Mit dem Schiff nach Bornholm
Zwei Mitglieder der Jungen Gemeinde Schmöckwitz werden in Rostock nach einem Schauprozess zu je acht Jahren Zuchthaus verurteilt, weil sie angeblich auf der Ostsee ein Schiff nach Bornholm umleiten wollten.
Der weiß Gott nicht ernst gemeinte Wunsch nach einem Abstecher zur dänischen Insel Bornholm wird den Mitgliedern der Jungen Gemeinde
Berlin-Schmöckwitz zum Verhängnis. Im Bild: der Zettel, den die Jugendlichen dem Kapitän der MS Seebad Binz übergeben. Für die jungen Leute ist es ein Spaß, und sie erwarten vom Kapitän eine ebenso witzige Antwort. Der informiert jedoch die Küstenwache und steuert den nächsten Hafen an. Dort werden die zehn Jugendlichen verhaftet.
Diese Verse schreibt Ursula Rogall am 13. August 1961 unter dem Eindruck des Mauerbaus. Zusammen mit ihren Freunden der Jungen Gemeinde
Berlin-Schmöckwitz wird sie am 18. August 1961 auf dem Ausflugsschiff MS Binz verhaftet. Die „Hetzverse“ dienen dem MfS als Beweismaterial im Prozess gegen die zehn Jugendlichen.
Diese Verse schreibt Ursula Rogall am 13. August 1961 unter dem Eindruck des Mauerbaus. Zusammen mit ihren Freunden der Jungen Gemeinde
Berlin-Schmöckwitz wird sie am 18. August 1961 auf dem Ausflugsschiff MS Binz verhaftet. Die „Hetzverse“ dienen dem MfS als Beweismaterial im Prozess gegen die zehn Jugendlichen.
Am 18. August 1961, fünf Tage nach dem
Da kommt einer der Jugendlichen auf die alberne Idee, dem Kapitän einen Brief zu schreiben. Die Überschrift lautet: „Seiner Majestät, dem Herrn Admiral auf SMS Seebad Binz` untertänigst übermittelt“. Auf dem Schreiben, das heute im Archiv der
Unglaublich, aber wahr: Der Kapitän des Ausflugsdampfers reagiert hysterisch. Denkt er wirklich, Opfer einer Entführung zu sein? Jedenfalls informiert er über Funk die Küstenwache und steuert den Hafen Saßnitz an. Dort werden die angeblichen Kidnapper mit vorgehaltener Maschinenpistole empfangen und in Handschellen von Bord geführt.
Die Postkarte, die Dietrich Gerloff während der Fahrt mit der MS Seebad Binz an eine Bekannte in West-Berlin schreibt. Die Staatssicherheit fängt
die Karte ab und beschlagnahmt sie. Sie dient im Prozess gegen die zehn Jugendlichen, die vom MfS als „Gangster und Piraten“ bezeichnet werden, als Beweismaterial.
Backbord liegt die Insel Bornholm: Die Postkarte, die Dietrich Gerloff während der Fahrt mit der MS Seebad Binz an eine Bekannte in West-Berlin
schreibt. Die unterstrichenen Textzeilen sollen bei Gericht die geplante Republikflucht beweisen.
Die von Dietrich Gerloff geschriebenen Ausflugsgrüße kommen nie bei Heidi in West-Berlin an. Im Bild: das Beschlagnahmeprotokoll der Postkarte.
Stasi ahoi: Traurige Justizposse auf Kosten von Jugendlichen
An die Stasi-Zentrale nach Berlin geht folgende Meldung: „14 Banditen versuchten gewaltsam, das Küstenmotorschiff Binz` nach Bornholm umzuleiten. Ein durch Funk in Kenntnis gesetztes Küstenwachschiff der Deutschen Grenzpolizei konnte rechtzeitig eingreifen und die Banditen festnehmen.“ Der
Die Geschichte wäre eine harmlose Anekdote, würde sie für die Jugendlichen nicht in einer Katastrophe enden: Vor dem Bezirksgericht Rostock beginnt eine brutale Justizposse. Nur acht Tage nach der Tat verurteilt das Gericht Jürgen Wiechert (18) und Dietrich Gerloff als „Rädelsführer“ zu acht Jahren Freiheitsentzug. Die anderen Jugendlichen erhalten Strafen zwischen drei Monaten und zwei Jahren – und stehen fortan ganz oben auf der Stasi-Beobachtungsliste.
Die beiden Hauptbeschuldigten werden im Oktober 1963 gegen Zahlung von Westgeld vorzeitig aus der Haft entlassen. Mit Jürgen Wiechert hat sich die DDR einen unbeugsamen Gegner erzogen. Als Kurier unterstützt er eine Fluchthelferorganisation und landet 1965 erneut im Stasi-Knast. Wieder wird er
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350