Biermann – die Biografie
1936 in Hamburg geboren, verlässt Wolf Biermann als 16-Jähriger seine Heimatstadt und siedelt in die DDR über. Er hält den jungen Arbeiter- und Bauernstaat damals für den besseren Teil Deutschlands.
Der "Preußische Ikarus" - Wolf Biermann auf der Weidendammer Brücke über der Spree in Ost-Berlin.
Wolf Biermann im Kreis seiner Freunde: Helga Nowak, Sarah Kirsch, Gert Loschütz, Robert Havemann, Fritz Rudolf Fries, Rainer Erb, Kurt Bartsch,
Rainer Kirsch. Die Aufnahme entstand 1965, in Biermanns Wohnung in der Chausseestraße 131 in Ost-Berlin.
Da er mit einem Auftrittsverbot belegt ist, kann Wolf Biermann sein Lied zum Putsch in Chile nicht während der X. Weltfestspiele in Ost-Berlin
präsentieren. Stattdessen trägt er das Lied am 30. Juni 1973 Journalisten in seiner Wohnung vor.
Ermutigung für seinen Freund, den Dichter Peter Huchel: Wolf Biermanns Text „Du, laß dich nicht verhärten“, geschrieben 1968.
Text "Warte nicht auf beßre Zeiten", 1974 von Wolf Biermann geschrieben.
Gemeinsamer Auftritt ausgewiesener Künstler: Am 4. November 1977 treten Wolf Biermann, Gerulf Pannach (29) und Christian Kunert (25) in der
Eissporthalle in West-Berlin auf.
Vier Unerwünschte: Nach der Ausbürgerung Wolf Biermanns im November 1976 werden Christian Kunert, Gerulf Pannach und Jürgen Fuchs vom MfS
verhaftet. Gerulf Pannach und Christian Kunert sind nahezu jedem Jugendlichen in der DDR bekannt, denn sie spielen in der Klaus Renft Combo, die im September 1975 verboten wird. Das Bild zeigt die drei nach ihrer Ausbürgerung im August 1977 zusammen mit Wolf Biermann in West-Berlin. V.l.n.r.: Christian Kunert, Gerulf Pannach, Wolf Biermann, Jürgen Fuchs.
Jahrzehntelang hat die Staatssicherheit Wolf Biermann bespitzelt. Nach der Verabschiedung des Stasi-Unterlagen-Gesetzes im November 1991 kann er nun
im Januar 1992 erstmals seine Akten einsehen.
1. Februar 2002: Wolf Biermann bei der Ausstellungseröffnung „Der Mut der Wenigen“ im Informations- und Dokumentationszentrum der BStU.
Wolf Biermann und Roland Jahn am 2. Oktober 2010 in der "Open-Air-Ausstellung Friedliche Revolution 1989/1990" auf dem Alexanderplatz in Berlin.
Wolf Biermann 2010 in der "Open-Air-Ausstellung Friedliche Revolution 1989/1990" auf dem Berliner Alexanderplatz. Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf
Walter / RHG_Fo_HAB_25053
Unter dem Titel: "Verlorene Lieder - verlorene Zeit" findet am 2. Dezember 1989 im Haus der Jungen Talente in Ost-Berlin ein Konzert von Liedermachern
aus der DDR und ehemaligen aus der DDR ausgewiesenen Künstlern statt. Im Anschluss gab es lebhafte Diskussionen zwischen dem Publikum und den Künstlern. v.l.: Wolf Biermann, Dr. Dietmar Keller, Pfarrer Friedrich Schorlemmer, Lutz Bertram, Matthias Görnandt, ein Arbeiter aus Gera, Bettina Wegner und Jürgen Fuchs.
Zum ersten mal nach seiner Ausbürgerung 1976 kann Wolf Biermann wieder in der DDR auftreten. Am 1. Dezember 1989 wird er in der Leipziger Messehalle
2 von den etwa 5.000 Besuchern mit einem Beifallsorkan empfangen.
Eintrittskarte zu Wolf Biermanns erstem Konzert nach seiner Ausbürgerung in Ost-Berlin.
Der Student Wolf Biermann (2. v.r.) bei den Proben des Arbeiter- und Studentenensembles der Humboldt-Universität am 24. Oktober 1960. Als Wolf
Biermann in den folgenden Jahren mit der Parteiführung in Konflikt gerät, wird das Foto mit einem Sperrvermerk versehen. Es darf nun nicht mehr veröffentlicht werden. Biermann ist zu einer Unperson geworden.
Wolf Biermann, geboren am 15. November 1936 in Hamburg, entstammt einem jüdischen kommunistischen Elternhaus. Sein Vater, Schlosser und Maschinenbauer, wird wegen Sabotage gegen die
1955 macht Wolf Biermann in der DDR Abitur und studiert danach an der Berliner Humboldt-Universität Politische Ökonomie. 1957 bricht er das Studium ab und ist bis 1959 Regieassistent am
In dieser Zeit komponiert Wolf Biermann seine ersten Lieder. Er nennt sich, in Anlehnung an sein großes Vorbild, den Stückeschreiber
Hamburg – Ost-Berlin – Hamburg: Vom Regen in die Jauche
Wolf Biermann wird Kandidat der
1976 lässt die DDR-Führung Wolf Biermann auf Einladung der westdeutschen Industriegewerkschaft Metall zu einer Tournee in die Bundesrepublik aufbrechen. Drei Tage nach diesem ersten Konzert, am 16. November 1976, entzieht ihm die DDR ihre Staatsbürgerschaft. Der überzeugte Kommunist Wolf Biermann muss nun unfreiwillig im Westen bleiben und geht zurück nach Hamburg. Er singt: „ ... gekommen bin ich ... vom Regen in die Jauche.“ So kommentiert er lakonisch seine Ausbürgerung. Später korrigiert er sich: das ungerechte Wort Regen nimmt er zurück. Auch der Westen ist zunächst nicht gänzlich erfreut über den neuen Staatsbürger. Als „singender
Nach der Ausbürgerung erhält Wolf Biermann nur ein einziges Mal die Einreiseerlaubnis in die DDR: 1982 kann er für drei Tage seinen sterbenden Freund Robert Havemann besuchen. Schon wenige Tage nach dem
In den darauffolgenden Jahren veröffentlicht Wolf Biermann zahlreiche Texte, in denen er sich kritisch mit den politischen Verhältnissen im vereinigten Deutschland auseinandersetzt. Er ist und bleibt auch in der Bundesrepublik ein unbequemer Zeitgenosse. Rückwirkend bestätigt Biermann die Folgen des schwerwiegenden Fehlers der DDR-Regierung: "Keine DDR konnte kippen, weil sie irgendeinen Mann mit Gitarre ins deutsche Exil jagt. Was Deutschland damals erschüttert hat, am meisten die DDR selbst, war der Protest gegen diese Ausbürgerung."
Ermutigung für seinen Freund, den Dichter Peter Huchel: Wolf Biermanns Lied „Du, lass dich nicht verhärten“, geschrieben 1968
Ermutigung
(für P. Huchel)
Du, lass dich nicht verhärten
in dieser harten Zeit
die allzu hart sind, brechen
die allzu spitz sind, stechen
und brechen ab sogleich.
Du, lass dich nicht verbittern
in dieser bittern Zeit
die Herrschenden erzittern
sitzt du erst hinter Gittern
doch nicht vor deinem Leid.
Du, lass dich nicht erschrecken
in dieser Schreckenszeit
das woll`n sie doch bezwecken
dass wir die Waffen strecken
schon vor dem großen Streit.
Du, lass dich nicht verbrauchen
gebrauche deine Zeit
Du kannst nicht untertauchen
Du brauchst uns, und wir brauchen
grad deine Heiterkeit.
Wir woll`n es nicht verschweigen
in dieser Schweigezeit
das Grün bricht aus den Zweigen
wir woll`n das allen zeigen
dann wissen sie Bescheid.
Spieldauer: 3 Min.
hrsg. von: Wolf Biermann, "aah-ja!"/LiederProduktion, Altona 1996
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350