäglich als etwas Beengendes oder Bedrängendes [empfunden hat]. Man war trotzdem fröhlich und lustig, das gehört ja dazu. Man hatte seine Gruppe und hat diese Sachen gelesen und hat diskutiert, hat sich unbeliebt gemacht.
Dazu kam, dass Äußerlichkeiten wesentlich mehr zur Unbeliebtheit beigetragen haben als heute: Lange Haare und Jeans, die erste Westjeans, die war natürlich toll. Ich war 14, 15. Das war Anfang der 70er Jahre, da war das noch etwas Besonderes. Das war damals nicht so selbstverständlich.
Dadurch sind wir aufgefallen. Dadurch sind wir in irgendwelche Gaststätten nicht reinkommen. Deswegen im Alltag abgestempelt zu werden, das war eine ständige Diskriminierung. Da man Gruppen hatte, hat man das eigentlich immer gut überstanden. Da gab es also ein System, das dagegen war, das das wieder aufgefangen hat, und wo man sich auch zu Hause gefühlt hat.
Andreas Friedrich, Zeitzeuge auf www.jugendopposition.de
Produktion: 2004
Spieldauer: 2 Min.
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350