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Die Grünen und die DDR-Friedensbewegung

Die Grünen und die DDR-Friedensbewegung

Redaktion

Die Grünen starten Solidaritätsaktionen mit oppositionellen DDR-Gruppen. Einige von ihnen reisen zu einer Demonstration nach Ost-Berlin. Nach dem Entrollen eines Plakats auf dem Alexanderplatz werden sie von Sicherheitskräften festgenommen.

(© Archiv Grünes Gedächtnis) (© Archiv StAufarb, Bestand Klaus Mehner,83_1031_DDR-Gruene_03) (© Archiv StAufarb, Bestand Klaus Mehner, 83_1031_POL_Gruene_10 )

Die bundesdeutsche Partei Die Grünen, die eng mit der westdeutschen Friedens- und Umweltbewegung verbunden ist, stellt in den 1980er Jahren die wichtigste Brücke für die DDR-Oppositionsgruppen zur bundesdeutschen Politik dar. Dies können auch Interner Link: Stasi-Agenten wie der deutschlandpolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, Interner Link: Dirk Schneider, nicht verhindern.

Grüne Politiker wie Interner Link: Petra Kelly, Interner Link: Lukas Beckmann, Interner Link: Elisabeth Weber und Interner Link: Waltraud Schoppe engagieren sich innerhalb ihrer Partei stark für DDR-Bürger. Ihnen geht es, wie den DDR-Oppositionsgruppen, vor allem um die Durchsetzung der grundlegenden Menschenrechte in der DDR. Sie sind oft mit Einreiseverboten in die DDR belegt, müssen sich aber auch gegen Widerstände innerhalb ihrer eigenen Partei durchsetzen. Denn nicht alle Grünen halten eine Unterstützung der Interner Link: Opposition im Osten für sinnvoll. Einige Parteimitglieder glauben, ein Konfrontationskurs mit der DDR-Regierung würde der internationalen Friedensbewegung schaden.

Die DDR-Regierung erteilt grünem Politiker Einreiseverbot

Ende der 1970er Jahre nehmen Grünen-Politiker wie Michael Schroeren, Elsbeth Zylla und Interner Link: Marie-Luise Lindemann an Veranstaltungen der DDR-Friedensbewegung teil. Sie sympathisieren zum Beispiel mit den Frauen für den Frieden. Michael Schroeren wird daraufhin von den DDR-Behörden mit einem fast zehnjährigen Einreiseverbot belegt.

Trotz aller Schwierigkeiten planen die Grünen auch gemeinsame Aktionen mit DDR-Gruppen: Am 12. Mai 1983 reisen einige Grüne, darunter Petra Kelly und Gerd Bastian, nach Ost-Berlin und treffen sich mit DDR-Oppositionellen zu einer kleinen Demo auf dem Alexanderplatz. Als sie ein Plakat mit dem „Schwerter-zu-Pflugscharen“-Symbol hervorholen, werden sie von Sicherheitskräften festgenommen.

Stark engagieren sich die Grünen nach der Verhaftungswelle in Jena, der Stasi-Interner Link: Aktion „Interner Link: Gegenschlag“ und der gewaltsamen Ausbürgerung von Roland Jahn. Am 29. April 1983 organisieren die Grünen in Dortmund eine Solidaritätsveranstaltung für die inhaftierten und teils ausgewiesenen Mitglieder der Interner Link: Jenaer Friedensgemeinschaft. Hier tritt auch der aus der DDR ausgewiesene Michael Blumhagen auf, der Schöpfer der Plastik für das Grab von Interner Link: Matthias Domaschk.

Grüner Besuch bei Erich Honecker in Ost-Berlin

Am 31.Oktober 1983 trifft sich erstmals eine Delegation der Bundestagsfraktion der Grünen mit Erich Honecker in Ost-Berlin. Die Interner Link: SED stimmt diesem Treffen aus propagandistischen Zwecken zu. Seht her, will sie damit sagen, wir kämpfen gemeinsam gegen Kapitalismus und Aufrüstung! Tatsächlich sprechen die Grünen die Menschenrechtsverletzungen in der DDR an und nutzen ihren offiziellen Besuch auch dazu, bekannte DDR-Oppositionelle privat zu besuchen.

Insgesamt verfolgen die Grünen eine effektive Doppelstrategie: Zum einen halten sie offizielle Kontakte zur SED, zum anderen unterstützen sie die Arbeit der Oppositionsgruppen in der DDR. Hier engagieren sich vor allem Teile der Parteibasis. Allerdings gibt es auch Stimmen, die den ausgereisten Jenensern vorwerfen, das „bessere Deutschland“ verlassen zu haben. (Dorothea Fischer berichtet im Zeitzeugen-Interview darüber.) Andere bundesdeutsche Parteien versagen der DDR-Opposition aus politischem Kalkül ihre offene Unterstützung.

Fussnoten

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Atomares Wettrüsten, NATO-Doppelbeschluss, Kriegsrecht in Polen, Afghanistan, Punk, Rock für den Frieden

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Ein Aufnäher wird zum Symbol für die Friedensbewegung in der DDR. Das Ziel: Stopp der atomaren Aufrüstung in Ost und West.

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Roland Jahn

Roland Jahn wird am 8. Juni 1983 gegen seinen Willen ausgebürgert und mit Gewalt in die Bundesrepublik abgeschoben. In Knebelketten zum Grenzübergang Probstzella gebracht, sperrt man ihn in ein…

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Für die Friedensaktivisten steht fest: Die Kirche ist obrigkeitshörig. Sie setzen lieber auf eigene Aktionen. Bald sind die Jenenser über die Stadt hinaus bekannt.

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Matthias Domaschk

Matthias Domaschk fand in der Jungen Gemeinde Halt und Freiraum, im DDR-Staat geriet er ins Visier der Stasi. Sein Engagement für Freiheit und Solidarität machte ihn zum „politisch…

Zeitzeugin

Dorothea Fischer

Am 12. April 1981 stirbt Matthias Domaschk während eines zweitägigen Verhörs durch die Staatssicherheit. Der Tod ihres Freundes schockt und radikalisiert die Jugendlichen.

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Weißer Kreis Jena

Sie protestieren für ihre Ausreise. Anders als viele andere machen die Mitglieder des Weißen Kreises Jena im Sommer 1983 ihr Bestreben, die DDR zu verlassen, öffentlich auf dem Jenaer Platz der…

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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350