Dorothea Fischer
Am 12. April 1981 stirbt Matthias Domaschk während eines zweitägigen Verhörs durch die Staatssicherheit. Der Tod ihres Freundes schockt und radikalisiert die Jugendlichen.
Dorothea Fischer (vorne links) mit ihren Eltern und Geschwistern 1972.
Dorothea Fischer am Tag ihrer Konfirmation (1975).
Dorothea Fischer vor Beginn ihrer Ausbildung in Jena (1976).
Dorothea Fischer während eines Ausflugs auf die Wartburg (1977).
Dorothea Fischer im Sommerurlaub in Polen (1980).
Dieses Foto von Dorothea Fischer wird für die Pressearbeit im Westen gemacht und soll im Falle einer Verhaftung publiziert werden (1983).
Dorothea Fischer mit ihrer Tochter Ostern 1983. Während dieser Wanderung zum Landgrafen bringt die Gruppe Aufkleber mit Symbolen der Unabhängigen
Friedensbewegung an Bänken an.
Dorothea Fischer und Michael Rost mit ihrer gemeinsamen Tochter Ostern 1983. Foto:;
Thomas Ködel, Dorothea Fischer und Ute Hinkeldey (v.l.n.r.) bei einem Ost-West-Treffen in Karlsbad (August 1984).
Dorothea Fischer auf der Tagung zur Geschichte der FG Jena (31.Oktober 1997).
Dorothea Fischer, 4. November 2004.
Jena, Frühling 1981. Am 12. April 1981 stirbt
Dorothea Fischer gehört zu den Begründern der
Im Frühling 1983 ist Dorothea Fischer an einer spektakulären Aktion der FG Jena beteiligt. Zusammen mit Andreas Friedrich, Roland Jahn und anderen Jenensern nimmt sie an einer offiziellen Demonstration zum Gedenken an die Bombardierung Jenas teil. Nur, dass die Gruppe ihre eigenen Transparente dabei hat. Mit Losungen wie „Militarisierung raus aus unserem Leben“ macht sie ihrem Ärger Luft. Dem Staat sind derartige Aktionen ein Dorn im Auge, und er beginnt die Aktion "
Dorothea Fischer hat mit ihrer Familie bereits vor der Gründung der FG Jena einen
Das Einzige, was Dorothea Fischer trösten kann, ist ein anderes Leben für ihre Kinder. Da sie danach nicht mehr in die DDR einreisen darf, trifft sich die ausgebürgerte Jenenserin mit ihren dagebliebenen Freunden fortan in der
Biografische Angaben zu Dorothea Fischer finden sie im
Trotz eines Durchschnitts von 1,0 wird sie vom Abitur ausgeschlossen. Die Eltern haben den falschen Standpunkt. Dorothea Fischer beschließt, nicht mehr zu schweigen, wenn Unrecht geschieht.
„Ein oppositionelles Denken war bei meinen Eltern da. Eine kritische Einstellung, eine kritische Haltung, aber mir und meinen Geschwistern gegenüber ... Ich hatte nicht den Eindruck, dass ich durch meine Eltern voreingenommen war, sondern eher so: Macht eure Erfahrung selbst und guckt mal. Das ist das Land, in dem ihr leben müsst, und ihr sollt nicht gleich gegen das Land eingenommen sein.
Ich war bei den
Meine Kameraden wollten mich gerne, die hätten mich gerne in diese Funktion gewählt, weil ich mich einsetzen und Probleme ansprechen konnte. Die wollten mich auch alle wieder als FDJ-Vorsitzende wählen – ich weiß gar nicht mehr genau, wie das hieß –, aber das durfte ich dann nicht. Das war schon eine Kränkung. Ich durfte dann auch nicht mehr Abitur machen, obwohl ich die Klassenbeste war und einen Durchschnitt von 1,0 hatte. Das zog sich dann fort, und ab dem Moment habe ich mich sehr eingeschränkt gefühlt.
Ich wusste erstmal gar nicht, was ich nach der Schule machen soll. Ich hatte gar keine Idee von einer Ausbildung. Ich wollte gern was mit Musik oder Sprachen studieren, aber das ging ja nun nicht. Dann habe ich von einem Selbstmord, einer öffentlichen Verbrennung eines Pfarrers gehört, gelesen: Pfarrer Brüsewitz. Ich habe viel darüber nachgedacht, und dann dachte ich: Wenn ein Mensch sich umbringen muss, um andere Menschen aufzurütteln, wenn das ein Pfarrer ist, dann soll das nicht umsonst gewesen sein. Das hat mich sehr geprägt. Auch mit der Haltung: Ich möchte was tun. Ich habe gedacht, ich will jetzt sagen, was ich denke. Ich werde nicht mehr schweigen, wenn ich sehe, dass etwas nicht in Ordnung ist, wenn ein Unrecht geschieht oder es irgendwie schief läuft. Und so bin ich in die Ausbildung nach Jena gegangen und habe mich dadurch weiterhin sehr unbeliebt gemacht.“
Dorothea Fischer, Zeitzeugin auf www.jugendopposition.de
Produktion: 2004
Spieldauer: 3 Min.
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350