Hippies in der DDR
An die Straße und Daumen hoch. In den 1970er Jahre entwickelt sich in der DDR eine Subkultur. Per Anhalter trampen viele Jugendliche zu Blues- oder Jazzkonzerten. Gemeinschaft wird groß geschrieben.
Ich bin das erste Mal mit 15 oder 14 von zu Hause abgerückt und habe mich an die Straße gestellt. Wie kam das? Man hat es einfach von irgendjemandem gehört. Der hat gesagt: „Ich fahr heut dorthin, ich war schon mal dort, da gibt es auch solche Leute wie wir, und da trifft man sich“. Meistens war das mit Musik verbunden. Es gab ja auch diese Musikkultur, die etwas anders war, die zum Teil auch Schwierigkeiten hatte. Dort hat man sich getroffen, hat nächtelang gesprochen. Irgendwann hat es sich entwickelt, dass es in jeder Stadt Leute gab, die eine Wohnung hatten – oder sie zur Verfügung stellten.
Die Adressen wurden weitergereicht. Man hatte ein Buch mit Adressen, zu denen man hinfahren konnte, wo man überall jemanden hatte, den man ansprechen konnte, wo man übernachten konnte. Das war eine Subkultur.
Andreas Friedrich, Zeitzeuge auf www.jugendopposition.de
Produktion: 2004
Spieldauer: 2 Min.
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