Manfred Krug
Als Manfred Krug die DDR 1977 in Richtung Westen verlässt, ist er einer der berühmtesten und beliebtesten Schauspieler des Landes.
Manfred Krug bei seiner Ausreise auf der Bornholmer Brücke am 20. Juni 1977.
Manfred Krug ist er einer der berühmtesten und beliebtesten Schauspieler der DDR. Bekannt ist er aber nicht nur wegen seiner vielen Fernseh- und
Kinorollen, sondern auch wegen seiner Vorliebe für Jazz-Musik. Hier Manfred Krug (Mitte) mit den Jazz-Optimisten bei der Premiere von "Lyrik-Jazz-Prosa" am 31. Oktober 1965 in der Kongreßhalle am Berliner Alexanderplatz.
Manfred Krug (2.v.r.) und die Schauspielerin Ursula Karusseit (1.v.r.) am 3. Oktober 1968 im Gespräch mit dem Vorsitzenden des Staatsrates, Willi
Stoph (1.v.l.) und SED-Chef Walter Ulbricht (2.v.l.) nach einer Preisverleihung.
Nina Hagen, Magdi Body (Ungarn), Manfred Krug und Tatjana Archipowa (UdSSR) (v.l.n.r.) am 9. April 1976 während eines Auftritts im
Friedrichstadt-Palast in Ost-Berlin. Bei der staatlichen DDR-Nachrichtenagentur ADN wird das Foto später mit einem Sperrvermerk versehen und darf nicht mehr veröffentlicht werden. Der Grund: Nina Hagen hat am 28. Dezember 1976 die DDR verlassen.
Der Film „Spur der Steine“, mit Manfred Krug in der Hauptrolle, wurde 1966 uraufgeführt und lief anschließend drei Tage in einigen Kinos. Dann
wurde er wegen „antisozialistischer Tendenzen“ aus dem Programm genommen. Erst im Herbst 1989 konnte der Film wieder in der DDR aufgeführt werden. Manfred Krug (l) und der Staatsratsvorsitzende Egon Krenz im Kino "International" kurz vor der Wiederaufführung des Films am 23. November 1989.
Auch Manfred Krug gehört zu den Unterzeichnern des Offenen Briefs gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns, mit dem er seit 1956 befreundet ist. Er fasst die Bedeutung des Liedermachers treffend zusammen: „Er war die Vorhut. Wenn er Richtung Front losging, und es blieb ruhig, konnte man bequem hinterherrobben. Nein, den Biermann wollte keiner loswerden. Der war unverzichtbar für die Orientierung. Als sie uns den weggenommen haben, wurden wir alle zum ersten Mal richtig böse.“
Manfred Krug versammelt am Abend des 19. November 1976 einige Schriftsteller und Schauspielfreunde in seinem Haus in Berlin und stellt ihnen den Brief vor. Die meisten von ihnen unterschreiben noch an diesem Abend. Am nächsten Tag gelingt es Manfred Krug, eine Runde prominenter DDR-Künstler und hoher Funktionäre der
Mit der Unterzeichnung des Offenen Briefs ist Manfred Krugs steile Karriere als Schauspieler und Jazz-Sänger in der DDR jäh beendet. Zwei schon fertig abgedrehte Filme werden nicht mehr gezeigt, weitere Rollenangebote werden zurückgezogen, Jazz-Konzerte mit Manfred Krug werden plötzlich abgesagt. Die
In seinem Antrag heißt es: „Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass es verschiedene Meinungen geben muss und dass es nicht verboten sein darf, sie öffentlich auszutragen. Ich bin davon überzeugt, dass Biermann unserem Land fehlt. Nach meinen Erfahrungen sehe ich keine Chance, hier weiter zu existieren. [...] Nach reiflichem Bedenken beantrage ich für meine Familie und mich die Ausreise aus der DDR in die
Dem Antrag wird stattgegeben. Im Westen arbeitet Manfred Krug schnell wieder als Schauspieler. Dort hat er großen Erfolg mit seiner Rolle als Anwalt in der Serie "Liebling Kreuzberg". Autor des Drehbuchs der Serie ist sein Freund
Manfred Krugs Autobiographie "Abgehauen" dokumentiert auf beklemmende Weise den „ganz normalen“ DDR-Alltag. Das Buch wird 1998 von
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350