Gruppen in Berlin
Am 25. März 1982 tritt ein neues Wehrdienstgesetz in Kraft. Ab jetzt gilt im Mobilmachungs- und Verteidigungsfall auch für Frauen die allgemeine Wehrpflicht. Eingaben der Frauen gegen dieses Gesetz und die Auseinandersetzung mit der staatlichen Friedenspolitik führen 1982 zur Gründung der Gruppe Frauen für den Frieden. Ein Netzwerk Frauen für den Frieden entsteht in der gesamten DDR.
Zeitzeugin: Ulrike Poppe (* 1953 in Rostock)
Einige von uns hatten den Eindruck, dass in diesen gemischten Gruppen doch die Frauen sehr zurückhaltend waren und die Männer das Wort führten. Und nun trat die Situation ein, dass die
Während dieser Unterschriftensammlung sind wir mit vielen Frauen ins Gespräch gekommen. Für manche war es das erste Mal, dass sie sozusagen alleine als Frau ohne Absprache mit dem Mann eine Entscheidung getroffen haben, z. B. ihre Unterschrift darunterzusetzen. Dann haben wir uns als Frauen zusammengesetzt und machten die Erfahrung, dass die Frauen, die oft in den gemischten Runden sehr zurückhaltend waren, eigentlich gute Gedanken hatten und auch reden konnten. Wir hatten den Eindruck, dass wir eigentlich auch gut als Frauengruppe Aktionen machen könnten und sollten, dass wir auch in der Lage sind, eine ganz besondere Atmosphäre miteinander herstellen zu können.
Spieldauer: 2 Min.
hrsg. von: Robert-Havemann-Gesellschaft
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