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Nach dem Mauerbau

Nach dem Mauerbau

Redaktion

Möglichst unauffällig kaufen sie Kinderstempelkästen, Farbe, Papier – und entwerfen einen Aufruf an die Bürger von Jena. Doch dann erfährt die Stasi von der Flugblattaktion.

(© REGIERUNGonline/Rolf Unterberg) (© Bundesarchiv/183-85458-0001/Peter Heinz Junge) (© Polizeihistorische Sammlung Berlin) (© REGIERUNGonline / Siegmann ) (© REGIERUNGonline/Klaus Schütz ) (© Bundesarchiv/Plak 005-045-005 ) (© Bildarchiv DHM )

Die Menschen in der DDR sind nach dem 13. August 1961 wie gelähmt. Die Empörung über den Gewaltakt ist sehr groß, ganz zu schweigen von Angst und Resignation. Abwarten, was kommt, lautet die allgemeine Devise.

Die älteren Berliner glauben zunächst nicht daran, dass ihre Stadt abgeriegelt bleibt. Die Nahverkehrssysteme, Schifffahrtswege und Abwasserkanäle sind trotz der seit 1945 bestehenden Teilung der Stadt in vier Interner Link: Sektoren immer noch eng miteinander verflochten. Die Stadt einfach zu zerschneiden, das scheint vielen Berlinern auf Dauer nicht praktikabel. Hinzu kommt die Erinnerung an die Zeit nach dem 17. Juni 1953, als der Zugang zu den Westsektoren zunächst gesperrt, nach einigen Tagen aber wieder geöffnet wurde. Viele Menschen hoffen darauf, dass die Westmächte sich einmischen. Sie müssen bald einsehen, dass sich die westlichen Besatzungsmächte in ihren Rechten nicht eingeschränkt sehen und die Grenzsperrung faktisch akzeptieren. Die Angst vor einem erneuten Weltkrieg ist zu groß.

In den restlichen Bezirken der DDR fühlen sich die Menschen weniger betroffen als in Berlin und Umgebung. Für sie ändert sich durch den Interner Link: Mauerbau zunächst nicht allzu viel. Manche hoffen sogar, dass nun die Wirtschaftslage besser wird, denn die Republikflucht von Fachkräften, Ärzten und Wissenschaftlern stellt die Wirtschaft vor erhebliche Probleme.

Einige Interner Link: SED-Genossen trösten sich mit dem Gedanken, im Schutz der Interner Link: Mauer seien sie nun unter sich und könnten manches Problem effektiver lösen. Andere SED-Mitglieder wollen in das Jubelgeschrei der Parteipropaganda nicht einstimmen und sprechen angesichts der Teilung von Familien und Freunden von einer „bitteren Notwendigkeit“. Christa Wolfs Roman „Der geteilte Himmel“ (1963) verleiht dieser zwiegespaltenen Stimmung literarischen Ausdruck.

Mit Interner Link: stalinistischer Härte wird jeder Widerstand im Keime erstickt. Die Interner Link: Ulbricht-Führung setzt auf Gewalt. Werden im ersten Halbjahr 1961 „nur“ knapp 4.450 politische Urteile gefällt, steigt nach dem Mauerbau, im zweiten Halbjahr 1961, die Zahl abgeurteilter „Staatsverbrecher“ auf knapp 18.300.

Die Menschen ahnen, dass sie sich auf lange Zeit mit dem SED-System und der Teilung Deutschlands einrichten müssen. Doch vor allem junge Menschen wollen sich mit dem schmerzhaften Verlust der Freiheit nicht abfinden. Ihre Widerstandsaktionen lassen die Staatsmacht unverhältnismäßig hart reagieren.

Fussnoten

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Kontext

Chruschtschow, Gagarin, Kennedy, friedliche Koexistenz, Bürgerrechte für schwarze Amerikaner, XXII. Parteitag der KPdSU, amerikanische und sowjetische Panzer am Checkpoint Charlie, Kubakrise

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Das Loch in der Mauer

Im Mai 1962 setzen vier West-Berliner Polizisten an der Ecke Bernauer und Schwedter Straße ein durchschlagendes Zeichen. Sie protestieren so gegen die Teilung ihrer Stadt.

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Parolen und Flugblattaktionen in der Jenaer Innenstadt werden sechs jungen Arbeitern aus Jena zum Verhängnis. Für ihre Meinung werden sie 1963 mit Freiheitsentzug und Zuchthaus bis zu fünfeinhalb…

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Johannes Rink widerspricht den verlogenen Reden der SED-Propagandisten am 13. August 1961, dem der Tag des Mauerbaus und seinem Geburtstag. Für diese ausgesprochene Wahrheit muss er für Jahre hinter…

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Als der Richter die Urteile verkündet, geht entsetztes Raunen durch den Saal des Klubhauses: lebenslängliche Haftstrafen für minderjährige Jugendliche!

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Gründung der Freien Universität

Aus Protest gegen die Vorgänge an der in Ost-Berlin gelegenen Berliner Universität unterschreiben mehr als 2000 Studenten einen Aufruf zur Gründung einer neuen Universität. Im Juni 1948…

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Mauerfall

Günter Schabowskis vorschnelle Antwort setzt die Menge in Bewegung. Als sich die Grenzen am Abend des 9. November 1989 öffnen, kann es keiner wirklich glauben. Dennoch sammeln sich die Menschen an…

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Zwei Mitglieder der Jungen Gemeinde Schmöckwitz werden in Rostock nach einem Schauprozess zu je acht Jahren Zuchthaus verurteilt, weil sie angeblich auf der Ostsee ein Schiff nach Bornholm umleiten…

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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350