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Michael Heinisch-Kirch - Besetzung der ehemaligen Stasi-Zentrale im September 1990

Michael Heinisch-Kirch - Besetzung der ehemaligen Stasi-Zentrale im September 1990

Um auf den unsensiblen Umgang mit den Stasi-Unterlagen im Einigungsvertrag aufmerksam zu machen, gehört Michael Heinisch zu den Besetzern der Stasi-Zentrale. Es kommt zum Hungerstreik.

Inhalt

Dann kam schließlich noch die Geschichte, dass mit dem Interner Link: Einigungsvertrag deutlich wurde, dass es nicht mal einen sensiblen Umgang mit den Interner Link: Stasi-Unterlagen geben würde. Dann haben sich mündige Bürger zusammen mit Reinhard Schult, der jetzt ja auch kürzlich verstorben ist, gesagt: "Dann besetzen wir jetzt die Stasi-Zentrale." Sie haben dort das "Haus 7" besetzt, in der das Vorgebäude des Archivs untergebracht war, um darauf aufmerksam zu machen. Das hat tatsächlich Wirkung gezeigt. Die Interner Link: Volkskammer zeigte sich sehr betroffen, dass es auf einmal Aktionen gibt gegen ihren Interner Link: Einigungsvertrag, den sie doch alle so schnell und zügig zusammen abgestimmt haben zwischen Ost und West. Unterschrieben war er auch schon. Und jetzt kommen auf einmal 30 Bürger und haben was dagegen. Und dann auch Bürger, die auch bekannt sind und die schon immer in der Interner Link: Opposition tätig waren. Das hat alle sehr durcheinandergebracht. Wir hatten hier, während wir besetzt haben, auch viel Besuch. Da kamen Politiker aus Ost und West und haben sich das sehr, sehr ernsthaft angehört, was wir hier machen. Oskar Lafontaine war da, damals Walter Momper, der war ja damals noch Bürgermeister von West-Berlin. Distel war da. Ach, hier. Wie heißt der? Heute Rollstuhlfahrer? Schäuble war da, und wir haben versucht uns mit ihnen zu verständigen über das, was wir wollen und da haben wir auch viel Verständnis geerntet. Interner Link: Bärbel Bohley war auch bei uns. Sie war ja eine von den Besetzern. Die hat dann verkündet: "Wir machen jetzt zusammen einen Hungerstreik." Das hatte sie mit keinem besprochen. Aber haben wir trotzdem alle gemacht. Sie hat es einfach öffentlich erklärt, auf einer Presseveranstaltung und deswegen haben wir beschlossen, in den Hungerstreik zu treten. Wir gucken uns alle an: "Habe ich was nicht mitgekriegt? Na gut, dann machen wir jetzt den Hungerstreik." Haben wir auch gemacht. Zwei Wochen oder drei oder so, weiß ich gar nicht mehr genau. In der Zeit ist es tatsächlich passiert, dass man das sehr ernst genommen hat und hat einen Notenwechsel erzeugt. Bei einem Notenwechsel sind nicht die Musiknoten gemeint, sondern ein Briefwechsel eigentlich. Als Anlage zum Einigungsvertrag ist das dann so passiert, dass hier die Stasi-Unterlagenbehörde geschaffen wird, als Stätte, wo Bürger ihre Akten einsehen können und wo Forschung passiert. Das ist ja dann auch umgesetzt worden mit Gauck als ersten Chef dort.

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  • Produktion: 2021

  • Spieldauer: 3 Min.

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