Die Grünen und die DDR-Friedensbewegung
Die Grünen starten Solidaritätsaktionen mit oppositionellen DDR-Gruppen. Einige von ihnen reisen zu einer Demonstration nach Ost-Berlin. Nach dem Entrollen eines Plakats auf dem Alexanderplatz werden sie von Sicherheitskräften festgenommen.
„Äußerste Empörung“ über die Ausbürgerung Roland Jahns: Brief der Grünen-Fraktion des Bundestags an Erich Honecker (10. Juni 1983).
Am 31. Oktober 1983 empfängt Erich Honecker die unbequemen Bundestagsabgeordneten der Grünen. (v.l.n.r.): Antje Vollmer, Gustine Johannsen, Lukas
Beckmann, Erich Honecker (SED), Dirk Schneider, Otto Schily, Petra Kelly, Gerd Bastian.
Nach dem Empfang entrollen die Bundestagsabgeordneten Gert Bastian, Petra Kelly und Otto Schilly (v.l.n.r.) Transparente mit dem Logo "Schwerter zu
Pflugscharen" und solidarisieren sich mit der Friedensbewegung in der DDR.
Die bundesdeutsche Partei Die Grünen, die eng mit der westdeutschen Friedens- und Umweltbewegung verbunden ist, stellt in den 1980er Jahren die wichtigste Brücke für die DDR-Oppositionsgruppen zur bundesdeutschen Politik dar. Dies können auch
Grüne Politiker wie
Die DDR-Regierung erteilt grünem Politiker Einreiseverbot
Ende der 1970er Jahre nehmen Grünen-Politiker wie Michael Schroeren, Elsbeth Zylla und
Trotz aller Schwierigkeiten planen die Grünen auch gemeinsame Aktionen mit DDR-Gruppen: Am 12. Mai 1983 reisen einige Grüne, darunter Petra Kelly und Gerd Bastian, nach Ost-Berlin und treffen sich mit DDR-Oppositionellen zu einer kleinen Demo auf dem Alexanderplatz. Als sie ein Plakat mit dem „Schwerter-zu-Pflugscharen“-Symbol hervorholen, werden sie von Sicherheitskräften festgenommen.
Stark engagieren sich die Grünen nach der Verhaftungswelle in Jena, der Stasi-
Grüner Besuch bei Erich Honecker in Ost-Berlin
Am 31.Oktober 1983 trifft sich erstmals eine Delegation der Bundestagsfraktion der Grünen mit Erich Honecker in Ost-Berlin. Die
Insgesamt verfolgen die Grünen eine effektive Doppelstrategie: Zum einen halten sie offizielle Kontakte zur SED, zum anderen unterstützen sie die Arbeit der Oppositionsgruppen in der DDR. Hier engagieren sich vor allem Teile der Parteibasis. Allerdings gibt es auch Stimmen, die den ausgereisten Jenensern vorwerfen, das „bessere Deutschland“ verlassen zu haben. (Dorothea Fischer berichtet im Zeitzeugen-Interview darüber.) Andere bundesdeutsche Parteien versagen der DDR-Opposition aus politischem Kalkül ihre offene Unterstützung.
„Die Grünen“ sind in Bezug auf die DDR-Opposition gespalten. Viele Altlinke halten die DDR immer noch für das „bessere“ Deutschland.
„Die Grünen hatten uns eingeladen, an einem Parteitag teilzunehmen und da auch zu sprechen. Sie hatten uns gebeten, für Fragen zur Verfügung zu stehen. Im Nachhinein habe ich gehört, dass die immer irgendwie gemischt, zwiespältig waren: Menschen, die uns verstehen konnten und uns unterstützt haben. Aber auch Menschen, die uns gesagt haben: Oh, ihr habt quasi das bessere Deutschland verlassen, indem ihr aus der DDR weg gegangen seid. Das ist nicht gut, das ist nicht unterstützenswert. Wir wollen nicht, dass ihr was über die
Dorothea Fischer, Zeitzeugin auf www.jugendopposition.de
Produktion: 2004
Spieldauer: 1 Min.
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350