Mauerbau
In Berlin treffen die feindlichen Weltmächte aufeinander. Die Grenzgänger werden zum Stein des Anstoßes.
Ost-Berlin, 15. Juni 1961: Zwei Monate vor dem Mauerbau bekundet der DDR-Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht noch auf einer Pressekonferenz:
"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!" Aber schon im August beginnen Volkspolizei und Nationale Volksarmee mit dem Bau des sogenannten Antifaschistischen Schutzwalls. 28 Jahre lang zieht sich die Mauer mitten durch Berlin, bis sie am 9. November 1989 durch friedliche Demonstrationen zum Einsturz gebracht wird. Im Bild: das Zeitungsstatement als Plakat in West-Berlin, 1. September 1961.
Das Brandenburger Tor in Berlin kurz vor dem Mauerbau. Am 11. August 1961 kontrollieren Ostberliner Zöllner ein aus West-Berlin kommendes Auto.
Die sogenannten Grenzgänger, Anfang der 1960er Jahre circa 50.000 Menschen, werden für die SED zum Stein des Anstoßes: Sie verdienen im Westen und
nutzen die sozialen Einrichtungen im Osten, lautet der Vorwurf. Sie profitieren vom „Schwindelkurs“, denn sie tauschen nicht zum offiziellen Kurs eins zu eins. Die Waren im Osten sind dadurch für sie erheblich billiger. Der Ministerrat der DDR untersagt am 12. August den Bürgern der DDR, in West-Berlin einer Arbeit nachzugehen.
Berlin, 13. August 1961: Der Ostsektor wird hermetisch abgeriegelt. Volkspolizei und Nationale Volksarmee errichten in der Zimmerstraße die Mauer.
Soldaten der Volkspolizei (dunkle Uniform) und der Nationalen Volksarmee überwachen am 13. August 1961 den Bau der Mauer am Potsdamer Platz.
Ostberliner Bauarbeiter ziehen am 13. August 1961 die Mauer hoch.
Ungläubiges Staunen in der Sebastianstraße: Bau der Mauer am 13. August 1961.
Mitglieder der DDR-Kampfgruppen am 14. August 1961 auf der westlichen Seite des Brandenburger Tores.
Walter Ulbricht, Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates der DDR, befiehlt die Herstellung der erhöhten Einsatzbereitschaft. Seite 1 von 3
Walter Ulbricht, Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates der DDR, befiehlt die Herstellung der erhöhten Einsatzbereitschaft. Seite 2 von 3
Walter Ulbricht, Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates der DDR, befiehlt die Herstellung der erhöhten Einsatzbereitschaft. Seite 3 von 3
Berlin-Wedding, 14. August 1961: Um die Flucht in den Westen zu verhindern, werden in einem Haus in der Bernauer Straße die Fenster zugemauert.
15. August 1968. Das DDR-Propagandafoto soll die Zustimmung der Bevölkerung zum Mauerbau zeigen. Am Kontrollpunkt Heinrich-Heine-Straße werden
Blumen und kleine Geschenke an Grenzposten überreicht.
Am 16. August 1961 findet in West-Berlin eine Großkundgebung gegen den Mauerbau statt. Die Enttäuschung über das Verhalten der Westmächte ist
groß.
Am 18. August 1961 wird in der Harzer Straße die Mauer errichtet.
Bundeskanzler Konrad Adenauer (Mitte) besichtigt am 22. August 1961 die Mauer (links: Hermann Höcherl, Bundesminister des Innern; 2. v. l.: Ernst
Lemmer, Bundesminister für Gesamtdeutsche Fragen).
Erich Honecker inspiziert Panzersperren. Als Sicherheitssekretär des ZK der SED ist er maßgeblich an der Organisation des Mauerbaus beteiligt.
Der Polizeipräsident Ostberlins Fritz Eikemeier, Stasichef Erich Mielke und Erich Honecker (v.l.n.r.) inspizieren Mauer.
Am 23. August 1961 winkt ein Brautpaar im Bezirk Berlin-Neukölln seinen Angehörigen im Osten zu.
September 1961, Blick aus dem Fenster einer Wohnung in der Ostberliner Wolliner Straße Nr. 21. Die provisorische Holzwand dient als Sichtblende für
Westberliner und auf der anderen Seite als Propagandatafel für die Ostberliner. Die Mauer findet erst im Laufe der Jahre das für sie typische Bild. Das Foto machte Lothar Polzin, ein Altphilologe am katholischen Sprachenseminar Schöneiche, aus der Wohnung seiner Schwiegermutter.
Lothar Polzin fotografiert den Bau der Berliner Mauer heimlich. Im Bild: die Strelitzer Straße (später Egon-Schulz-Straße).
Lothar Polzin fotografiert den Bau der Berliner Mauer heimlich. Im Bild: die Strelitzer Straße (später Egon-Schulz-Straße).
Westberliner winken in Berlin-Wedding, Bernauer Straße, ihren Familienangehörigen hinter der Mauer in Berlin-Ost zu. Das Foto entstand am 17.
September 1961.
Die Mauer teilt nicht nur eine Stadt, sondern auch ganze Familien. Am 20. Oktober winken Westberliner in der Bernauer Straße ihren
Familienangehörigen im Osten zu.
20. November 1961: Blick auf den Mauerbau am Brandenburger Tor.
Die Teilung Berlins wird mit der Gründung der beiden deutschen Staaten ab 1949 zum Dauerzustand. Die Westsektoren stehen unter der Hoheit der USA, Großbritanniens und Frankreichs. Der Ostsektor wird zur Hauptstadt der DDR erklärt. Zunächst bleiben die
In der Vier-
Im Demokratischen
Die sogenannten
Entscheidung von Betonköpfen: Eine Mauer durch Deutschland
Doch der eigentliche Grund für den sich steigernden Unmut der DDR-Führung ist die permanente Abwanderung von Arbeitskräften durch das Schlupfloch West-Berlin. Gerade junge und qualifizierte Menschen suchen ihr Glück im Westen, wo der Wirtschaftsaufschwung herrscht. Will die DDR nicht untergehen, muss sie diesen Flüchtlingsstrom dringend stoppen.
In der Nacht zum 13. August 1961 riegeln die
Die Verzweiflung und die Empörung in der DDR sind groß – besonders in Berlin. Auch die Westberliner wehren sich gegen die Teilung ihrer Stadt. Am 16. August protestieren 300.000 Menschen vor dem Schöneberger Rathaus, unter ihnen auch der damalige Bürgermeister der Stadt,
Aufzubegehren trauen sich nur die wenigsten. Dafür hat das DDR-Regime sie bereits zu stark eingeschüchtert. Und der Staat reagiert jetzt auf jeden Widerspruch mit verschärften Strafen.
Als junger Seemann sieht Johannes Rink viel von der Welt und kann sich ein eigenes Bild machen, unabhängig von der DDR-Propaganda.
Jetzt lernte man auf einmal ein anderes Land kennen, ein anderes System, das sich völlig von dem unterschied, was wir hier in der DDR gesehen und erlebt haben, was man uns in der Schule beigebracht hatte. Wir waren sehr viel im Ausland, von Norwegen bis Kanada, waren als Hochseefischer im nördlichen Raum tätig und mussten bei schwerer See oder Maschinenschaden immer einen Hafen anlaufen. Auf der Rückreise durch den Nordostseekanal haben wir Illustrierte gekauft und mitgenommen. Die haben wir im Dorf verteilt, unsere Eindrücke erzählt, all das, was wir gesehen haben. Das war schon, wie ich später aus meinen Akten erfahren habe, Propaganda. Feindliche Propaganda.
Johannes Rink, Zeitzeuge auf www.jugendopposition.de
Spieldauer: 1 Min.
hrsg. von: Historisches Dokumentationszentrum des Bürgerkomitees Sachsen Anhalt
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350