Olof-Palme-Friedensmarsch
Im September 1987 nimmt auch die Opposition am Olof-Palme-Friedensmarsch teil. Eine der Pilgerrouten führt vom ehemaligen Konzentrationslagern Ravensbrück und zu dem in Sachsenhausen. Aufgrund der internationalen Beteiligung bleibt dem Staat nichts anderes übrig, als die missliebigen Aktivisten gewähren zu lassen.
Rast vor einer Kirche während des Olof-Palme-Friedensmarsches im September 1987.
Uli Band von der Initiative Frieden Konkret an der Gedenkstätte des KZs Ravensbrück. Er demonstriert im Rahmen des Olof-Palme-Friedensmarsches im
September 1987 auf dem Pilgerweg vom KZ Ravensbrück zum KZ Sachsenhausen.
Rainer Müller beteiligt sich als Mitglied der Umweltgruppe aus Borna am Olof-Palme-Friedensmarsch. Hier auf dem Abschnitt vom KZ Ravensbrück zum KZ
Sachsenhausen Anfang September 1987.
„So etwas hat es hier noch nie gegeben“: Dieser Artikel von Karl-Heinz Baum erscheint am 7. September 1987 in der Frankfurter Rundschau. Der in
der DDR akkreditierte Korrespondent berichtet in seinem Artikel über die DDR-Friedensgruppen, deren kritische Transparente wegen der internationalen Beteiligung am Olof-Palme-Friedensmarsch von den Sicherheitsorganen geduldet werden.
Die Gruppe Frauen für den Frieden nimmt mit einem eigenen Transparent am Pilgerweg vom KZ Ravensbrück zum KZ Sachsenhausen teil.
Erklärung der Aktion Sühnezeichen (Vorbereitungsgruppe) zum Pilgermarsch zwischen den ehemaligen KZs Ravensbrück und Sachsenhausen (2. bis 5.
September 1987). Am Pilgerweg beteiligen sich circa 500 Menschen.
„Gemeinsam unterwegs“: Teilnehmer des Pilgerganges vom KZ Ravensbrück zum KZ Sachsenhausen im Rahmen des Olof-Palme-Friedensmarsches im September
1987.
„Für Abrüstung in Ost und West“: Teilnehmer des Pilgermarsches vom KZ Ravensbrück zum KZ Sachsenhausen im September 1987.
Die Stasi marschiert mit: Unter dem Decknamen „Palme 87“ observiert das MfS die Teilnehmer des Olof-Palme-Friedensmarsches vom 1. bis 18.
September 1987 permanent. So auch den Demonstrationszug von circa 300 Personen, die mit eigenen Transparenten am 18. September über das Terassenufer zur Abschlusskundgebung auf dem Georgij-Dimitroff-Platz in Dresden marschieren.
Die Stasi observiert die Teilnehmer der Abschlusskundgebung des Olof-Palme-Friedensmarsches am 18. September 1987 in Dresden.
Die Stasi observiert die Teilnehmer der Abschlusskundgebung des Olof-Palme-Friedensmarsches am 18. September 1987 in Dresden.
Die Stasi observiert die Teilnehmer der Abschlusskundgebung des Olof-Palme-Friedensmarsches am 18. September 1987 in Dresden.
Die Staatsicherheit dokumentiert den Streckenverlauf des Olof-Palme-Friedensmarsches 1987.
Der schwedische Premierminister und Friedensnobelpreisträger
Die Marschroute führt auch durch die DDR. Neben den ausländischen Teilnehmern und offiziellen staatlichen Friedenskomitees dürfen in der DDR auch kirchliche Kreise an dem Marsch vom 1. bis 18. September 1987 teilnehmen. Die DDR zeigt der Welt in diesen Tagen ein freundliches Gesicht, da Partei- und Staatschef
Demonstration gegen atomare Bedrohung und Kalten Krieg
Zwischen den ehemaligen
Die Parolen lauten „Abrüstung auch in den Schulen und Kindergärten“, „Abschaffung der Wehrpflicht“ und „Für einen sozialen Friedensdienst“. Aufgrund der internationalen Beteiligung greifen die Sicherheitsorgane nicht ein. Wohl oder übel müssen sie die offenen Provokationen der Friedensaktivisten schlucken. Damit findet erstmals eine legale Friedensdemonstration der DDR-
In vielen Städten der DDR – Weimar, Königswalde,
Einige Oppositionelle hoffen in diesen Tagen, in denen die Welt auf die DDR-Friedensbewegung schaut, auf wachsende politische Freiräume, um endlich die Gesellschaft mitgestalten zu können. Doch schon bald nach dem Ende des Olof-Palme-Friedensmarsches macht die Staatsführung ihre Hoffnungen zunichte: Sie lässt die Umwelt-Bibliothek Berlin durch die Stasi überfallen, ihre Mitarbeiter festnehmen und kostbare Druckutensilien beschlagnahmen.
So bleibt der Olof-Palme-Friedensmarsch die einzige legale Demonstration der Opposition in der DDR.
Die DDR hat ihre Unterstützung für den internationalen Olof-Palme-Friedensmarsch bereits zugesagt. Als auch kirchliche Gruppen mit eigenen Plakaten mitmachen, sind der Staatsmacht die Hände gebunden.
Mit diesen Plakaten für die Abrüstung in der DDR bin ich die ganzen drei Tage zu Fuß bis zum Berliner Stadtrand marschiert. Ich konnte das Plakat frei tragen – selbst noch abends auf dem Weg zum Nachtquartier in der Berliner S-Bahn, wo ich es über meiner Schulter hatte. Ich habe es auch am nächsten Tag getragen, auf der Demonstration durch Berlin, und von dort wieder durch die S-Bahn nach Wittenberg, zur nächsten Station. Keiner hat was dagegen gesagt, dass ich ein Plakat für Abrüstung in der DDR jedermann zeigte: auf den Bahnhöfen, im Zug und überall. Das war vorher undenkbar gewesen.
Vorher sind Leute ins Gefängnis gekommen beziehungsweise wurden nach West-Deutschland abgeschoben. Und so war das eine sehr ermutigende Erfahrung: Es ist möglich, man ist nicht alleine, hat nicht nur die eigene Gruppe, sondern ganz viele Leute aus vielen Orten. Viele treffen sich und sind an derselben Sache dran, treffen sich und veranstalten etwas und unterstützen sich gegenseitig. Es gab viel Austausch untereinander, ständige, tagelange Gespräche. Jetzt konnten wir erleben, wie wir unsere Meinung frei sagen konnten. Endlich mal aus dem kirchlichen Rahmen und über die privaten Freundeskreise hinaus, in die Öffentlichkeit.
Rainer Müller, Zeitzeuge auf www.jugendopposition.de
Produktion: 2004
Spieldauer: 2 Min.
© 2004 Robert-Havemann-Gesellschaft & Bundeszentrale für politische Bildung
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350