Evelyn Zupke
Als sich Evelyn Zupke und ihr Freund 1984 weigern, zur Wahl zu gehen, zum "Zettelfalten", werden sie von ihren Kollegen im FDGB-Ferienheim massiv unter Druck gesetzt.
Einschulung von Evelyn Zupke 1968.
Evelyn Zupke im Ferienlager 1972.
Jugendweihe von Evelyn Zupke 1976.
Evelyn Zupke, Sommer 1978.
Schulfest 1979.
Abschlussfeier der Abiturklasse von Evelyn Zupke 1980.
Evelyn Zupke während der Arbeit im FDGB-Ferienheim 1981.
Evelyn Zupke mit Sohn Philipp 1988.
Das Informationsmonopol in der DDR liegt beim Staat. Nachrichten werden durch die SED-Führung gesteuert und gezielt verbreitet. Zusammen mit Frank
Pfeiffer verteilt Evelyn Zupke selbstgedruckte Wurfzettel in Berlin-Weißensee und Prenzlauer Berg, um auf die oppositionelle Sendung Radio Glasnost aufmerksam zu machen in der Ostdeutsche unabhängig aus der DDR berichten.
Die Verteilung der Radio Glasnost-Wurfzettel, die Evelyn Zupke zusammen mit Freunden des Weißenseer Friedenskreises erstellt, ist eine ihrer ersten
oppositionellen Aktionen.
Mitglieder des Weißenseer Friedenskreises im Sommer 1989.
Evelyn Zupke beim dritten Jahrestag der Berliner Umwelt-Bibliothek 1989.
Frank Pfeifer und Evelyn Zupke vom Weißenseer Friedenskreis 1989.
Ausweis der Wahlkommission 1990.
Insel Rügen 1984. Als sich die 22-jährige Evelyn Zupke und ihr Freund weigern, zur Wahl zu gehen – in ihren Augen zum bloßen „Zettelfalten“ –, werden sie von ihren Kollegen im Ferienheim des
Später in Ost-Berlin, im
Das Ministerium für Staatssicherheit holt Evelyn Zupke regelmäßig vor den für jeden 7. eines jeden Monats geplanten Protestdemos zum „Gespräch“ ab. Man verbietet ihr die Teilnahme, stellt sie unter Hausarrest, erteilt ihr Innenstadtverbot. Da sie ihre Wohnung nun nicht mehr verlassen darf, schmuggeln Freunde etwas für sie aus dem Haus und bringen es zur Sophienkirche: die für die erste Demonstration gegen den Wahlbetrug am 7. Juni 1989 von den Demonstranten nachgemachte Wahlurne, die sie in ihrem Kleiderschrank versteckt. Die jungen Oppositionellen wollen den Schutz der Kirche verlassen und an die Öffentlichkeit treten, auch wenn das von den älteren Kirchenoberen als zu gefährlich eingeschätzt wird. In den folgenden Monaten sollen die Demonstrationen auf dem Ostberliner Alexanderplatz stattfinden.
Am 7. September 1989 gelingt es Evelyn Zupke, die Stasi-Leute, die sie bespitzeln, abzuschütteln und sich zum Treffpunkt auf dem Alex zu schleichen. Dort wird sie zusammen mit
Biografische Angaben zu Evelyn Zupke finden sie im
In ihrer Schulzeit ist Evelyn Zupke lange eine Musterschülerin. Ab der zehnten Klasse aber fängt es an, dass sie vieles als verlogen und scheinheilig empfindet und zunehmend dagegen rebelliert.
Ich war schon ein Musterkind. Ich war bei den Pionieren, in der
Ich fing in
Es fing in der elften, zwölften Klasse an, dass ich sehr skeptisch war. Ich habe zwar mein Abitur mit zwei gemacht, aber dann ging es ja darum, sich zum Studium zu bewerben. Mir wurde gesagt: ´Sie brauchen sich gar nicht zu bewerben. In Ihrer Akte steht: nicht geeignet`. Ich weiß es gar nicht mehr so genau, aber da gab es solche Vermerke: geeignet, nicht geeignet.
Ich hatte sowieso keine Lust und war froh, dass ich mich in dem Moment, wo ich das Abitur in der Tasche hatte, von allem verabschieden konnte. Diese Bildung, dieses System empfand ich als verlogen und scheinheilig – das war mir in dem Moment schon teilweise bewusst. Ich wollte instinktiv so wenig wie möglich damit zu tun haben.
Evelyn Zupke, Zeitzeugin auf www.jugendopposition.de
Produktion: 2004
Spieldauer: 3 Min.
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350