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Wie sah die Operation „
Ja, also einmal hatten wir diese längeren Verhöre, wo wir halt, denke ich auch … Eine Geschichte war ja Weihnachten 82, wo während der Weihnachtszeit – wie soll ich das sagen – wir über einen Tag inhaftiert wurden, was also bis zu einer wirklichen Verhaftung ja immer möglich war, Leute dazubehalten, also massiv … Dort war natürlich unheimlich viel Unsicherheit da, unheimlich viel Leute, wer erzählt jetzt was, wo finden jetzt Beschuldigungen statt, wo dann ja auch im Januar einige ins Gefängnis kamen. Ich denk, diese … die fanden eigentlich auf allen Ebenen irgendwo statt, diese Repressionen, Arbeit oder zitiert zu werden, selbst als Hausmeister eigentlich auf der niedersten Stufe immer wieder darauf hingewiesen zu werden, dass man selbst das nicht würdig ist, also selbst dort nicht. Dass natürlich auch klar war, man wurde in jeder … diese Negativeinschätzung, die wird auch in die einzelnen Bereiche getragen des persönlichen Lebens.
Ja, ich denke, auch die ständige Beobachtung, mitzukriegen, dass Richtmikrofone stehen, dass man abgehört wird, dass man eigentlich wusste, dass man keinen Schritt mehr geht ohne … Und dann natürlich auch schon durch mittlerweile Spitzelgeschichten auch sich Misstrauen entwickelte, wer könnte
Andreas Friedrich, Zeitzeuge auf www.jugendopposition.de
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Produktion: 2004
Spieldauer: 2 Min.
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