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In Rostock war das in erster Linie eine Sache des persönlichen Vertrauensverhältnisses. Es war gewissermaßen unsere konspirative Strategie: Keiner darf mehr als drei andere kennen und wissen, dass der der gleichen Meinung ist. Darauf vertrauen, dass die drei, die ich kenne, genauso sind wie ich. Als in Rostock die große Verhaftungswelle war – mit Esch und mehreren anderen –, da haben wir uns abgesprochen. Wir, das war Egon Klepsch, der in der
Nicht, dass er sich verplappert [wenn man ihn fragt]: ´Wer sind Ihre Bekannten?`. Darauf haben wir uns eingeschworen, und das haben wir auch durchgehalten. Das merkte man auch im Knast, wenn Neuzugänge kamen. Das wurde immer sofort abgeklopft. Hartwig Bernitt, der hat das irgendwo geschrieben. Die haben ja die unsinnigsten [Dinge geschrieben]: Was ich alles für Kontakte hatte, was ich alles gemacht hatte, und was wir alles vorhatten ... Ich habe gesagt: ´Nein, nein, nein`. Doch als sie mich in der dritten Nacht so verprügelt haben, dass ich nicht mehr wusste, ob ich Männchen oder Weibchen bin, habe ich alles unterschrieben.
Teil unserer konspirativen Verhaltensweise war auch, dass einer, wenn er verhaftet worden ist, alles auf die abladen kann, die schon im Westen sind. Ich habe später mit Entsetzen meine Akte bei der
Das war ein großer Irrtum von mir, und ich bin bei manchem erschrocken, als ich in meine Stasi-Akte geguckt habe. Wie einfältig, wie vertrauensselig. Das ist ja kein Verbrechen, wenn der sich mit dem über das oder das unterhält. Natürlich, das war im amerikanischen
Roland Bude, Zeitzeuge auf www.jugendopposition.de
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Spieldauer: 4 Min.
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