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Till Böttcher - Die Umwelt-Bibliothek

Till Böttcher - Die Umwelt-Bibliothek

Till Böttcher will sich als Jugendlicher politisch engagieren. Bei einem Konzert lernt er den Liedermacher Stephan Krawczyk kennen, der ihn auf die Umwelt-Bibliothek aufmerksam macht.

Inhalt

Durch einen Zufall habe ich Freunde kennengelernt, die in so eine Kirchengemeinde gingen regelmäßig, in die Berliner Stadtmission. Bin da mal mitgegangen, fand das total spannend, wie da diskutiert wurde über alle möglichen Themen, auch die Bibel, und das wurde zu einer Regelmäßigkeit. Und im Laufe dieser Geschichte haben wir mal Konzerte besucht, also eh Veranstaltungen und unter anderem Konzerte von Stefan Krawczyk und Interner Link: Freya Klier damals zusammen. Das hat eigentlich genau das Gefühl zum Ausdruck gebracht, was ich damals hatte, und auch diese Auseinandersetzung, in der ich mich als Jugendlicher bewegt hab. Bin da immer wieder hingegangen und hab ihn dann irgendwann mal angesprochen. Daraus hat sich eigentlich fast so `ne Art, also für mich war es wie so `ne Art Freundschaft entwickelt, für ihn in der Zeit vielleicht sogar auch. Ich mein, ich war ja sehr jung. Und irgendwann hab ich ihn mal gefragt, was man denn so machen kann, wenn man was machen will. Und er meinte, da hat sich gerade so eine Gruppe gegründet, die Umwelt-Bibliothek in der Zionskirchengemeinde, geh doch da mal hin. Und das habe ich dann gemacht.

Was war das konkrete Ziel der Umwelt-Bibliothek?

Im Grunde, den gesellschaftlichen Diskussionsprozess anzustoßen, die Menschenrechte zur Sprache zu bringen, die Situation in der DDR, und den Menschen, die es interessierte, halt Literatur zur Verfügung zu stellen, die sonst in der DDR nicht zu kriegen war. Also, es gab ja sehr gute Kontakte zu allen möglichen Organisationen, Instituten in Westdeutschland, in Europa, und von dort aus wurden wir auch mit Literatur versorgt, die wirklich anders nicht zu bekommen war in der DDR, die höchstens vielleicht in den Giftschränken der Nationalbibliothek vergammelte, aber sonst nicht frei zugänglich war. Und wir haben die gesammelt und zur Verfügung gestellt.
Anfänglich habe ich ganz normalen Bibliotheksdienst betrieben, das war ja wichtig, dass da jeden Abend jemand war, der die Leute betreut hat, der dafür da war, dass überhaupt offen war. Und später haben wir ja dann eine Galerie gegründet, an der ich auch maßgeblich beteiligt war, und eine Zeitung verfasst, die „Umweltblätter“, in deren Redaktion ich dann auch sozusagen mitmachte.

Till Böttcher, Zeitzeuge auf www.jugendopposition.de

Mehr Informationen

  • Produktion: 2004

  • Spieldauer: 3 Min.

Lizenzhinweise

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