Von wegen Frieden – Militarisierung im Friedensstaat DDR
Offiziell gibt sich die DDR friedliebend. Doch der militärische Drill beginnt schon bei Kindern. Die Anhänger der Friedensbewegung protestieren und riskieren die Konfrontation mit dem Staat.
Schon in Kindergarten und Grundschule wird versucht, den Kleinsten das Soldatenleben schmackhaft zu machen. Im Bild: der Bastelbogen „Wir spielen
Soldat“.
Bastelbögen und Ausmalhefte mit militärischen Charakter gehören in den Kindergärten und Grundschulen zum Alltag. Im Bild: Bastelbogen „Wiesel
ruft Eidechse“, Manöverspiel für Kinder (1981).
Damit jedes Kind weiß, was ein Soldat alles braucht: ein Stundenplan aus dem Jahr 1983.
Fröhliches Marschlied: „Wenn die Volksarmeesoldaten ...“. Schon im Vorschulalter beginnt die vormilitärische Erziehung.
Der Soldat, dein Freund und Beschützer: Beispiel aus dem Lesebuch für die erste Klasse.
Militärtechnik als Illustration in einem Lehrbuch für die erste Klasse.
Eine Vorführung der Pionierpanzerbrigade beim Pfingsttreffen der FDJ 1979 in Ost-Berlin.
Mitglieder der GST aus Auerbach bei Schießübungen, 16. Juli 1982.
Unterstützt von von Offizieren der NVA findet am 1. August 1981 das IX. Pioniermanöver des Kreises Cottbus statt. Die Jugendlichen üben die
Orientierung im Gelände mit Kompass und Karte.
Jugendliche Zuhörer mit und ohne Uniform beim Konzert Rock für den Frieden in Berlin 1983.
Lehrlinge aus dem VEB Leuna-Werke "Walter Ulbricht" am 24. November 1969 bei der vormilitärischen Ausbildung.
Emblem zum Pfingsttreffen der FDJ, 1983.
Militärparade der Kampfgruppen am 13. August 1986 zum Jahrestag des Mauerbaus.
Im Gleichschritt Marsch: Zu Ihrem 30jährigen Bestehen halten am 24. September 1983 10.000 Mitglieder der Kampfgruppen eine Parade ab. Dabei
überreichten Pioniere ihre Halstücher an die Kämpfer.
Im Gleichschritt Marsch: Zu Ihrem 30jährigen Bestehen halten am 24. September 1983 10.000 Miltglieder der Kampfgruppen in Ost-Berlin eine Parade ab.
Wie auf allen anderen politischen Gebieten beansprucht die
Offiziell begrüßt die DDR deshalb die seit Anfang der 1980er Jahre immer stärker anwachsende Friedensbewegung in den westlichen Ländern. Sie versucht sogar, über die Deutsche Kommunistische Partei im Westen, direkten Einfluss auf Friedensaktionen zu nehmen. Doch im eigenen Land will die SED-Führung eine Friedensbewegung verhindern.
Für einen Staat, der laut offizieller Linie nie etwas anderes anstrebt, als den Frieden in der Welt, hat die DDR einen stark militärisch geprägten Alltag. Zum alltäglichen Straßenbild gehören Uniformen der Volkspolizei,
„Soldaten sind vorbeimarschiert im gleichen Schritt und Tritt. Wir
Die DDR: Ein „Friedensstaat“, der seine Kinder kaserniert
Schon den Kleinsten will die Partei das Soldatenleben schmackhaft machen. Dazu dienen Besuche bei sogenannten
Ein wichtiger Schritt hin zur weiteren Militarisierung der Gesellschaft ist der
Es ist besonders diese Militarisierung des Kinder- und Jugendalltags, die heftigen Widerspruch in Kirche und
Udo-Lindenberg-Fans vor dem Palast der Republik in Ost-Berlin. Die Propagandakampagne der DDR gegen die Nachrüstung im Westen läuft auf Hochtouren.
Die FDJ organisiert am 25. Oktober 1983 ein Konzert unter dem Motto „Künstler für den Frieden“ im Palast der Republik. Auch Udo Lindenberg nimmt mit seiner Band teil. In der DDR gibt es viele Lindenberg-Fans. Sie hoffen, ihr Idol live zu sehen, und kommen nach Ost-Berlin. Doch die wahren Fans müssen draußen bleiben, während im Saal handverlesene FDJ-Funktionäre müde Beifall klatschen.
Die Propagandakampagne der DDR gegen die Nachrüstung im Westen läuft auf Hochtouren. Die FDJ organisiert am 25. Oktober 1983 ein Konzert unter dem
Motto „Künstler für den Frieden“ im Palast der Republik. Auch Udo Lindenberg nimmt mit seiner Band teil. In der DDR gibt es viele Lindenberg-Fans. Sie hoffen, ihr Idol live zu sehen, und kommen nach Ost-Berlin. Doch die wahren Fans müssen draußen bleiben, während im Saal handverlesene FDJ-Funktionäre müde Beifall klatschen.
Die Propagandakampagne der DDR gegen die Nachrüstung im Westen läuft auf Hochtouren. Die FDJ organisiert am 25. Oktober 1983 ein Konzert unter dem
Motto „Künstler für den Frieden“ im Palast der Republik. Auch Udo Lindenberg nimmt mit seiner Band teil. In der DDR gibt es viele Lindenberg-Fans. Sie hoffen, ihr Idol live zu sehen, und kommen nach Ost-Berlin.
Die wahren Fans müssen draußen bleiben. Lindenberg-Fans ohne Eintrittskarten versammeln sich vor dem Palast der Republik.
Die Losung „Schwerter zu Pflugscharen“ taucht zunächst vor allem bei kirchlichen Friedensveranstaltungen auf. Als sie 1981 als Aufnäher in die
breite Öffentlichkeit gelangt und zum Protestsymbol wird, geht der Staat massiv gegen die Träger solcher Abzeichen vor. Parka mit abgerissenem Aufnäher "Schwerter zu Pflugscharen".
Neben den staatlich verordneten Friedensaktivitäten – wie etwa dem 1982 gestarteten Musikfestival Rock für den Frieden – duldet der Friedensstaat kein selbständiges Engagement. Das bekommen unter anderem all jene zu spüren, die sich mit Ansteckern der West-Friedensbewegung schmücken oder sich einen Aufnäher mit dem „Schwerter zu Pflugscharen“-Symbol an die Jacke heften.
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350