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Einmarsch des Warschauer Paktes

Einmarsch des Warschauer Paktes

Redaktion

Im August 1968 marschieren die Truppen der Warschauer Pakt Staaten in die CSSR ein und zerschlagen die Hoffnung auf einen demokratischen Kommunismus.

(© BStU, MfS, HA IX/2854, S. 4 ) (© BStU, MfS, HA IX/2854, S. 4 ) (© BStU, MfS, HA IX/2854, S. 29 ) (© BStU, MfS, HA IX/2854, S. 32 ) (© DHM ) (© Institut für Zeitgeschichte Prag (USD AV CR v.v.i.)) (© Institut für Zeitgeschichte Prag (USD AV CR v.v.i.)) (© Institut für Zeitgeschichte Prag (USD AV CR v.v.i.)) (© Robert-Havemann-Gesellschaft / RHG_Fo_HAB_20318) (© Robert-Havemann-Gesellschaft / RHG_Fo_HAB_20320) (© Bundesarchiv / Stasi-Unterlagen-Archiv )

Der Reformkommunismus, der sich in der Interner Link: Tschechoslowakei 1968 etabliert, versteht sich als Modell für die anderen sozialistischen Länder. Die Interner Link: Sowjetunion, Bulgarien, Ungarn, Polen und die DDR wollen es jedoch nicht übernehmen. Die Staats- und Parteichefs dieser „Warschauer Fünf“ versuchen bei ihrem Treffen im März 1968 in Dresden, die Interner Link: CSSR-Führung einzuschüchtern. Als dies nicht gelingt, beginnen Hetzkampagnen. Die Interner Link: SED spricht von „Aufweichung und Unterwanderung“ als Teil der imperialistischen Globalstrategie. Ein Sündenbock muss her: Der SED-Propaganda zufolge organisieren feindliche Agenten die „schleichende Konterrevolution“.

Am 21. August 1968 besetzen Truppen der Sowjetunion, Polens, Ungarns und Bulgariens die CSSR. Die DDR-Spitze behauptet, auch Truppen der Interner Link: Nationalen Volksarmee (Interner Link: NVA) seien an der „brüderlichen Hilfsaktion“ beteiligt. Doch nach 1989 stellt sich heraus, dass Kampfeinheiten der DDR-Armee nie das Territorium der CSSR betreten haben. Die Militärführung des Interner Link: Warschauer Paktes entscheidet kurzfristig, dass sich die Einheiten der NVA mit reinen Versorgungsfunktionen auf rückwärtige Dienste an der Grenze beschränken sollen.

Die Sehnsucht nach Frieden und Freiheit wird niedergewalzt

Die tschechoslowakische Bevölkerung stellt sich gewaltlos und einig gegen die Eindringlinge. Der Parteitag der Interner Link: Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei (Interner Link: KPC) tagt illegal in einem Prager Großbetrieb, wählt die von den Russen verhafteten Reformer in die neue Führung und verurteilt die Okkupation. Auch viele kommunistische Parteien des Westens lehnen den Gewaltakt ab. Die militärisch erfolgreiche Operation erweist sich für die Sowjetunion als politische Katastrophe mit Langzeitfolgen.

Die internierte Führung der KPC wird nach Moskau gebracht und gezwungen, eine Erklärung zu unterzeichnen, in der sie den Einmarsch akzeptiert. Als Gegenleistung soll sie im Amt bleiben. Das erweist sich jedoch als Illusion. Die Anhänger des demokratischen Interner Link: Sozialismus werden aus der Partei ausgeschlossen und verlieren ihre Arbeit.

Am 16. Januar 1969 gibt es einen öffentlichen Suizid auf dem Prager Wenzelsplatz: Der Philosophiestudent Jan Palach verbrennt sich aus Protest gegen die Niederschlagung des Interner Link: Prager Frühlings selbst. Diese verzweifelte Tat reißt die Prager ein letztes Mal aus der hoffnungslosen Lethargie, die sich nach dem brutalen Einmarsch breitgemacht hat. Dann senkt sich für rund 20 Jahre der Grauschleier der sozialistischen Normalisierung über das Land.

Fussnoten

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Kontext

Black Panther, Studentenrevolte, Martin Luther King, Vietnamkrieg, Kulturrevolution, Che Guevara, APO, Rudi Dutschke, Straßenschlachten, Politsekten, Warschau, Ulbricht tritt ab – Honecker an

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Prager Frühling

Was sich in diesen Monaten in der CSSR ereignet, wühlt die ganze Welt auf: Freiheit und Sozialismus sollen eine Einheit bilden.

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Ich unterschreibe nicht!

Im August 1968 beendet der Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen den Prager Frühling. Die „sozialistische Bruderhilfe“ erschüttert den Glauben an demokratischen Sozialismus.

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Befehlsverweigerung in der NVA

Eingezwängt in ein totalitäres System von Befehl und Gehorsam, ohne Informationen und Kontakt nach außen finden nur wenige Soldaten den Mut zum Nein sagen.

Zeitzeugin

Hildegart Becker

Mit einer alten Schreibmaschine und reichlich Wut im Bauch protestiert Hildegart Becker gegen die blutige Niederschlagung des Prager Frühlings durch Truppen des Warschauer Paktes.

Zeitzeugin

Bettina Wegner

Die Studentin Bettina Wegner ist kommunistisch erzogen. Sie kann wie viele junge Menschen nicht begreifen, dass die sozialistische ČSSR 1968 von ihren Bruderstaaten brutal überfallen wird.

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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350