Ich unterschreibe nicht!
Im August 1968 beendet der Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen den Prager Frühling. Die „sozialistische Bruderhilfe“ erschüttert den Glauben an demokratischen Sozialismus.
Trügerischer Konsens: Noch Wochen nach dem Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten zur Niederschlagung des Prager Frühlings wird in der DDR-Presse die
organisierte Kampagne fortgesetzt, in der einzelne Bürger und Betriebskollektive die Besetzung der ČSSR begrüßen.
Die DDR auf Schmusekurs: Sowjettruppen, die an der Niederschlagung des Prager Frühlings beteiligt waren, werden bei ihrer Rückkehr am 28. Oktober
1968 von deutschen Genossen in Halle begrüßt.
Große Kundgebung in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz): Die Einwohner haben die zurückkehrenden russischen Truppen am 5. November 1968 herzlich zu
empfangen.
Auch in Dresden wird die Bevölkerung zu einer Großkundgebung beordert, um die russischen Truppen am 9. November 1968 zu begrüßen.
2. November 1968, Bergarbeiterstadt Borna. In fast allen DDR-Städten werden die Einwohner zur Begrüßung der russischen Soldaten an den Straßenrand
zitiert.
In allen Schichten der Bevölkerung regt sich Protest. Die
Die SED möchte die richtige Gesinnung nun schriftlich haben: Um das gewaltsame Vorgehen der sozialistischen
Die SED speist die Bürger mit platten Parolen ab
In staatlich verordneten Veranstaltungen versuchen
Gleichzeitig beginnt in den DDR-Medien eine Kampagne, die dokumentieren soll, dass die Bevölkerung den Einmarsch der
So verkündet die Schriftstellerin
Große Gesinnungskampagne: Wer nicht zustimmt, fliegt raus
Es lässt sich nicht genau sagen, wie viele Menschen sich den Zustimmungserklärungen verweigern. Die meisten begnügen sich mit Schweigen und unterschreiben, um die eigene Karriere oder den Studienplatz nicht zu gefährden.
Dennoch verweigern Tausende die geforderte Zustimmung mit allen daraus resultierenden Konsequenzen. Diese Verweigerer werden gerügt, aus der Partei ausgeschlossen oder zur „
Acht Jahre später, nach der Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann 1976, ist die SED erneut gezwungen, ihr Handeln durch das Ritual einer öffentlichen Kampagne vor der Bevölkerung zur legitimieren.
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350