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Andreas Friedrich - Die Aktion „Gegenschlag“

Andreas Friedrich - Die Aktion „Gegenschlag“

Die Repression des Staates finden im beruflichen wie im privaten Umfeld statt. Mitglieder der Friedensgemeinschaft Jena werden ständig beobachtet, immer wieder verhört und inhaftiert.

Inhalt

Wie sah die Operation „Interner Link: Gegenschlag“ der Interner Link: Stasi konkret aus?

Ja, also einmal hatten wir diese längeren Verhöre, wo wir halt, denke ich auch … Eine Geschichte war ja Weihnachten 82, wo während der Weihnachtszeit – wie soll ich das sagen – wir über einen Tag inhaftiert wurden, was also bis zu einer wirklichen Verhaftung ja immer möglich war, Leute dazubehalten, also massiv … Dort war natürlich unheimlich viel Unsicherheit da, unheimlich viel Leute, wer erzählt jetzt was, wo finden jetzt Beschuldigungen statt, wo dann ja auch im Januar einige ins Gefängnis kamen. Ich denk, diese … die fanden eigentlich auf allen Ebenen irgendwo statt, diese Repressionen, Arbeit oder zitiert zu werden, selbst als Hausmeister eigentlich auf der niedersten Stufe immer wieder darauf hingewiesen zu werden, dass man selbst das nicht würdig ist, also selbst dort nicht. Dass natürlich auch klar war, man wurde in jeder … diese Negativeinschätzung, die wird auch in die einzelnen Bereiche getragen des persönlichen Lebens.

Ja, ich denke, auch die ständige Beobachtung, mitzukriegen, dass Richtmikrofone stehen, dass man abgehört wird, dass man eigentlich wusste, dass man keinen Schritt mehr geht ohne … Und dann natürlich auch schon durch mittlerweile Spitzelgeschichten auch sich Misstrauen entwickelte, wer könnte Interner Link: Spitzel wann wo sein. Wieso ist das passiert, dass der dem gesagt hat …, oder die wissen das. Wer hat das verraten? Wer hat das gesagt? Das wusste doch nur der oder der oder der. Wo natürlich auch ganz wichtig … Und dann bei der Verhaftung wurde eben auch als Familie Druck ausgeübt. Auf jeden Fall war es so, dass da ein Auto bereitstand, was die Kinder mitnehmen wollte, das … Die beiden, Sebastian und Benjamin, die sollten damals eben ins Kinderheim transportiert werden. Das hätte, denke ich, für uns also … Zum Glück war die Mutter da und hat die beiden dann genommen und damit war das irgendwo … Aber ich denke, das hätte auch einige Folgen gehabt, ich denke, das hätte für uns im Nachhinein … Was hätte sich daraus entwickelt? Das kannst du halt nicht genau sagen. Aber das war natürlich schon ein Riesenschreck – die können uns einfach die Kinder wegnehmen eventuell. Das geht natürlich schon in einen Bereich, wo es einem sehr nahegeht, wo man dann überlegt, wo man Angst kriegt, weil es nicht mehr bloß um einen selber geht.

Andreas Friedrich, Zeitzeuge auf www.jugendopposition.de

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  • Produktion: 2004

  • Spieldauer: 2 Min.

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