Widerstand der Berliner Falken
Eine Besonderheit in Berlin: Es gibt bis zum Mauerbau 1961 offizielle Kreisverbände der SPD und der ihr nahe stehenden Kinder- und Jugendorganisation "Die Falken". Ansonsten ist in der Sowjetischen Besatzungszone und später in der DDR eine eigenständige SPD verboten. Im Kampf um die politische Einflussnahme auf Jugendliche sind "Die Falken" für die SED-kontrollierte FDJ ein verhasster Gegner.
Das Symbol der SPD-nahen Jugendorganisation Die Falken aus der Nachkriegszeit, 1950er Jahre.
Die Falken sind in Berlin zugelassen! Ein Veranstaltungsplakat vom Oktober 1947.
Plakat der Falken aus dem Jahre 1948.
Wahlplakat der SPD für die am 5. Dezember 1948 angesetzten Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung in Berlin, die in Ost-Berlin verboten sind.
Gerhard Sperling bei einem Ausflug der Lichtenberger Falken 1948.
Mitgliedskarte von Gerhard "Spatz" Sperling.
Zeigt Flagge: Lothar Otter (mit Wimpel) und seine Lichtenberger Falkengruppe am 1. Mai 1949 in West-Berlin.
Falken-Mitglied Gerhard Sperling in Haft. Foto aus der Haftkartei, circa 1950.
Der Falke Horst Glanck in Haft. Foto aus der Haftkartei, circa 1950.
Günter Schlierf, Mitglied der Falken, circa 1947.
Junge Freunde aus Ostdeutschland! Solidaritätsadresse der Sozialistischen Jugend Deutschlands (SJD) Die Falken an die ostdeutsche Jugend. Der Anlass
waren die Weltjugendfestspiele 1951 in Ost-Berlin. Die Falken unterstützen den Kampf gegen die kommunistische Diktatur.
Junge Freunde aus Ostdeutschland! Solidaritätsadresse der Sozialistischen Jugend Deutschlands (SJD) Die Falken an die ostdeutsche Jugend. Der Anlass
waren die Weltjugendfestspiele 1951 in Ost-Berlin. Die Falken unterstützen den Kampf gegen die kommunistische Diktatur.
Eine Besonderheit im Nachkriegsberlin: In der Stadt mit den vier Besatzungsmächten gibt es bis zum
Für die
Als Mitglieder einer SPD-nahen Organisation nehmen Die Falken aktiv an den politischen Auseinandersetzungen in der Stadt teil – egal, ob sie in Ost- oder West-Berlin wohnen und arbeiten. Dies zeigt sich unter anderem bei den für den 5. Dezember 1948 in Berlin angesetzten Wahlen für die Stadtverordnetenversammlung. Für Falken ist es selbstverständlich, sich im Wahlkampf für die SPD einzusetzen. Von der
Zwei 17-Jährige aus Ost-Berlin (Lichtenberg) kleben in der Nacht vom 4. zum 5. Dezember 1948 heimlich Plakate der SPD und der Falken: Günther Schlierf, Lehrling bei der Reichsbahn, und der Elektrolehrling Horst Glanck. Dabei werden sie von
Die Falken in Berlin: Höhenflug, gestutzte Flügel, Bruchlandung
Aus Protest gegen die Verhaftung ihrer Kameraden beschließen Freunde aus der Lichtenberger Falken-Gruppe, etwas zu unternehmen. Die beiden 18-Jährigen Lothar Otter, Verwaltungslehrling, und Gerhard Sperling,
Lehrling beim
Telegraf-Meldung über das Urteil gegen Otter, Glanck, Schlierf und Sperling (Mitte Oktober 1949).
Heimlich werfen sie diese Flugblätter am Ostberliner S-Bahnhof Friedrichstraße aus der in Richtung West-Berlin anfahrenden S-Bahn. Weitere Flugblätter legen sie auf Westberliner Bahnhöfen in S-Bahn-Züge, die Richtung Ost-Berlin fahren, um so der Gefahr einer Festnahme durch die Ostberliner Polizei zu entgehen. Denn so sehr die Kommunisten Rosa Luxemburg als Märtyrerin verehren, so wenig lieben sie diesen Satz, mit dem Rosa Luxemburg 1917 die Machtergreifung der Bolschewisten in Russland kommentiert hatte.
Anfang 1949 verschwindet Gerhard Sperling spurlos, dann wird Lothar Otter am 2. Mai 1949 von der Ostberliner Polizei verhaftet und dem sowjetischen Geheimdienst übergeben. Bei einer Hausdurchsuchung werden in Lothar Otters Zimmer Die Falken-Zeitschrift Solidarität und die SPD-nahe Tageszeitung Telegraf gefunden. Die sowjetische Militärstaatsanwaltschaft wirft Lothar Otter vor, „feindliche“ Zeitungen gelesen und „systematisch feindselige Propaganda“ betrieben zu haben.
Am 7. Juli 1949 werden die vier Jugendlichen in einem geheimen Prozess ohne Zeugen und anwaltlichen Beistand von einem
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350