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Der Widerstand junger Studenten an der Universität Leipzig

Der Widerstand junger Studenten an der Universität Leipzig

Redaktion

In Leipzig protestieren Studenten 1950 gegen die Behinderung der bürgerlichen Kandidaten bei den Studentenratswahlen. Wegen des offenkundigen Wahlschwindels bei der Volkskammer- und den Landtagswahlen verteilen sie Flugblätter.

(© Universitätsarchiv Leipzig) (© Universitätsarchiv Leipzig) (© Universitätsarchiv Leipzig ) (© Universitätsarchiv Leipzig ) (© Universitätsarchiv Leipzig ) (© Universitätsarchiv Leipzig)

In Leipzig protestieren Studenten 1950 gegen die Behinderung der bürgerlichen Kandidaten bei den Studentenratswahlen. Wegen des offenkundigen Wahlschwindels bei der Interner Link: Volkskammer- und den Landtagswahlen verteilen sie Flugblätter.

Herbert Belter wird am 5. Oktober 1950, zehn Tage vor der Volkskammerwahl, verhaftet. Gemeinsam mit seinem Freund Helmut du Menil verteilt er Flugblätter in der Leipziger Innenstadt. Auf dem Rückweg geraten sie in eine Routinekontrolle der Polizei. Herbert Belter wird auf die Wache mitgenommen, sein Freund nicht. Am nächsten Morgen durchsucht die Volkspolizei Herbert Belters Wohnung. Dort findet sie Flugblätter und Schriften – ein ausreichender Grund, ihn und neun weitere Studenten an den sowjetischen Geheimdienst auszuliefern.

Herbert Belter hat Informationen zur politischen Entwicklung an der Universität Leipzig an den Interner Link: RIAS geliefert und vom Sender Plakate und Bücher erhalten. Darunter befindet sich auch die Zeitschrift Interner Link: Der Monat. Aufgrund eines Artikels in diesem Heft wird Herbert Belter beschuldigt, antisowjetische Literatur zu verbreiten. Wegen der Zusammenarbeit mit dem RIAS wirft ihm das Interner Link: Sowjetische Militärtribunal (Interner Link: SMT) Dresden Spionage vor.

Der Angeklagte weist diesen Vorwurf entschieden zurück. Laut Protokoll sagt er in seinem Schlusswort: „Man klagt mich der politischen Spionage an, aber ich weise diese Anklage als absurd zurück. Ich habe an den RIAS keine geheimen Informationen über politische Versammlungen weitergegeben. Ich habe an den RIAS Informationen über Studentenversammlungen weitergegeben, bei denen 3.000 Personen anwesend waren und über die auch in den Zeitungen geschrieben wurde. Man klagt mich an, ich hätte antisowjetische, antidemokratische Literatur aufbewahrt. Ich erhebe Einspruch gegen eine solche Bezeichnung dieser Literatur, die bei mir beschlagnahmt wurde.“

Herbert Belters Schlusswort stößt auf taube Ohren. Das SMT Dresden verurteilt ihn am 20. Januar 1951 wegen Spionage, Aufbau einer konterrevolutionären Gruppe und Verbreitung antisowjetischer Literatur zum Tode durch Erschießen. Die mitangeklagten Kommilitonen erhalten meist 25 Jahre Arbeitslager. Im April 1951 wird Herbert Belter nach Moskau gebracht. Das Präsidium des Obersten Sowjets lehnt ein Gnadengesuch ab. Herbert Belter wird am 28. April 1951 erschossen. Er ist 21 Jahre alt.

Die sterblichen Überreste von Herbert Belter werden im Moskauer Friedhof Donskoje verscharrt. Die russische Militärstaatsanwaltschaft erklärt das Urteil 1994 für rechtswidrig und rehabilitiert ihn.

Fussnoten

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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350