Uwe Schwabe

Uwe Schwabe

Redaktion

Uwe Schwabe leistet 1981 bis 1984 Dienst bei der NVA, länger als normal, da er zur See fahren möchte. Die dortigen Erziehungsversuche, Demütigungen und Bespitzelungen wecken jedoch seinen Widerspruchsgeist.

Leipzig 1981. Uwe Schwabe beginnt mit 19 Jahren seinen Dienst bei der Interner Link: Nationalen Volksarmee (Interner Link: NVA). Da er zur See fahren möchte, hat er sich für vier Jahre verpflichtet. Die dortigen Erziehungsversuche, Demütigungen und Bespitzelungen wecken jedoch seinen Widerspruchsgeist und lassen ihn Abstand zum System nehmen. Bei der NVA begegnet er Udo Hartmann, der ihn später mit zur Interner Link: Jungen Gemeinde (JG) der Leipziger Interner Link: Nikolaikirche nimmt. So lernt Uwe Schwabe einen Ort kennen, an dem man freier reden und politisch kontrovers diskutieren kann.

In der JG engagiert sich Uwe Schwabe in der AG Umweltschutz. Die Jugendlichen säubern öffentliche Parkanlagen, um zu verdeutlichen, dass jeder Einzelne selbst für die Umwelt verantwortlich ist. Uwe Schwabe zeigt seinen Betrieb, der Altöl und andere giftige Stoffe ungeschützt lagert und aus den morschen Fässern auslaufen lässt, wegen Umweltverschmutzung an. Die Missstände werden weitgehend beseitigt, doch Uwe Schwabe wird danach so lange schikaniert, bis er freiwillig kündigt.

1986 gründet er mit Freunden die Interner Link: Initiativgruppe Leben (Interner Link: IG Leben), der das Thema Umweltschutz allein zu wenig ist. Sie will auch politisch etwas ändern. Wenn es sein muss, auch durch Aktionen außerhalb der Legalität. Die IG Leben möchte möglichst die gesamte Bevölkerung erreichen und verlässt deshalb den Schutz der Kirche. Sie ist beteiligt an den Interner Link: Pleiße-Gedenk-Umzügen im Juni 1988 und 1989, an der Interner Link: Leipziger Luxemburg-Liebknecht-Demonstration im Januar 1989, am Straßenmusikfestival im Juni 1989 sowie an den Friedensgebeten und Interner Link: Montagsdemonstrationen.

Die Interner Link: Stasi beobachtet Uwe Schwabe rund um die Uhr. Stasi-Leute verstecken sich im Bauwagen gegenüber seiner Wohnung oder observieren ihn ganz offensichtlich, um ihn einzuschüchtern. Während der nicht genehmigten Interner Link: Luxemburg-Liebknecht-Demonstration am 15. Januar 1989 sitzen er und seine Mitstreiter in Untersuchungshaft. Ein Interner Link: Spitzel hat ihn und seine Freunde verraten, weil sie 12.000 Flugblätter mit dem Aufruf zur Demonstration für Interner Link: Meinungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit gedruckt und verteilt haben. Zu Uwe Schwabes großer Freude findet die Demo dennoch statt: Rund 800 Leute haben den Mut, trotz des Verbots auf die Straße zu gehen und ihre grundlegenden Menschenrechte einzufordern.

Biografische Angaben zu Uwe Schwabe finden sie im Interner Link: Personenlexikon.

Fussnoten

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Oppositionszentrum Leipzig

Die Partei putzt Leipzig für Messe und Touristen heraus. Was den Bürgern bleibt, ist marode, hässlich und verkommen. Die Leipziger haben die Faxen dicke.

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Friedensgebete und Montagsdemonstrationen

Die Leipziger Montagsdemonstrationen wurzeln in der DDR-Friedensbewegung der frühen 80er Jahre. Aus den Friedensgebeten von 1981 entwickelte sich ein Protestformat, das die Geschichte veränderte.

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Herbst '89

Der Wille siegt über die Angst: In Dresden, Leipzig, Ost-Berlin, in der ganzen Republik entmachten die Bürger die verhassten Funktionäre.

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7. Oktober 1989 - 40 Jahre DDR

Große Festumzüge und Aufmärsche zum 40. Jahrestag der DDR sollen 1989 den Erfolg des Sozialismus demonstrieren. Die Feierlichkeiten dienen dazu, die Errungenschaften des Staates offiziell zu feiern.

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Demonstrationen in der ganzen DDR

Mehr als nur Leipzig und Berlin: Im Herbst 1989 begehrt die gesamte DDR auf. Mutige Menschen im ganzen Land fordern ihre Freiheit ein und brechen so gemeinsam die Herrschaft der SED-Führung.

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Mauerfall

Schabowskis Satz setzt die Massen in Bewegung. Am Abend des 9. November 1989 öffnen sich die Grenzen und Tausende Menschen drängen voller Unglauben zu den Übergängen, um das Unfassbare zu sehen.

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Frank Ebert

Frank Ebert politisiert sich durch die Ereignisse in Jena Anfang der 1980er Jahre, von denen er durch seine ältere Schwester erfährt. Als 18-Jähriger stößt er zur Umwelt-Bibliothek Berlin dazu.

Zeitzeuge

Rainer Müller

Rainer Müller engagiert sich seit 1987 in Umwelt-, Friedens- und Menschenrechtsgruppen in Leipzig, z. B. im Arbeitskreis Solidarische Kirche, der Umweltgruppe Borna, der Arbeitsgruppe Menschenrechte.

Zeitzeuge

Aram Radomski

Im Herbst 1989 fährt Aram Radomski zusammen mit Siegbert Schefke trotz Überwachung durch die Stasi jeden Montag nach Leipzig, um die Montagsdemonstrationen zu filmen.

Zeitzeugin

Evelyn Zupke

Als sich Evelyn Zupke und ihr Freund 1984 weigern, zur Wahl zu gehen, zum "Zettelfalten", werden sie von ihren Kollegen im FDGB-Ferienheim massiv unter Druck gesetzt.

Zeitzeuge

Kai Feller

Weil er gegen die Militarisierung in der DDR protestiert wird Kai Feller 1988 von der Schule verwiesen.