Aufstand in Workuta
Die Weiße Hölle liegt jenseits des Polarkreises: In der Stalinzeit ist Workuta eines der vielen sowjetischen Zwangsarbeitslager für politische
Häftlinge. Auch etwa 4.000 Deutsche sind in diesem Gebiet inhaftiert. Workuta liegt über 5.000 Kilometer von Berlin entfernt. Im Bild: die ehemalige Siedlung der Deutschen in der Lagerregion Workuta, auch Klein-Berlin genannt, 1993.
Die Lebensbedingungen in Workuta sind unmenschlich. Im Winter, der neun bis zehn Monate dauert, sinken die Temperaturen auf bis zu minus 50 Grad.
Viele Häftlinge sind durch die harte Arbeit im Steinkohlebergbau und die mangelhafte Verpflegung entkräftet und leiden unter Krankheiten. Zehntausende sehen ihre Heimat nicht wieder. Im Bild: Gräberfeld beim ehemaligen Schacht 29, wo im Sommer 1953 die Häftlinge in einen Streik treten, der blutig niedergeschlagen wird. Im Hintergrund das Denkmal der Letten und Litauer, 1993.
Ehemalige Zwangsarbeiter beschreiben Workuta als einen unwirklichen und düsteren Ort, errichtet auf Blut und Kohle. Zar Nikolaus II. lehnt es noch
ab, das Polargebiet wegen der Kohlelager zu erschließen: Man könne Menschen nicht in eine Gegend verpflanzen, wo es keine Bäume gibt und in der es von September bis Juni schneit. Im Bild: typische Brücke einer Aufbereitungsanlage in Workuta.
Trotz der unmenschlichen Lebensbedingungen gelingt es den Häftlingen, sich ein Stück Normalität zu schaffen. Im Bild: eine aus Häftlingen
bestehende Musikkapelle in Workuta, 1954.
Am östlichen Steilufer der Workuta: Oberhalb der Stelle, an der 1930 die ersten Verurteilten inhaftiert werden, befindet sich ein Gedenkstein mit der
Inschrift „An dieser Stelle wird ein Denkmal den Opfern des Personenkultes 1930 bis 1950 errichtet“. Gegenüber die Siedlung Rudnik, 1993.