Bis zum Mauerbau
Stalin verschwindet, Gagarin fliegt ins All, der Terror geht weiter. Bauern müssen ihr Land hergeben, und Jugendliche fordern freie Wahlen. Auf den turbulenten „Frühling im Herbst“ 1956 folgt eine lange Frostperiode.
Die Zehn Gebote der sozialistischen Moral: In Anlehnung an die christlichen Zehn Gebote verkündet Walter Ulbricht auf dem V. Parteitag der SED im
Juli 1958 seine eigenen Grundsätze. Nach denen sollen sich die DDR-Bürger von nun an richten.
Mitglieder der DDR-Kampfgruppen fordern die Schaffung einer Volksarmee.
Junge Pioniere bei Schießübungen 1956. Unter dem Motto "Schießen geht vor Lernen" wird in den 1950er Jahren die vormilitärische Ausbildung an den
Schulen und Universitäten der DDR intensiviert. Die Ausbildung beinhaltet die Unterweisung von Schülern und Studenten in Militärpolitik, den Umgang mit Waffentechnik, Taktik und Exerzieren.
In der DDR berühmt-berüchtigt: Hilde Benjamin ist von 1949 bis 1953 Vizepräsidentin des Obersten Gerichts und bis 1967 Justizministerin der DDR.
Sie leitet eine Reihe von Schauprozessen gegen sogenannte Wirtschaftsverbrecher und Staatsfeinde. Ein Dorn im Auge sind ihr unter anderem die Zeugen Jehovas, die Mitglieder des Bundes Deutscher Jugend und die KgU. Wegen ihrer harten Urteile – meist unmenschlich hohe Zuchthausstrafen und zwei vollstreckte Todesurteile – wird sie vom Volksmund Rote Hilde oder Rote Guillotine genannt.
Die Folgen der Planwirtschaft – Schlange stehen vor einer Fleischerei. Auch in ökonomischen Belangen gilt für die SED der Grundsatz: „Von der
Sowjetunion lernen heißt siegen lernen“. Die gesamte DDR-Wirtschaft wird nach dem Vorbild der sowjetischen Planwirtschaft aufgebaut. Das Ergebnis ist eine staatlich gelenkte und kontrollierte Wirtschaft. Diese Planwirtschaft kann allerdings nicht flexibel auf die Bedürfnisse der Bevölkerung reagieren: Es kommt ständig zu Versorgungsengpässen, und so fehlt es an den notwendigsten Dingen des täglichen Lebens.
Nach der Krise von 1956 scheint die Macht der
Wirtschaftspolitisch nimmt sich die DDR-Führung viel vor: Bis zum Jahr 1961 will sie die Bundesrepublik „einholen und überholen“. Die rohstoffarme DDR setzt auf Innovation: Wissenschaft und Forschung werden großgeschrieben. Im Jahre 1958 wird das Chemieprogramm verkündet. „Chemie bringt Brot, Wohlstand und Schönheit“ lautet die Parole. Die Produkte aus der DDR sollen „Weltniveau“ erreichen.
Die DDR soll auf Weltniveau getrimmt werden ...
Um diese Ziele durchzusetzen, braucht die SED die Jugend. Die sollte sportlich, leistungsbereit und ideologisch gefestigt sein. 1959 setzt die „Sozialistische Umgestaltung des Schulwesens“ ein: Alle Kinder sollen nun die zehnklassige allgemeinbildende polytechnische Oberschule durchlaufen. Mathematik, Naturwissenschaften und Technik stehen im Mittelpunkt des Lehrplans. Schon frühzeitig sollen der Werkunterricht und der
Der „Neue Mensch“ oder, wie es jetzt heißt, die „allgemein gebildete sozialistische Persönlichkeit“ soll hohe ethische und moralische Normen erfüllen. Der 5. Parteitag der SED verabschiedet 1958
Unterdessen geht es auf der Erde recht nüchtern zu: Die
... und schliddert in die nächste Krise
An dieser Misere kann nach Meinung der SED nur der Westen schuld sein. Vor allem würden von dort aus junge und qualifizierte Menschen abgeworben. Der Flüchtlingsstrom nimmt 1959 wieder zu. Der zentrale Fluchtweg ist die offene Grenze nach West-Berlin. Zu dieser Zeit ist es noch möglich, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto einen der Kontrollpunkte zu passieren. Man muss an der
Die SED-Führung drängt in Moskau auf eine Lösung. Wenn es schon keine Kontrolle über West-Berlin geben kann, wie es Ulbricht eigentlich vorschwebt, so sollen wenigstens alle Zugänge gesperrt werden. Die Führung der
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