Pogo in Ost-Berlin
Anfang der 1980er Jahre treffen sich Punks regelmäßig auf dem Alexanderplatz im Zentrum der Hauptstadt der DDR. Damit wollen sie die Staatsmacht
provozieren – schließlich ist der Alex ein beliebtes Touristenziel. Polizei und Stasi reagieren rigoros: Täglich hagelt es Ausweiskontrollen und Verhaftungen. Ab 1982 gibt es zu offiziellen Anlässen wie dem Aufmarsch zum 1. Mai „Alex-Verbot“ für Punks.
Die Bands Unerwünscht und Planlos teilen sich einen Proberaum in der Metzer Straße 11 im Ostberliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Unerwünscht greift
im Titel „Oi Oi Oi Destroy“ früh das Thema Skinheads in Ost-Berlin auf. Mindestens dreimal wechselt die Band ihren Frontmann. Dementsprechend ändert sich auch das Erscheinungsbild der Band, die von 1982 bis 1984 besteht.
Punk-Quartett: Erki, Colonel, Waiti und Fatzo 1981 im Ostberliner Kulturpark Plänterwald. Der Kulti ist zentraler Treffpunkt für die gesamte
Punkszene der DDR.
Punkkonzert in einer Kirche in Karl-Marx-Stadt (1983): „A-Micha“ von der Band Namenlos, „Locke“ und Lorenz Postler (v.l.n.r.). Lorenz Postler
ist der Sozialdiakon der Berliner Erlöserkirche.
1985 entsteht das von Punks aus Berlin illegal produzierte Fanzine Alösa. Alösa bezieht sich auf die Erlöserkirche in Berlin Rummelsburg. Die
Evangelische Kirche stellt den Punks den sogenannte Profikeller zur Verfügung – unter der Obhut des Sozialdiakons Lorenz Postler. Der Profikeller wird zum Szenetreff für Punks aus der gesamten DDR. Hier können die Punkbands regelmäßig auftreten. Ab 1985 gibt es hier auch Konzerte von Punkbands aus West-Berlin, Polen etc.
„Speiche“ ist einer der ersten Punks in Ost-Berlin und nicht nur in der Punkszene bekannt. Als Fan des 1. FC Union Berlin ist er auch unter den
Fußballfans in Ost-Berlin eine feste Größe. Bei den Anhängern des BFC Dynamo, dem Lieblingsverein von Stasi-Chef Erich Mielke, gibt es den Schlachtruf: „Speiche, Speiche wir wollen deine Leiche“.
AG Mauerstein. Komplette Raumgestaltung in der illegalen Berliner Galerie von Jörg Deloch. Nach den Inszenierungen werden konsequent alle Kunstwerke
vernichtet.
Kassettencover der Ostberliner Punkband Weiterverarbeitung aus Karow, die von 1982 bis 1983 besteht.