Aram Radomski
Im Herbst 1989 fährt Aram Radomski zusammen mit Siegbert Schefke trotz Überwachung durch die Stasi jeden Montag nach Leipzig, um die Montagsdemonstrationen zu filmen.
Kinderporträt von Aram Radomski.
Aram Radomski als Jugendlicher.
Aram Radomski mit Kamera: Selbstporträt aus den 1980er Jahren.
Illegaler Reporter: Aram Radomski in den 1980er Jahren.
Heimliche Umweltdoku: Siegbert Schefke in Halberstadt.
Aram Radomski wird vom MfS observiert, als er zusammen mit Falk Zimmermann (IM des MfS) und Siegbert Schefke im März 1989 am Friedensgebet in der
Leipziger Nikolaikirche teilnimmt und dort Fotos macht.
Von der Stasi fotografiert: Falk Zimmermann (IM des MfS), Siegbert Schefke und Aram Radomski (v.l.n.r.) nehmen am 13. März 1989 am Friedensgebet in
der Leipziger Nilolaikirche und an der anschließenden Demo teil und machen Fotos.
Aram Radomski, 2010.
Vor der Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989 ist die Lage in Leipzig gespannt. Es wird das Schlimmste befürchtet. Westkorrespondenten ist der
Aufenthalt in der Stadt verboten. Mit einer Videokamera baugleichen Typs filmen Aram Radomski und Siegbert Schefke den Tag der Entscheidung in Leipzig.
Leipzig, heißer Herbst 1989. In den letzten Monaten der DDR fahren die beiden Ostberliner Aram Radomski und
Also drehen der Fotograf Aram Radomski und der Journalist und Kameramann
Ihr berühmtester Film stammt von der Leipziger
Aram Radomski arbeitet seit 1987 mit Siegbert Schefke zusammen. Sie machen illegale Fotos und Filme von den Missständen in der DDR – zum Beispiel von den gravierenden Umweltzerstörungen. Die Videokameras und das Filmmaterial besorgt ihnen der ausgebürgerte Oppositionelle Roland Jahn. Er lässt das Equipment von Diplomaten oder Bundestagsabgeordneten, die beim Passieren der Grenze nicht durchsucht werden, in die DDR schmuggeln. Die Beiträge werden im westdeutschen Fernsehen, zum Beispiel bei Kontraste, gesendet. Über diesen Umweg gelangen die Bilder von den zerfallenden Altstädten Leipzigs oder Halberstadts in die ostdeutschen Wohnzimmer.
Ihre illegale Reporterarbeit ist riskant: Aram Radomski und Siegbert Schefke könnten nach DDR-Gesetzen wegen „Agententätigkeit“ bis zu zwölf Jahren Haft bekommen. Für den Fall ihrer Verhaftung filmen sie Selbstporträts und deponieren sie in West-Berlin. Im Notfall sollen diese Beiträge gesendet werden, damit die Öffentlichkeit von ihnen erfährt.
Was die engagierten Journalisten nicht wissen: Sie werden die ganze Zeit von einem ihrer Freunde im Auftrag der Stasi bespitzelt. Das entdecken sie erst nach 1989. Die Frage, warum die Stasi sie trotz ausreichender Beweislage nie inhaftierte, lässt sich schwer beantworten. Möglicherweise hoffte sie, durch die Fotos und Filme andere noch unbekannte Oppositionelle aufzuspüren.
Biografische Angaben zu Aram Radomski finden sie im
Aram Radomski stellt bereits als Kind unangenehme Fragen. Früh stellt er sich auf die Seite seines Vaters, der als staatsfeindlicher Schriftsteller eingestuft und schikaniert wird.
Ich war sehr neugierig, manchmal möglicherweise auch ein bisschen zu neugierig für das, was da so in Mecklenburg-Vorpommern notwendig war. Ich habe als Kind auch unbequeme Fragen gestellt, bei denen ich oftmals spürte: Ich kriege darauf keine Antworten. Warum sind wir hier allein im Land? Warum kommen denn die anderen nicht rüber zu uns, wenn es hier so schön ist?
Man darf nicht vergessen: Ich war das Kind eines Schriftstellers, der als Staatsfeind und verbotener Autor in der DDR lebte. Er wurde dementsprechend verfolgt und drangsaliert. Da war es als Jugendlicher mit 14, 15 gar nicht so schwierig gewesen, diesen Sachverhalt, da es sich um die eigenen Eltern handelte, zu betrachten und zu sagen: ´Oh, da werden ja meine Eltern schikaniert`. Da hat man keine politische Vorbildung, sondern reagiert ganz emotional. Ich habe mich sehr schnell auf die Seite meines Vaters gestellt und versucht zu verstehen, was Recht und was Unrecht ist. Ich konnte eigentlich nichts Unrechtes daran erkennen, ein Buch zu schreiben, in dem man bestimmte Sachverhalte aufzählt, die das Alltagsleben in der DDR betrafen.
Ich habe das erste Mal mit der
Aram Radomski, Zeitzeuge auf www.jugendopposition.de
Produktion: 2004
Spieldauer: 3 Min.
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350