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Jurek Becker

Jurek Becker

Redaktion

Jurek Becker (geb. 1937), Überlebender der KZs Ravensbrück und Sachsenhausen, zog nach dem Krieg nach Berlin. Dort studierte der jüdisch-polnische Schriftsteller von 1957 bis 1960 Philosophie.

(© Archiv StAufarb, Bestand Klaus Mehner,92_0615_KUL_JurekB_05) (© Bundesarchiv/183-M1115-304/Vera Katschorowski-Stark) (© Bundesarchiv/183-Z1218-303/Gabriele Senft) (© Bundesarchiv/183-1990-0610-018/Peer Grimm)

Interner Link: Jurek Becker tritt 1957 in die Interner Link: SED ein, gerät aber schon früh in Konflikt mit dem Staat. Aus politischen Gründen wird er vom Studium ausgeschlossen und seit 1959 permanent von der Interner Link: Stasi überwacht. Anfang der 1960er Jahre beginnt Jurek Becker, Drehbücher zu schreiben, und arbeitet bald als freier Schriftsteller. Sein Roman „Jakob der Lügner“ ist ein großer internationaler Erfolg und wird mehrfach verfilmt. Jurek Becker ist wie Interner Link: Stephan Hermlin einer der wenigen Schriftsteller, die öffentlich gegen den Ausschluss von Interner Link: Reiner Kunze aus dem Schriftstellerverband Anfang November 1976 protestieren.

Am 17. November 1976 gehört Jurek Becker zu den Erstunterzeichnern des Offenen Briefs gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns. Am selben Abend hält der Schriftsteller eine Lesung in Jena. Dort verliest er ebendiesen Brief, den man ihm kurz zuvor erst am Telefon vorgelesen hatte, vor Dutzenden Zuhörern. Gemeinsam mit seinem Publikum diskutiert er die Ausweisung des Liedermachers, bis der Veranstalter aus Angst vor den Folgen die Lesung abbricht.

Jurek Becker, den eine enge Freundschaft mit dem Schauspieler Interner Link: Manfred Krug verbindet, wird am 7. Dezember 1976 zum Sekretär für Kultur der SED-Bezirksleitung Berlin zitiert. Der Sekretär versucht, ihn auf die Parteilinie zurückzubringen. Doch Jurek Becker steht zu seiner Unterschrift. Im Protokoll des Gesprächs heißt es: „Ich habe das ja nicht gemacht oder unterschrieben, um mir zu beweisen, was ich für ein anständiger Kerl bin, was für einen Charakter ich habe. [...] Ich wollte damit Biermann zurückkriegen.“

1977 tritt Jurek Becker aus dem DDR-Schriftstellerverband aus. Daraufhin wirft ihn die SED aus der Partei. Im selben Jahr siedelt er in die Bundesrepublik über, wo er weiter erfolgreich als Drehbuchautor („Liebling Kreuzberg“) und Schriftsteller arbeitet. Jurek Becker stirbt 1997 in Berlin.

Fussnoten

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Kontext

Studentenunruhen 1968, Vietnam, Prager Frühling, Grundlagenvertrag, Tramperszene, Notstandsgesetze, KSZE, Renft-Combo

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Stephan Hermlin

Schriftsteller und Lyriker Stephan Hermlin ist einer der Hauptinitiatoren und Verfasser des Offenen Briefs, mit dem die DDR-Künstlerprominenz 1976 sich gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns wendet.

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Protest gegen Ausbürgerung Biermanns

Zwölf namhafte Künstler der DDR protestieren mit einem offenen Brief gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns. Immer mehr Menschen schließen sich DDR-weit mit ihrer Unterschrift diesen Protesten an.

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Die Ausbürgerung von Wolf Biermann

Am 16. November 1976 gibt die DDR-Nachrichtenagentur ADN in der Sache Wolf Biermann eine Meldung heraus, die politische Sprengkraft entwickelt.

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Biermann – die Biografie

1936 in Hamburg geboren, verlässt Wolf Biermann als 16-Jähriger seine Heimatstadt und siedelt in die DDR über. Er hält den jungen Arbeiter- und Bauernstaat damals für den besseren Teil Deutschlands.

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Protest in Jena

Die Mitglieder der Jungen Gemeinde Stadtmitte sind empört über die Ausbürgerung Wolf Biermanns. Sie wollen das Unrecht nicht hinnehmen und bekennen Farbe.

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Manfred Krug

Als Manfred Krug die DDR 1977 in Richtung Westen verlässt, ist er einer der berühmtesten und beliebtesten Schauspieler des Landes.

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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350