Kontext
Chruschtschow, Gagarin, Kennedy, friedliche Koexistenz, Bürgerrechte für schwarze Amerikaner, XXII. Parteitag der KPdSU, amerikanische und sowjetische Panzer am Checkpoint Charlie, Kubakrise
Alltag in der Vier-Sektoren-Stadt Berlin. Ost-West-Sektorengrenze an der Bochstraße (1958).
Im Ostberliner Stadtteil Köpenick: sowjetisches Propagandaplakat neben einem Porträt des Parteichefs der KPdSU, Nikita Chruschtschow.
Der Kommunismus als Zukunftsversion: Die KPdSU veröffentlicht im Sommer 1961 ihr neues Parteiprogramm. Darin verkündet sie die kühne Vision, dass
in naher Zukunft die klassenlose Gesellschaft verwirklicht wird.
Beschlossene Sache: die Mauer durch Deutschland. Hier der Beschluss des Ministerrats der DDR zur Abriegelung der Grenzen zur Bundesrepublik
Deutschland und zu West-Berlin.
Am 13. August 1961 riegeln Einheiten der Volkspolizei der DDR die Grenze zwischen dem Ostsektor und den drei Westsektoren am Brandenburger Tor ab.
Stützpunkt der Amerikaner vor der Mauer am Checkpoint Charlie in der Friedrichstraße/Ecke Zimmerstraße im Dezember 1961.
Vom 23. bis 26. Juni 1963 besucht der Präsident der USA, John F. Kennedy, zum ersten Mal die Bundesrepublik Deutschland. Zum Abschluss seines
Besuches reist er nach West-Berlin. Hier John F. Kennedy während seiner Rede vor dem Schöneberger Rathaus in West-Berlin am 26. Juni 1963. Mit seinen berühmten Worten „Ich bin ein Berliner“ bekräftigt er den Willen der USA, die Freiheit West-Berlins zu garantieren ( 2. v. r.: Willy Brandt, Regierender Bürgermeister von Berlin, ganz links: Bundeskanzler Konrad Adenauer).
Deutsch-amerikanische Freundschaft: Jugendliche mit einem Transparent vor dem Rathaus Schöneberg während der Rede von Präsident Kennedy.
Präsident John F. Kennedy (Mitte) und links neben ihm Willy Brandt, der Regierende Bürgermeister von West-Berlin, auf dem Weg zum
Ausländerübergang Checkpoint Charlie.
Präsident John F. Kennedy besichtigt in Begleitung von Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem Regierenden Bürgermeister von West-Berlin, Willy
Brandt, die Mauer am Sektorenübergang Checkpoint Charlie.
Nach dem Mauerbau ist die Empörung und die Verzweiflung in der DDR-Bevölkerung groß. Doch offen aufzubegehren, trauen sich die wenigsten. Die
Staatssicherheit registriert in den Monaten nach dem Mauerbau die Stimmungslage in der Bevölkerung genau – besonders zu den Wahlen im Oktober 1961. Hier die vom Ministerium für Staatssicherheit ermittelte Verteilung der Nein-Stimmen bei den Wahlen im Oktober 1961.
Internationales Geschehen
Der sowjetische Partei- und Regierungschef
In der internationalen Politik deutet sich in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre zwischen den beiden Weltmächten zunächst Entspannung an. So verkündet die
In den Ländern Südostasiens toben dagegen blutige Auseinandersetzungen zwischen westlich orientierten (oder neutralen) Regimes und kommunistischen Bewegungen. Auch der Prozess der Entkolonialisierung Afrikas und der Bildung neuer afrikanischer Staaten wird weiterhin von bewaffneten Auseinandersetzungen begleitet: einerseits zwischen den alten Kolonialmächten und nationalen Befreiungsbewegungen, andererseits zwischen unterschiedlichen ethnischen und politischen Gruppen.
In Frankreich führt die von Staatspräsident General Charles de Gaulle verfolgte Politik zu Putschversuchen und Attentaten hoher Militärs und Algerienfranzosen. Denn Charles de Gaulle will den Algerienkrieg dadurch beenden, dass er Algerien in die Unabhängigkeit entlässt. Als am 17. Oktober 1961 algerische Immigranten in Paris gegen den Algerienkrieg demonstrieren, geht die Polizei mit äußerster Brutalität vor und tötet nach heutigen Schätzungen etwa 200 Demonstranten.
Bei den Präsidentschaftswahlen in den USA löst John F. Kennedy 1960 den früheren Weltkriegsgeneral Dwight D. Eisenhower ab. Damit betritt eine jüngere Generation die politische Bühne. John F. Kennedy verspricht den Aufbruch zu neuen Horizonten, die Durchsetzung der Bürgerrechte für schwarze Amerikaner, die Bekämpfung der Armut und den Flug zum Mond.
Im Juni 1961 treffen sich Nikita Chruschtschow und John F. Kennedy in Wien. Der Sowjetführer droht unverhohlen mit Krieg, falls die Amerikaner West-Berlin nicht aufgeben. Doch John F. Kennedy beharrt auf der Freiheit West-Berlins. Die Absperrung des Ostsektors sieht er hingegen als Angelegenheit der Sowjetunion an. Und so bleibt es bei verbalen Protesten der Westmächte, als der
Die Sowjetunion ruft den friedlichen Wettbewerb der Systeme aus. Ihr Ziel lautet Kommunismus; den Weg dorthin soll der wissenschaftlich-technische Fortschritt weisen. Der XXII. Parteitag der
Entgegen des verkündeten friedlichen Wettbewerbs beginnt die Sowjetunion im Mai 1962 aber, Mittelstreckenraketen auf Kuba zu stationieren, die atomare Sprengköpfe tragen können. Während der Kubakrise steht die Welt vor dem nuklearen Abgrund, bis die Sowjetunion den Forderungen der USA buchstäblich in letzter Minute nachgibt und die Raketen wieder abzieht. Im Gegenzug bauen die Amerikaner ihre Raketen in der Türkei ab. In Südvietnam verstärken die USA unterdessen ihre Militärpräsenz und greifen immer stärker mit eigenen Soldaten und Flugzeugen in die Kämpfe ein.
Deutschland Ost und West
Der Mauerbau am 13. August 1961 in Berlin und der beginnende Ausbau der deutsch-deutschen Grenze durch die DDR werden zum wichtigsten Ereignis der deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte und wirken weit über das Jahr 1961 hinaus. Nach einer Welle staatlichen Terrors in den Monaten nach dem 13. August scheint sich das
„Wandel durch Annäherung“ heißt der Vortrag von
Jugend in der DDR
Die sich nach dem Mauerbau entwickelnde Jugendopposition in der DDR wird im Wesentlichen nicht mehr von dem Gedanken der Wiedervereinigung und der Hoffnung auf den Sturz des SED-Regimes bestimmt. Anknüpfungen und Traditionslinien zum Widerstand der 1950er Jahre gibt es nicht.
Stärker als zuvor beginnen Jugendliche, gegen einen autoritären Alltag, gegen staatliche und politische Bevormundungen zu rebellieren. Hierbei gibt es durchaus Parallelen zum rebellischen Verhalten der Jugendlichen in der Bundesrepublik und in anderen westlichen Demokratien. Die jungen Menschen in der DDR kämpfen um Freiräume für eine eigenständige Jugendkultur, bei der die Musik – wie bei der Jugendrebellion in den westlichen Demokratien – eine herausragende Rolle spielt.
Die Machthaber sind gekränkt, dass es gerade in der Generation jener, die von Kindesbeinen an in der DDR aufgewachsen sind, junge Menschen gibt, die sich nicht dem Ideal einer parteitreuen Staatsjugend unterwerfen wollen, wie sie von der
Mit wenigen Ausnahmen sind bis zum Beginn der Friedlichen Revolution im Frühjahr/Sommer 1989 nicht die Wiedervereinigung Deutschlands und die Rückkehr zu einem bürgerlich-demokratischen Verfassungsstaat auf privatwirtschaftlicher Grundlage das Ziel jugendlichen Widerstands, sondern Veränderungen im eigenen Land.
Weitere Inhalte
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350